Es ist falsch, als Ergebnis der Berliner Konferenz die stillschweigende Anerkennung des Status quo durch beide Seiten festzustellen. Diese Feststellung ist eine einseitige westliche Illusion Eine Stabilisierung kann erst erfolgen, wenn ein Gleichgewicht der Kräfte hergestellt ist, und dieses kann nur durch die Verwirklichung der europäischen Verteidigungsgemeinschaft erreicht werden. Aber auch dann kann von einer Entspannung noch keine Rede sein. Sie wird erst eintreten, wenn die widernatürliche Teilung Deutschlands beseitigt ist.

Heute von einem entspannten Status quo zu sprechen, ist also ein mehrfacher Widersinn. Weder hat sich Moskau zu einer Achtung des Status quo bekannt, noch hat der Westen die Möglichkeit, den bestehenden Zustand zu sichern, noch ist Deutschland bereit, sich mit ihm abzufinden. Keine deutsche, auch keine sozialdemokratische Regierung kann den nationalen Anspruch auf ein geeintes Deutschland in die Hände der Nationalisten fallen lassen, ohne ihre Existenz, das demokratische Regime und den Frieden in Europa zu gefährden.