Die erschreckende Baisse, die noch vor einigen Monaten in den Drahtwerken festzustellen war, ist geschwunden. Die Aufträge sind kurz vor Weihnachten sprunghaft in die Höhe gegangen und haben zum Teil fast den Stand der besten Monate des Vorjahres erreicht. Auf den Drahtstraßen der Niederrheinischen Hütte AG, Duisburg, ehemals zur August Thyssen Hütte gehörig, wird die Kapazität zur Zeit mit über 80 v. H. ausgenutzt. 22 500 t werden monatlich produziert. Der Marktanteil an der deutschen Walzdrahterzeugung (monatlich zur Zeit etwa 80 000 t) liegt bei 29 v. H. Auf dem Gelände der Niederrhein-Hütte ist zugleich mit einem Kostenaufwand von etwa 16 Mill. DM eine neue und zugleich größte Drahtstra Be Europas im Bau. Sie wird im Herbst in Betrieb genommen; die alten Straßen werden stillgelegt, aber nicht abgebaut.

Von der Verwaltung war anläßlich der oHV zu hören, daß sich die Gesamtsituation in Draht wieder erfreulich gebessert habe, obwohl die Preise nach wie vor gedrückt seien. Walzdraht liege gegenwärtig international bei 82 bis 84

$ je t gegenüber 120 $ im März 1953. Der Exportanteil der Niederrhein-Hütte stellte sich 1952/53 auf 15 v. H. Die Hütte ist auch heute wieder das billigst arbeitende Werk innerhalb der deutschen Drahtindustrie, erklärte der Vorstand. Das Gesamt-Investitionsprogramm des Unternehmens umfaßt 80,3 Mill. DM, wovon bis 31. 12. 1953 rund 47,9 Mill. DM abgerechnet und bezahlt waren. Fremdmittel waren nur im Umfang von 4 Mill. zur Verfügung. Die Restfinanzierung von 32,4 Mill. sei bis Ende 1955 durchgeführt und gesichert Fremdmittel würden auch dabei nur in geringem Umfange, wahrscheinlich aus der Investitionsanleihe, zur Verfügung stehen.

Der Umsatz stellte sich 1952/53 auf 214 (199) Mill. DM und liegt in der Gesamtgruppe bei über 300 Mill., wobei allerdings die drei Tochterunternehmen nur mit neun Monaten erfaßt sind. Die größte Tochtergesellschaft, die Westfäli-

sche Union AG für Eisen- und Drahtindustrie, Hamm – sie konnte im vorigen Jahr ihre Hundertjahrfeier begehen – meldet für 1953 allein einen Umsatz von 100 Mill. DM. Außer dieser 100 v. H.-Beteiligung (AK 24,2 Mill.) bestehen weiterhin 100 v. H. Beteiligungen an der Lennewerk Altena GmbH (Kapital 2,75) und an der Eisenwerk steele GmbH (Kapital 1,1). Beim Lennewerk, wo Schrauben und Nieten fabriziert werden, macht sich die starke Konkurrenz im Nietengeschäft und bei Steele, einem Werk für Oberbaumaterial der Bundesbahn, die sehr schlechte Bestentätigkeit der Eisenbahn bemerkbar.

Der oHV am 3. Februar wurde der Abschluß per 30. September 1952 vorgelegt. Er weist bei 41,4 Mill. AK und 76,11 Mill. Rohüberschuß nach 16,6 Mill. Abschreibungen und 13,8 Mill. Steuern einen kleinen Gewinn von 0,2 Mill. DM aus. In der Bilanz erscheinen die Anlagewerte einschl. 3,58 Mill. Beteiligungen mit 106,6 Mill. DM, davon Neubauten 14,2 Mill. DM. r l t.

Das Harpen-Angebot. In unserer redaktionellen Notiz unter der Überschrift „Harpen-Angebot“ (ZEIT Nr. 5) sind uns zwei entstellende Fehler unterlaufen. Die neuen Teilschuldverschreibungen werden auf je 1000 RM alte Harpen-Bonds nicht in Höhe von 800 DM, wie wir schrieben, sondern in Höhe von 900 DM ausgegeben. Die Annahme des Angebots ist bis zum 1. März 1954 einschließlich befristet (also nicht bis zum 6. März).