DIE ZEIT

Die täglichen Toten

In der Verkehrsdebatte des Bundestages in der vergangenen Woche schlugen die Wogen der Kritik über dem Verkehrsminister Seebohm zusammen.

Abraham a Santa Würmeling

Ein Staat kann sich, seiner Ideologie gemäß, die sich in seinem Aufbau, seiner Verfassung und seinen Gesetzen ausdrückt, auf das Individuum stützen, auf das Kollektiv oder auf die Familie.

Klopfzeichen

Der Prozeß gegen den Spion Weis mußte von dem Bundesgericht in Karlsruhe abermals vertagt werden. Vorher kam. es zu einem höchst bemerkenswerten Zwischenfall.

Gescheitert! – Was nun?

Die Berliner Konferenz ist gescheitert. Es geht nur noch darum, sie aufrichtig zu beenden; das heißt, es geht um ein Schlußkommuniqué, das die Zweifel und Hoffnungen beseitigt, die den Westen noch einmal an einen Tisch mit der Sowjetunion getrieben haben.

Was sonst noch geschah

Während in Vietnam und Laos der militärische Druck der Vietminh-Streitkräfte sich verstärkt, werden amerikanisches Kriegsmaterial und Bodenpersonal nach Indochina befördert.

Streit um Kaschmir

Hoffnungen auf eine indisch-pakistanische Verständigung in dem Streit um Kaschmir sind durch einen Beschluß der „Verfassunggebenden Ver-Sammlung“ im indischbesetzten Teil Kaschmirs, in dem der Anschluß des gesamten Staates von Jammu und Kaschmir an Indien gefordert wird, erschüttert worden.

ZEITSPIEGEL

Aus den bisher aus Moskau eingetroffenen Zeitungen ergibt sich ein Bild von der Art, wie die Bevölkerung der Sowjetunion über die Berliner Konferenz unterrichtet wird.

Staatenlos und entrechtet

Mit den letzten Heimkehrertransporten aus der Sowjetunion traf in Friedland auch eine größere Anzahl von europäischen Freiwilligen ein, die während des Krieges in den Reihen der deutschen Wehrmacht an der Front gewesen waren.

Es gibt keine Beamten mehr

Die außerordentlich schwerwiegenden Folgen, die mit dem 131er-Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Dezember 1953 verknüpft sind, zeigen sich in der jetzt beginnenden fachwissenschaftlichen Kritik deutlich.

Vier Stimmen und kein Quartett

Der Senior der vier Außenminister, die in Berlin konferierten, hat am meisten darauf gedrängt, daß die Verhandlungen zum Ende kämen: John Foster Dulles.

In Ceylon wird zu viel studiert

Die Politiker haben die round table conference erfunden, damit niemand den Anspruch erheben möge, am oberen Ende des Tisches zu sitzen.

Nivellierte Lehrergehälter?

Der im öffentlichen Dienst geltende Grundsatz, daß dem höheren Einkommen eines Beamten eine höherwertige Aufgabe entsprechen soll, ist auf Lehrer und Richter in der Regel nicht anwendbar.

1,6 Milliarden DM

Einen großen Schritt vorwärts haben Bestrebungen getan, die auf die Freigabe des in Amerika beschlagnahmten deutschen Vermögens gerichtet sind.

Ein deutsches Malerschicksal

Wohl keinem anderen modernen Künstler in Deutschland ist vom Staate her ein so großzügiges Mäzenatentum beschert worden wie Max Liebermann durch den Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark.

Der Mächtige

Bei der Uraufführung von Reinhold Schneiders „Innozenz und Franziskus“ in Essen begab sich etwas durchaus Außergewöhnliches: einen vierstündigen Theaterabend lang saßen die Premierengäste – unter ihnen Bundespräsident Professor Heuss – demselben, nur durch ganz wenige Versatzstücke jeweils von Szene zu Szene veränderten Prospekt gegenüber, vor einem „dramatischen Spiel“, das sich im wesentlichen mit einer allen theatralischen Gepflogenheiten entsagenden Art fast ausschließlich auf geistiger Ebene bewegte.

Ich trage eine Eule nach Athen

Den Entschluß zu dieser Tat hatte ich eines Nachts gefaßt, als ich nicht schlafen konnte. In solchen Situationen fasse ich Entschlüsse, die ich gewöhnlich sofort in die Tat umsetze.

Weltschau moderner Kunst

Die diesjährige Biennale in São Paulo, mit der die festlichen Unternehmungen anläßlich der Vierhundertjahrfeier der Stadt eröffnet wurden, hat schon durch die für ihre Ausstellungen errichteten Baulichkeiten auf einem parkartigen Gelände eine wesentlich größere Bedeutung als ihre Vorgängerin im Jahre 1950.

Das Alter des Seesterns

Jeden Morgen finde ich in den Tangbüscheln am Strand auch einige rote Seesterne. Wenn ich ihre fünf ebenmäßig von der Mitte ausstrahlenden Arme betrachte, fallen mir die sehr ähnlichen Versteinerungen ein, die beweisen, daß es schon in der Devonzeit, vor ungefähr vierhundertsechzig Millionen Jahren, Seesterne gab, welche die Muscheln auf dem Meeresgrund genau so umklammerten und aussogen, wie es ihre Nachfahren heute tun.

Zu gut gezielt

Vor vielen Jahren sah ich in dem sehr intelligenten Magazin „Der Querschnitt“ ein höchst sonderbares Bild. Ein schlanker, drahtiger Mann hatte seinen Hut tief in die Stirn gedrückt; sein Gesicht war halb verdeckt und das eine Auge zugekniffen, weil er mit einer Pistole genau in das Objektiv der Kamera zielte.

René Schickele:: Aphorismen

Jeder Dichter hat einen toten Kameraden, den er fortsetzt. Es gibt keine strengere Genealogie als in der Kunst; diese Stammbäume mit den doppelten Wurzeln in der Erde und in den Sternen zeigen die Treue, die Dichtigkeit eines idealen Geschlechts, das es sonst nicht gibt.

Suche nach einem Wald

Die Erinnerung an den deutschen Wald meiner Kindheit läßt mich nicht ruhen. Immer wieder mache ich mich auf, einen Wald zu suchen, der den Märchen meiner Erinnerung entspricht.

Spanische Traumszenen

Die Zeiten, in denen Spanien mit den schier zahllosen Stücken eines Calderon und Lope de Vega eine Pflanzstätte des europäischen Dramas war, sind lange vorbei.

Hessen: Mehr Pietät für die Goethes

Im „avantgardistischen“ Frankfurter Hochbauamt hat man sich jetzt entschlossen, etwas mehr für die „Pietät“ der Stadt und besonders auch für die Goethes zu tun.

Sachsen: Die Kruzianer

In Dresden hat seit über 700 Jahren der Kreuzchor Weltruf, der zum größten Teil von der Kirche und aus eigenen Veranstaltungen erhalten wird.

Niedersachsen: Der Schul-Kampf

Von einem „üblen Schulkampf“ sprach am Donnerstagnachmittag im niedersächsischen Landtag der BHE-Abgeordnete Meyer. Aber war es nicht viel mehr das Zeichen eines Kulturkampfes, der gegenwärtig in Niedersachsen tobt, obwohl die zu etwa 80 Prozent evangelische und nur zu 18 Prozent katholische Bevölkerung diesen Vorgängen verständnislos gegenübersteht? Fünf Stunden lang prallten bei der ersten Lesung des Schulgesetzentwurfes die Meinungen in aller Wucht aufeinander; tiefe Gegensätze brachen auf.

Im Brennpunkt des Gesprächs:: Bilanz mit „Wenn“ und „Aber“

In einem Inserat im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels greift der Oldenburger Verlag Stalling die Frage eines sehr wohlwollenden Rezensenten des Buches Bilanz des zweiten Weltkrieges auf: „Hat der Stalling Verlag richtig gehandelt?“ daß er den Männern, die Hitlers Krieg führten, das Wort erteilte, um uns, die „wir in dem Kessel, unter dem sie das Feuer mitschürten, zerkocht wurden“, zu erklären, warum und wieso alles Unglück über uns kommen mußte? Der Kritiker kommt zu dem Ergebnis, daß die Aussagen dieser Männer höchst bedeutsam sind und die Herausgabe dieses Buches also richtig war .

Noch einmal träumen

Ein bedenkliches Kapitel in der Literatur sind seit je Autobiographien gewesen. Obgleich Benvenuto Cellini riet, jeder Tüchtige solle sein Leben beschreiben, wenn er die Vierzig überschritten habe, so folgten seiner Aufforderung doch in Zeitungen und Zeitschriften viele nach dem Motto „corriger la fortune“, um aus der schonungsvoll bemäntelten Vergangenheit Annehmlichkeiten für die Zukunft zu scheffeln.

Der höchste Rang

Seitdem zu Ende des vorigen Jahrhunderts für den zu hohem Alter gekommenen, aber immer noch redefreudigen liberalen englischen Premier Gladstone die Bezeichnung grand old man erfunden wurde, hat man sich angewöhnt, dieses schmückende Wort auch im Deutschen auf alle anzuwenden, die noch als Achtzigjährige eine führende Stellung haben.

Verkehrskrise keine Bagatelle

Nun hat endlich auch der Bundestag Gelegenheit bekommen, sich eingehend mit der künftigen Verkehrspolitik zu beschäftigen. Die Abgeordneten aller Parteien sind in diesem Punkt offensichtlich einer Meinung: es muß etwas geschehen! Begreiflicherweise hatte der Bundesverkehrsminister im Laufe der siebenstündigen Verkehrsdebatte am Donnerstag der vergangenen Woche einen schweren Stand.

Die Meinung der Binnenschiffahrt

Die Binnenschiffahrt rechnet von jeher mit sehr langen Zeiträumen; das bringt ihr Gewerbe so mit sich. Sie läßt sich daher nicht allzusehr von der wandelbaren Tagesmeinung beeinflussen, sondern sie ist es gewohnt, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Bedenkliche Vorgriffe auf die Steuerreform

In den letzten Wochen sind Bestrebungen im Gange, dem Bundeshaushalt eine Reihe neuer Belastungen aufzuerlegen. Wenn es dazu kommt, wird Minister Schäffer in seiner Auffassung, daß die Größe Steuerreform allenfalls eine Verlagerung, aber keine wirkliche Verringerung der Steuerlast bringen könne, erneut bestärkt werden.

Ein Ja zu Lübkes Kurs

Landwirtschaftsminister Dr. Lübke hat mit seinem neuen Kurs etwas Wind in die Stuben der Bauernverbände gebracht, die zum großen Teil noch von den Vorstellungen des Marktordnungsverfechters Prof.

Störfeuer aus dem Kreml

Einige Begebenheiten, die sich an verschiedenen Orten und auf verschiedenen Märkten in den letzten Wochen zutrugen, müssen im Zusammenhang gesehen werden.

Höhere Pharmaerzeugung

Die Produktion der westdeutschen pharmazeutischen Industrie hat 1953 nach vorläufigen Schätzungen mit dem Wert von etwa 950 Mill.

Osthandel - ein Politikum

In einem Gespräch mit Mitgliedern der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung e. V., Essen, äußerte sich der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Dr.

Das Konzernbuch für jedermann

Die erste Auflage der Neuerscheinung Die Nachfolger der Ruhrkonzerne ist bereits vergriffen; die zweite Auflage in den Vorbestellungen vorwegdisponiert; die dritte Auflage wird vorbereitet.

Mexiko - der hartumworbene Markt

Vom 23. März bis 14. April findet in Mexiko die erste deutsche Industrieausstellung „Alemania y su industria“ statt, auf der rund 500 deutsche Industrie- und Handelsfirmen für deutsche Erzeugnisse werben werden.

Pro – aber auch kontra...

Ich möchte Ihnen sagen, daß mich die Ausführundes Verfassers sehr angesprochen haben. Die Aufgabe des Werbeleiters kann nicht bedeutungsvoll genug angesehen werden.

Eine Hochschule?

Kein Zweifel: damit ist der Werbefachmann von morgen Anforderungen gegenübergestellt, denen mancher Werbeleiter von gestern nicht gewachsen gewesen wäre.

Kleines und großes Abc

Fast ist man versucht, zu sagen: Geschieht, ihm recht. Denn viele Werbefachleute neigen zu einer fatalen Oberschätzung des Formalen.

Unermüdlich

Aus unserer vorletzten Ausgabe ist ein Druckfehler zu berichtigen: es sollte nämlich Minister Lübke in dem Bericht über die „Grüne Woche“ in Berlin keineswegs attestiert werden, daß er unvermeidlich „dabei“gewesen sei – im Manuskript Stand vielmehr, durchaus positiv gemeint, das Wort unermüdlich.

MAN-Stahlbau stärker gefragt

Die zum Interessenbereich der Gutehoffnungshütte (Beteiligung rund 63 v. H.) gehörende Maschinenfabrik Augsburg - Nürnberg AG.

Ein gutes Beispiel

Für 1953 ist die Körperschaftssteuer von 60 auf 30 v. H. auf den auszuschüttenden Gewinn, gesenkt worden, das heißt, daß die Aktiengesellschaften, ohne tiefer in den Geldbeutel zu greifen, ihren Aktionären eine höhere Dividende als für 1952 zur Verfügung stellen können.

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