In den verschiedensten Sparten des Bauwesens hat in den letzten Jahren Baustahlgewebe (ein geschweißtes Geflecht von Walzdraht verschiedener Durchmesser) erstaunliche Erfolge aufzuweisen. 1935 bis 1939 wurde Baustahlgewebe vorwiegend für den Autobahnbau (für die Beton-Straßendecken) verwandt. In der Nachkriegszeit arbeitet der soziale Wohnungsbau und der private Bauherr in steigendem Maße mit Baustahlgeweben zur Herstellung von Massivdecken. So wurden 1952 derartige Stahlbetondecken in etwa 150 000 Wohnungen und 1953 in etwa 200 000 Wohnungen – mithin bei 40 v. H. des Wohnungsbaues – verwandt. Aber darüber hinaus ist Baustahlgewebe im Behälterbau, beim Dachdecken, im Tiefbau (wie Schleusen, Docks, Kaimauern, Ankerplatten, Tunnelbauten, Fundamente), ferner im Leitungsbau, im Großflächenbau (Rollfelder auf Flughäfen), Hallen-Fußböden und Schwimmbecken, ferner in vielen Sonderanfertigungen – für Schornsteine, Luftschutzbauten, Zäune, Masten und u. a. Brückenfahrbahnplatten – eingedrungen. Die deutsche Produktion stellt sich zur Zeit auf 80 000 bis 100 000 t Baustahlgewebe im Jahr; die Kapazität der Werke könnte etwa 150 000 bis 160 000 t leisten.

Baustahlgewebe ist an sich ein Markenartikel, der nur von den Erzeugnissen der Bau-Stahlgewebe GmbH, Düsseldorf, verwandt werden darf. Die sieben Gesellschafter dieser mit 2,2 Mill. DM kapitalisierten GmbH sind die großen Drahtwerke: Westfälische Union, Westfälische Draht, Westfalenhütte, Klöckner Draht, Hüttenwerk Oberhausen, Felten & Guilleaume und Rösler-Draht, Waldniel. Diese sieben Werke beliefern etwa 80 v. H. des deutschen Marktes in Baustahlgeweben. Daneben besteht noch ein gutes halbes Dutzend kleinerer Werke mit gleichem und ähnlichem Produktionsprogramm. Die GmbH ist in diesem Zweig der Drahtveredelung sowohl Forschungswie Verkaufsgesellschaft. Ihre Produktionsstätten befinden sich unmittelbar in den Werksanlagen der Gesellschafter, und zwar in gemieteten Fabrikräumen. Bei einem Durchschnittspreis von 750 DM je Tonne Baustahlgewebe hat die deutsche Jahresproduktion immerhin einen Wert von 60 bis 75 Mill. DM. l t.