DIE ZEIT

Was bleibt von der Amnestie?

Der Regierungsentwurf des Amnestiegesetzes hat noch eine klippenreiche Fahrt vor sich. Der Bundesrat hat den Entwurf im ersten Durchgang abgelehnt.

Öl für Rußlands Lampen

Seit zwei Wochen wartet Gesandter Dr. Schoener, der politische Direktor im Wiener Außenministerium, gemeinsam mit dem Vertragsexperten des Ballhausplatzes, Gesandten Dr.

Vorstoß der Föderalisten

Die Konferenz der westdeutschen Ministerpräsidenten, die während zweier Tage in München abgehalten wurde, hat in den Fragen des Schulwesens, des Rundfunks und der Landeszentralen für Heimatdienst zu einer Reihe einstimmig gefaßter Empfehlungen geführt.

Gewisse Herren

Minister Würmeling hat sich über einen Rundfunkkommentar, der ihn kritisierte, geärgert und im Bundestag von dem Verfasser als von einem gewissen Herrn Friedlaender gesprochen.

Wenn die Konferenz scheitert...

Während die vier Außenminister jeden Nachmittag, außer sonntags, sich vier Stunden lang an einem Tisch gegenübersitzen und in tödlicher Langeweile dieselben Argumente wiederholen, sind hinter dem Alexanderplatz, im Ostsektor Berlins, zum erstenmal wieder Patrouillen sowjetischer Soldaten mit Maschinenpistolen aufgetaucht.

Teure Hofhaltung mit Elefanten

Eines Nachmittags gegen fünf Uhr wanderte ich die Hauptstraße von Heiderabad entlang, als plötzlich in Weiter Ferne ein Pfiff ertönte, der von dem Verkehrspolizisten der jeweiligen Straßenkreuzung weitergegeben wurde.

Ein Zweck-Optimist

Sein Name wurde in den letzten Tagen oft genannt, denn leidenschaftliche Kritik richtete sich gegen diese immer schon umstrittene Figur.

ZEITSPIEGEL

Zu der Tatsache, daß nichtdeutsche Freiwillige nach ihrer Entlassung aus sowjetischer Gefangenschaft in ihren Heimatländern als Kollaborateure verurteilt werden, schreibt der in Winona/Minnesota erscheinende America Herold: „Soweit sind wir, daß ehemalige holländische Soldaten, die heikehren sollten, sich freiwillig meldeten, um In der Sowjetunion zu bleiben.

Was sonst noch geschah

Die seit mehreren Wochen in London tagenden Vertreter von acht großen Erdölgesellschaften Englands, der Vereinigten Staaten, Hollands und Frankreichs hoffen, daß die iranische Ölindustrie unter internationaler Leitung bis? zum Spätsommer 1954 ihre Tätigkeit wieder aufnehmen kann.

Krim-Sekt ausverkauft

Zwei Wochen Konferenz schaffen einen Zustand der Gewöhnung. Die „Straße des 17. Juni“, die geradewegs auf das Brandenburger Tor führt, war um drei Uhr mittags und zwischen sieben und acht Uhr abends in den letzten Tagen der vorigen Woche für die Wagenequipen der Außenminister Dulles, Eden und Bidault nur noch eine Rennbahn ohne Zuschauer.

Fanfanis zwölf Tage

Die Regierung Fanfani, die vom 18. bis zum Januar dauerte, ist, wie jedermann erwartet hat, gestürzt. Man muß Fanfani den Vorwurf machen, daß er „um jeden Preis“ eine Regierung bilden wollte.

Ein neuer Beruf entstand

Fast 50 Milliarden DM nimmt der Staat im Jahre 1954 an Bundes-, Länder- und Gemeindesteuern für sich in Anspruch, das sind 35 Prozent des gesamten Volkseinkommens.

Spion Weis – kein Untertan

Am 25. Januar begann vor dem 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofes der Landesverratsprozeß gegen den 45jährigen Ludwig Weis, Leiter des Büros für Innerdeutschen Handel in Frankfurt-Höchst.

Die ewig Heimatlosen

In der Februar-Ausgabe der „Frankfurter Hefte“ hat Reinhold Kreile einen Aufsatz geschrieben unter dem vielversprechenden Titel Eine deutsche Magna Charta der Selbstbesinnung.

Im Brennpunkt des Gesprächs:: Eine bessere Chance?

Es ist vielleicht ein Zeichen der großen Beklemmung, die der zweite Weltkrieg in unserem Unterbewußtsein hinterlassen hat, daß Menschen, die nicht in den Tag hineinleben, Aufschluß gewinnen wollen über die gegenwärtige politische Situation im Ablauf der Weltgeschichte.

Die Zukunft entscheidet

Wer heute Geschichte schreibt, insbesondere die Geschichte einer Kunst, kann noch so sehr der Objektivität beflissen sein – er kommt nicht darum herum, inner- oder besser oberhalb der vielfältigen Erscheinungen selbst Stellung zu beziehen.

Von Fälschern und Fälschungen

Wer ein Buch über Fälschungen, schreibt, sollte sehr korrekt sein, denn über Fälscher darf niemand zu Gericht sitzen, der dies nicht ist – auch wenn er zum Schluß mit gespieltem Freimut erklärt, man habe wohl gemerkt, daß er eine Sympathie für Fälscher habe, (Fritz Mendax, „Aus der Welt der Fälscher W.

„Tu was du willst!“

Der große Mann im Nachthemd gehört zu den dankbaren Vorstellungen, mit, deren Hilfe sich der weniger Begnadete am Schicksal schadlos hält.

Kierkegaard und die Verführten

Die Geistesgeschichte ersetzt ihre Kontinuität bisweilen durch Kuriosa. Eines der größten Kuriosa erlebt heute jeder mit, der sich für Philosophie oder Theologie, für Psychologie oder Anthropologie interessiert: es ist die Berufung vieler Wissenschaftler dieser Disziplinen auf den großen Dänen Sören Kierkegaard, den nur die wenigsten von ihnen, die ohne ihn nicht mehr auszukommen glauben, in Dänisch gelesen haben.

Das Wissen in seine Schranken weisen ...

Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken!“ klagt der vierundzwanzigjährige Heinrich von Kleist, verabschiedeter Gardeleutnant und nun (1801) Student in Frankfurt an der Oder, seiner Braut.

Musik und Ehrlichkeit

Es ist Anlaß, einmal wieder auf den Komponisten Walter Abendroth zu verweisen: Helmuth Thierfelder hat in Hannover mit dem Niedersachsen-Orchester die Sinfonietta opus 32 uraufgeführt, und Radio Bremen bot seinen Hörern die Vierte Symphonie in C, opus 28, in der Aufführung durch das Bremer Philharmonische Staatsorchester unter Hellmut Schnackenburg.

Blick auf Kant

Ich habe mir die Bahn schon vorgezeichnet, die ich halten will. Ich werde meinen Lauf antreten und nichts soll mich hindern, ihn fortzusetzen.

Aktueller Sophokles

Des Sophokles „Oedipus auf Kolonos“ ist in Stuttgart in einer bemerkenswerten Aufführung des Württembergischen Staatstheaters herausgekommen.

Eine Tasse Tee

Wenn man seine Zelte in einem Lande aufschlug, wo man die Kunst des Kaffeebrauens obstinat verachtet, dann bleibt einem schließlich nichts weiter übrig, als es mit einer Tasse Tee zu versuchen.

Im Anblick der Ruine

Es gibt Anblicke, die uns über die Maßen erschüttern. Wenn der Strom des Fremdenverkehrs, so sehr auch der pure Geschäftssinn ihn reguliert, immer wieder vor dem Capitol zu Rom, vor Tempelresten der Mayas, vor den bröckelnden Pyramiden Ägyptens sich staut, so offenbart sich darin ein tiefes, geheimes Bedürfnis des Menschen.

Hamburg: Claudel schlug Claudel

Beinahe wäre es zu der Premiere von Paul Claudels „Mittagswende“ im Deutschen Schauspielhaus nicht gekommen. Der 86jährige Dichter hatte im letzten Augenblick eine radikale Umarbeitung seines grandiosen Jugendwerkes eingeschickt und verlangt, man solle diese statt der Originalfassung spielen.

Bayern: Das Edelfräulein

Eine kleine Schlägerei zwischen dem italienischen Inhaber eines Restaurants in der geruhsamen bayerischen Kleinstadt Erding, seiner deutschen Köchin und einem Mitglied der amerikanischen Luftwaffe kam kürzlich von Judge Leo M.

Bremen: Die Schaffermahlzeit

Nach uralter bremischer Tradition findet am zweiten Freitag im zweiten Monat des Jahres, diesmal also am 12. Februar, die „Schaffermahlzeit“, das große Fest der Seefahrt und des Handels, statt.

Die Lorelei betört keinen Schiffer mehr

Als Marschall Blücher in der bitterkalten Neujahrsnacht 1813/14 bei Kaub über den Rhein setzte und damit die mehr als zwanzigjährige Franzosenherrschaft im linksrheinischen Deutschland beendete, bot sich ihm – entgegen einer hie und da verbreiteten Legende – keine feste Eisdecke auf dem Strom an; er mußte seine pommerschen und schlesisehen Grenadiere auf 200 Kähne verladen, die von Kauber Schiffern an das verschneite Bacharacher Ufer gesteuert wurden.

Niedersachsen: „NS“-Schulen?

Staatssekretär Dr. Bojunga vom niedersächsischen Kultusministerium hat in der letzten Woche den Schulgesetzentwurf der Regierung, der am Donnerstag dieser Woche im Landtag beraten werden soll, bekanntgegeben.

Nordrhein-Westfalen: Schildbürgereien

Im Hattinger Land ist Krieg ausgebrochen. Die kleinen Gemeinden Nierenhof und Niederbonsfeld haben der für sie zuständigen Obrigkeit, nämlich dem Amt Hattingen an der Ruhr, Fehde angesagt.

Alarm in der Gaswirtschaft

In der Groß-Gasversorgung des Industriegebietes ist Alarmstimmung: Abschaltungen und starke Kontingentierungen der Gasdarbietung haben zahlreiche industrielle Verbraucher bereits schwer getroffen.

Verdecktes Spiel

Das Wirtschafts- und Sozialkomitee der Europa-Bewegung hat in London die zweite Westminster-Konferenz abgehalten, unter Vorsitz von Hermann J.

Verfassungsklage des Sparers

Die im Zuge der „Kleinen Steuerreform“ erfolgte Streichung der Ziff. 3 § 41 Abs 1 des EStG, durch die bei bisher steuerbegünstigten Kapitalansammlungsverträgen die festgelegten Sparraten nicht mehr voll als steuerfreier Betrag anerkannt werden, wird jetzt zu einer Feststellungsklage beim Bundesverfassungsgericht führen.

Bleche von Schlieker

In den letzten Jahren hat Willy H. Schlieker neben seinem ausgedehnten innerdeutschen und internationalen Montanhandel eine bemerkenswerte industrielle Betätigung ausgeübt.

Das Commonwealth rückt zusammen

Nach einer Woche täglicher Beratungen in der Cedar Hall des Hotels Australia haben sich die Finanzminister des britischen Commonwealth von Sydney verabschiedet und sind wieder in die dunklen Amtsgebäude ihrer in einem Drittel der Welt zerstreuten Hauptstädte zurückgekehrt.

Rohstofftendenz der Woche

Wie in der Vorwoche, so hielten sich auch In der Berichtswoche die Preissteigerungen und abschwächungen ungefähr die Waage. Dennoch ist seit mehreren Wochen eine Anstiegstendenz zu erkennen, die auch in Moody’s Index der Warenpreise für Stapelgüter (Basis 31.

Stabile Kurse durch Auslandskäufe

Wenn der von Berlin ausstrahlende Pessimismus auf die Tendenz der deutschen Börsen nur auf die Kurse einiger Ostwerte Einfluß gewinnen konnte, dann lag es an den zahlreichen Sonderbewegungen, die das Geschäft in Spannung hielten.

Britische Streiks unter der Lupe

Seit dem Kriegsende sind die Lohn- und Streikbewegungen in England nicht zur Ruhe gekommen. 1951 betrug die allgemeine Lohnerhöhung 11 v.

No comment . . .

Hubert H. A. Sternberg, AR-Vorsitzender der Heidelberger Schnellpressenfabrik AG., des größten Schnellpressenunternehmens der Welt, hat eine zweimonatige Studienreise beendet, die ihn durch alle nordamerikanischen Wirtschaftszentren führte.

Niederrheinische Hütte baut neu

Die erschreckende Baisse, die noch vor einigen Monaten in den Drahtwerken festzustellen war, ist geschwunden. Die Aufträge sind kurz vor Weihnachten sprunghaft in die Höhe gegangen und haben zum Teil fast den Stand der besten Monate des Vorjahres erreicht.

An Stelle eines Ultimatums

Seit fast zwei Jahren wird in der westdeutschen Textilwirtschaft erfolglos über die für den Textileinzelhandel besonders wichtige Konditionenfrage verhandelt.

Allianz-Leben: 6. v. H. für 1952

Die Allianz-Lebensversicherungs- AG‚ Stuttgart, konnte auch 1952 beachtliche Fortschritte erzielen. Der Gesamtversicherungsbestand erreichte zu Ende des Berichtsjahres 2,74 (1951: 2,31) Mrd.

Hinter der chinesischen Mauer...

Der Inder Brajkishore Schastri, der mit einer indischen Gewerkschaftsdelegation das rote China besuchte, schilderte im ersten Teil seines Berichts die Aufnahme der Abordnung durch die kommunistischen Behörden, die chinesische Gastfreundschaft und die politische Organisation des Volkes der Mitte.

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