Die „Industrie der Zauberer“, wie sich die Textilveredler selbst gern nennen, zog Jahresbilanz. Umsatz: alles in allem 660 Mill. DM, Fremdumsatz der Veredelung 453 (1952: 405) Mill. DM bei knapp 12 Mrd. DM Jahresumsatz von Gesamttextil. 1953 habe es, wie Dr. Guido Ziersch als Verbandsvorsitzer der deutschen Textilveredelungsindustrie mitteilte, zwar eine Mengenkonjunktur gegeben und es wurde eine 15 v. H.-Umsatzsteigerung erreicht, aber die Wertumsätze wären nur um 12 v. H. gestiegen. Obwohl gleichzeitig der Zug zur Qualität und damit der Übergang zu teureren Sortimenten angehalten habe, sei das DM-Ergebnis weniger befriedigend, zumal es die Durchführung der erforderlichen Investitionen in den 350 Betrieben der Textilveredlung nicht in vollem Umfange decken könnte.

Dieses Faktum, gemischt mit scharfem Wettbewerb innerhalb der Inlandsbetriebe beziehungsweise der Auftraggeberseite „mit marktmäßigem Übergewicht“ und ausländischer Ware, veranlaßte die Lohnveredler auf ihrer Jahrestagung erneut, sich von der Hoffnung auf ein Preiskartell bezaubern und vielleicht auch verzaubern zu lassen. Die Lohnveredlung erwarte vom kommenden Kartellgesetz, so wurde erklärt, daß es ihr die Möglichkeiten zu Preisvereinbarungen eröffne, die in der Lohnveredlung die Voraussetzungen zu einem gesunden Leistungswettbewerb bilden. Hierzu wurde kommentierend gesagt, daß Preisvereinbarungen „das Pfuschen in den Qualitäten“ eindämmen würden. Offenbar macht in der Industrie der Zauberer der faule Zauber einiger Mitglieder rechte Sorge. Ob der Weg über ein Preiskartell die richtige Heilmethode gegen Pfuscher ist, kann wohl nur mit Skepsis registriert werden. rlt.