Wesp., Wiesmoor

Bei vierzig Grad Hitze reifen in den künstlichen Gärten von Wiesmoor bei Aurich in Friesland 2,5 Mill. Gurken, eine halbe Mill. Pfund Tomaten, 300 000 Kohlrabi und ebensoviel Pfund grüne Bohnen, dazu Erdbeeren und auch Melonen in großer Zahl. Alle diese Spezialitäten werden unter dem geschützten Namen „Wiesmoor-Früchte“ in die deutschen Großstädte sowie in die Schweiz, nach Frankreich, in das Saargebiet und nach Schweden versandt. Sie sind wertvolle Devisenbringer, ebenso wie die in Spezialanlagen gezüchteten Champions. Der jährliche Ertrag der in Wiesmoor geernteten Früchte macht 1,5 Mill. DM aus, wovon ein wesentlicher Teil in ausländischer Währung hereinkommt. Früher waren auch Hapag und Hamburg-Süd ständige Abnehmer der Wiesmoorer Erzeugnisse.

Wenn man früher jemanden dahin wünschte, „wo der Pfeffer wächst“, verbannte man ihn in die französische Strafkolonie Cayenne, auf jene trostlose Insel oberhalb der Nordküste von Südamerika, unter deren sengender Sonne das ursprünglich einmal aus Indien eingeführte Gewürz, der vielbegehrte Pfeffer, besonders gut gedeiht. Heute zieht man Pfeffer auch an anderen Orten der Erde, so in Wiesmoor, wo unter den glitzernden Glasdächern bei Tropenhitze das so überaus begehrte Gewürz gedeiht.