Für 1953 ist die Körperschaftssteuer von 60 auf 30 v. H. auf den auszuschüttenden Gewinn, gesenkt worden, das heißt, daß die Aktiengesellschaften, ohne tiefer in den Geldbeutel zu greifen, ihren Aktionären eine höhere Dividende als für 1952 zur Verfügung stellen können. Jeder Aktionär kann sich also ausrechnen, wieviel mehr ihm die Gesellschaft ohne Mehrbelastung für sich selbst zahlen müßte.

Bei der Vereinsbank in Hamburg ist diese Rechnung aufgegangen. Sie wird ihre Dividende von 6 auf 8 1/2 v. H. heraufsetzen und damit die durch die „Kleine Steuerreform“ eingetretene Ersparnis voll ihren Aktionären zugute kommen lassen. Damit wird erstmalig eine Haltung dokumentiert, die beispielgebend für alle anderen Gesellschaften sein muß, wenn am Jahresende Bundesfinanzminister Schäffer nicht triumphieren soll: „Wozu neue Steuersenkungen, die Wirtschaft macht nicht einmal von den ihr bereits bewilligten Chancen Gebrauch!“

Übrigens sollte man sich darüber im klaren sein, daß eine Ausschüttung der durch die Steuerreform ersparten. Beträge an die Aktionäre noch keine echte Dividendenerhöhung darstellt. Hat also eine Gesellschaft erhöhte Gewinne erzielt, so sollte sie sich nicht scheuen, auch hieran die Aktionäre Anteil haben zu lassen. Das ist der Beitrag, den die Wirtschaft selbst zur Gesundung des Kapitalmarktes bringen muß; um so schneller wird sie die längst überfällige Erweiterung des verantwortlichen Kapitals Über neue Aktien vornehmen können. K. W.

In der AR-Sitzung der Deutschen Hypothekenbank in Bremen berichtete der Vorstand über den Abschluß 1953 und eine weitere befriedigende Geschäftsentwicklung. Die Bilanzsumme Ende 1953 beträgt 25? Mill. DM (Ende 1952: 171 Mill.). Aus dem Jahresertrag 1953 wird die Verteilung einer Dividende von 6 v. H. (1951 und 1952: 5 v. H.) vorgeschlagen werden. Die Finanzierung des Wohnungsbaues, insbesondere des sozialen Wohnungsbaues, stand weiter im Vordergrund und ist mit 87,74 v. H. bzw 78,5 v. H. der Ausleihungen erneut gestiegen. (HV am 17. März.)

Banken im Falle Harpener Bonds neutral. Nach neuen Informationen, die uns zu unserer in der Ausgabe Nr. 5, Seite 14, erschienenen Notiz „Harpen-Angebot“ zugingen, legt ein Teil der Konsortialbanken Wert auf die Mitteilung, daß sie das Angebot der Harpener Bergbau AG. weder unterstützen noch ihrer Kundschaft zur Annahme empfehlen. Angesichts der schwierigen Rechtslage müssen sie es ihren Kunden überlassen, wie sie sich gegenüber dem Angebot verhalten wollen. Eine Empfehlung zur Annahme haben lediglich die Schutzvereinigungen für den privaten Wertpapierbesitz ausgesprochen.

Günstige Exportentwicklung bei Rotaprint. Das Exportgeschäft der Rotaprint AG., Berlin, die insbesondere Offset. druck- und Vervielfältigungsmaschinen herstellt, hat sich weiter günstig entwickelt. Im Januar entfielen 51,3 v. H. des Gesamtmasehinenumsatzes auf den Export. Besonders stark konnte die Ausfuhr nach den USA gesteigert werden. Zur Zeit sind rund 490 Personen beschäftigt.