Cotta hat das Handbuch des zweiten deutschen Bundestages herausgegeben, das die Lebensläufe der Abgeordneten – von diesen selbst im Telegrammstil abgefaßt – enthält. Mancher Leser wird sich einer verständnisvollen Heiterkeit nicht erwehren können, wenn er erfährt, auf welche Lebensepisoden der oder jener Abgeordnete Wert legt. Da berichtet ein Politiker, daß er drei Jahre lang bei einem Kavallerieregiment in Potsdam gedient habe; ein anderer weist auf seine Frontflugspange, und ein dritter läßt uns wissen, daß er Privatunterricht auf einem Schloß genoß. Ein vierter teilt mit, daß er ins KZ gekommen wäre, wenn er nicht vorher gesundheitlich zusammengebrochen wäre, ein fünfter betont, daß er längere Zeit politisch überwacht worden sei.

In einem Falle ist es interessant, die Angabe des zweiten Handbuchs mit denen der ersten Fassung zu vergleichen: Es handelt sich um Theodor Blank, der im ersten Handbuch „Sicherheitsbeauftragter der Bundesregierung“ als Beruf angab, sich jetzt aber wieder schlicht als „Gewerkschaftssekretär“ bezeichnet. War er so pessimistisch, als das Handbuch Redaktionsschluß hatte? H.B.