Etwa 50 Millionen Europäer sind während des neunzehnten Jahrhunderts nach USA ausgewandert, und erst um 1900 begann Amerika, sich als selbständige Kulturnation zu empfinden und eine eigene "amerikanische Literatur" zu pflegen, als deren Begründer Walt Whitman und Mark Twain gelten. Als Protest gegen diese Amerikanisierung Amerikas siedelte damals der große anglo-amerikanische Erzähler Henry James nach England über (ihm folgte wenige Jahre später der Amerikaner T. S. Eliot) und schrieb seine Romane, deren Hauptfiguren Amerikaner in Europa sind. Über seine Bedeutung für die Weltliteratur unseres Jahrhunderts spricht Fritz Arnold in der immer interessanten Sendereihe "Welt im Wort".

19.45 vom NWDR: Eine Funkbearbeitung von Eugene O’Neills Halbwüchsigenkomödie "O Wildnis !" – 20.00 aus München: Johs. M. Egermann gibt einen Hörbericht aus der heutigen Tschechoslowakei. – 21.30 aus Bremen: Monique Haas spielt die zwölf Klavieretüden von Claude Debussy. – 22.30 aus Stuttgart: Das literarische Porträt eines dritten großen Amerikaners: Ezra Pound. – 23.15 vom NWDR: Im musikalischen Nachtprogramm Werke von René Leibowitz. Anton Webern und André Jolivet.

Freitag, 19. Februar, 18.15 vom NWDR:

Der Riß, den die Geschehnisse von 1933 in das deutsche Kulturleben brachten, hat sich immer noch nicht an allen Stellen schließen können. Darum ist eine Sendereihe wie die des NWDR "Aus der Welt des Judentums" so dringend und fruchtbar. Heute wird die Erinnerung an den aus Berlin gebürtigen, von 1919 bis 1933 an der Hamburger Universität führenden Philosophen Ernst Cassirer wachgerufen, der vor 1933 der erste und auch einzige deutsche Hochschulrektor jüdischen Glaubens war und 1948 in Amerika starb, ohne seine Heimat wiedergesehen zu haben.

20.00 aus München: Hans Schmidt-Isserstedt spielt mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Werke von Mozart, Petrassi, Rachmaninoff (Solist: Shura Cherkasky) und Dvořak. – 21.00 vom SWF: Das Amadeus-Quartett eröffnet eine Sendereihe, die Mozarts sämtliche Streichquartette bringt, mit dem frühesten Werk, Nr. 1 in G-Dur. – 21.15 aus Bremen: Hellmut Schnackenburg dirigiert Mozarts g-moll-Symphonie und Bruckners Siebente. – 22.10 vom NWDR: "Denken oder Nicht-Denken", ein Kölner Nachtprogramm mit Versuchen aus dem Leben der Tiere. – 23.35 vom NWDR: Die Ursendung des neuen Cellokonzerts vonBernd Alois Zimmermann.

Sonnabend, 20. Februar, 21.30 vom RIAS:

Auch dieses Jahr schalten sich die Funkhäuser mit voller Kraft in das Karnevalsgetriebe ein. Aus Berlin – dem Tagungsort der Außenministerkonferenz – kommt eine Satire dazu: "Ausgerechnet Karneval!", ein kabarettistisch glossierender "Beitrag für Vergnügungssüchtige" von Günter Neumann, zu dem ein so erfahrener Meister der ironischen Parodie wie Rudolf Nelson die Musiken schrieb.