o. m., Bremen

In der traditionsreichen Geschichte des Bremer Schulwesens und besonders in der Entwicklung des Schullandheimes im Bundesland Bremen wird in diesen Tagen ein neuer Name von vielen Lehrern und von 40 000 Eltern dankbar vermerkt: Hans Winterhalter. Ihm selbst, der kein Schulmann, sondern ein Kaufmann, in erster Linie aber ein durch und durch bescheidener Mensch voll wahrer Nächstenliebe ist, will das gar nicht gefallen, denn er hat es nie geliebt, Aufhebens von dem zu machen, was er oft und immer selbstlos für andere getan hat. Nun aber ist er durch eine ungewöhnlich hochherzige Tat, die Tausenden von Kindern zugute kommt, über den Kreis seines beruflichen Wirkens hinaus zu einer Art personifizierter Hilfe geworden: Hans Winterhalter hat ein komplett eingerichtetes und bis ins letzte modern ausgestattetes Hotel, das er vor einiger Zeit in dem landschaftlich reizvollen Kurort Bad Essen erwarb, dem Schulverein der Carl-Schurtz-Schule in Bremen gestiftet. Das Motiv seiner Handlungsweise liegt in seinem Willen, möglichst vielen Kindern unter der Aufsicht ihrer Lehrer einen frohen, jeweils 14tägigen Aufenthalt in diesem Haus, dem bisherigen Hotel Sieck, zu ermöglichen. Er, der selbst keine Kinder hat, will so fremden Kindern das geben, worauf er in seiner Familie verzichten muß. Dazu erklärte der Oberschulrat Wilhelm Berger: „Was Hans Winterhalter für das Schulwesen und unsere Kinder getan hat, ist viel mehr, als Worte des Dankes ausdrücken können, es steht in unserer so materialistischen Zeit als Vorbild für alle, denen daran liegt, die Not des deutschen Schulwesens zu lindern und unsere Jugend gesund heranwachsen zu sehen.“

Durch die Stiftung Hans Winterhalters ist die Zahl der bremischen Schullandheime unversehens von 17 auf 18 erhöht worden – damit hält Bremen den Rekord unter allen Städten und Ländern im Bundesgebiet.