DIE ZEIT

Stärkt den Grenzschutz!

Die Berliner Konferenz schloß mit einer Empfehlung an die beteiligten Mächte, durch Verhandlungen der vier Oberkommissare eine größere Freizügigkeit von Gütern und Personen zwischen der Sowjetzone und der Bundesrepublik zu ermöglichen.

Berlin – das sind wir

Die Scheinwerfer, die auf Berlin gerichtet waren, sind erloschen. Viele Wochen lang wurde der Name der ehemaligen Reichshauptstadt in allen Sprachen der Welt genannt.

Sträter – brutal

Hat doch Landesminister Sträter, als er jüngst vor der Fernsehkamera befragt wurde, ob er seinen Satz, der soviel Anstoß erregt hätte, auch heute noch genau so aufrecht halten wolle, erwidert: Ja, das wolle er; genau so! Sein Satz hatte gelautet, daß er, der Minister in Nordrhein-Westfalen, gegen die „Verkehrsverbrecher mit brutalen Mitteln“ vorgehen werde.

Ohne Raum

In der Schuldebatte der Hamburger Bürgerschaft beschwerte sich der frühere Schulsenator Landahl, daß die Wiedereinführung der vierjährigen Grundschule 62 neue Schulräume erfordert.

Das Schlagwort Entspannung

Im Gegensatz zu der amtlich verkündeten und allgemein angenommenen Auffassung erscheint uns die Lage Deutschlands, Europas und der westlichen Welt überhaupt nach der Berliner Konferenz gefährdeter als vorher.

Bonner Seelenspiegel

Cotta hat das Handbuch des zweiten deutschen Bundestages herausgegeben, das die Lebensläufe der Abgeordneten – von diesen selbst im Telegrammstil abgefaßt – enthält.

Begegnungen auf der Insel Bali

Zu meiner Enttäuschung hatte ich vernommen, daß die Hahnenkämpfe – der traditionelle Sport von Bali – verboten sind. Als ich aber am ersten Morgen, lange vor Sonnenaufgang, einen Chor von Hähnen krähen hörte, ahnte ich, was dieses Verbot wert war.

ZEITSPIEGEL

Zu der durch die Vietminh-Offensive kritisch gewordenen Lage der französischen Unionstruppen in Indochina brachte die bekannte französische Tageszeitung L’Est Republicain die folgende verblüffende Schlagzeile: „Völlig verwirrt durch die Schnelligkeit des französischen Rückzuges treten die Vietminh von Luang Prabang auf der Stelle.

Italiens starker Mann

Mario Scelba, der neue italienische Regierungschef, ist ein treuer Sohn der katholischen Kirche und ein aufrichtiger Demokrat.

Was sonst noch geschah

Amerika hat die Zahl der in Französisch-Marocko stationierten Atom-Düsenbomber vom Typ B-47 auf hundert erhöht. Wie der Kommandeur des Fliegerhorstes Sidi Slimane mitteilte, sind die Bomber in der Lage, im Falle eines Krieges Atom- und Wasserstoffbomben über Tausende von Kilometern hinweg ins feindliche Hinterland zu tragen.

Was die Jugend liest

DasEMNID-Institut für Meinungsforschung in Bielefeld hat eine Befragung von Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren durchgeführt.

Betriebsrat der Behörden

Nun hat der Gesetzentwurf über die Personalvertretung, der die Kompetenzen der Betriebsräte (Personalräte) in den öffentlichen Verwaltungen und Betrieben regelt, den ersten Durchgang im Bundesrat schon zum zweiten Male mitgemacht.

Krach in Belgrad

Das Belgrader kommunistische Hauptorgan Borba hat entdeckt, daß der bisher hoch gerühmte Dichter Oskar Davitscho „unter dem Deckmantel der Kunst Konzeptionen in die Öffentlichkeit geschmuggelt hat, die das Zentralkomitee auf seiner II.

Das schweigsame Finanzamt

Als Beitrag zur Diskussion über die „Große Steuerreform“ wird DIE ZEIT in einigen Aufsätzen zu verschiedenen Problemen der Steuerpolitik und der Steuerpraxis Stellung nehmen.

Jetzt Kultura?

Wenn Molotow in Berlin auch nicht erreichte, daß sich die Regierungen von Bonn undPankow an einen Tisch setzten, so ist es doch ein gewisser Erfolg seiner Taktik, daß auf einzelnen Lebensgebieten ein „Austausch“ zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetzone organisiert werden soll.

Kleines Schloß a.D.

Im Hof hätte gut die Meute an den Riemen zerren können, es war aber nur ein Fahrradständer da. Über dem schwellenden Portal hatte man einst einen Spruch in den Sandstein gemeißelt, irgend etwas Französisches.

Gelehrter und Grandseigneur

Wir sitzen Fedor Stepun in seiner Münchner Wohnung gegenüber. Ein mächtiger Mann. Auf breiten Schultern der weißhaarige Kopf eines Patriarchen, eines Bojaren altrussischen Stils und zugleich eines Gelehrten und Dichters.

Rudolf Hagelstange:: Gefiederter Schnee

Das Gedicht ist dem im Insel-Verlag erschienenen Band „Zwischen Stern und Staub“ entnommen, der ein eindrucksvolles Bild der Entwicklung des Dichters seit dem „Strom der Zeit“ von 1948 gibt.

Das west-östliche Atom

Ein Abend im Februar 1953, ostwinddurchweht, mit scharfem Frost. Der Wagen rollt die breite, verschneite Heerstraße entlang, in die wunderliche Einsamkeit jener Grunewaldstraßen und -alleen, die ihre Namen nach 1918 erhielten, als der deutsche Osten zum erstenmal vom Reich abgetrennt war.

Entschleierte Geschichte

Vielleicht hat eine Besorgnis vor Mißverständnissen Hans Schweikart bewogen, seine Inszenierung von Arthur Millers „Hexenjagd.

August Macke in Holland

Als nach dem Krieg die deutsche Kunst vor 1933 wiederentdeckt wurde, stieg auch August Mackes Stern glänzend auf. Schon 1947 zeigten die rheinischen Städte unter den ungünstigsten Umständen große Teile seines nachgelassenen Werkes.

Steh’ auf und geh’!

Ein Buch ist diesmal anzuzeigen, das weitaus mehr wert ist, als es kostet. Denn es ist sowohl ein gut geschriebenes als auch ein gutes Buch: Steh auf und geh von Hervé Bazin, kongenial übersetzt von Hermann Schreiber, herausgebracht vom Verlag Herold, Wien und München, 384 Seiten in Leinen, für 11,80 DM.

Mit dem Paß des Dalai Lama

Das Bücherschreiben hat sich zumindest seit dem Ende des zweiten Weltkrieges dem Tempo der Zeit angepaßt....................

Ballade von einem Mann, der hinauf will

Knapp sieben Jahre ist Hans Fallada tot – aber manchmal scheinen es schon siebzig Jahre zu sein. Nicht etwa, daß die Bücher des großen pommerschen Dichters heute nicht mehr gelesen würden: Falladas letzte Romane „Der Trinker“ und „Jeder stirbt für sich allein“ sind zwar keine Bestseller geworden, haben aber eine gute Auflagenhöhe erreicht; die Bücher, die ihm Weltruhm brachten: „Kleiner Mann, was nun?“, „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“, „Wolf unter Wölfen“ sind als Taschenbücher in viele tausend Hände gelangt; und eben jetzt gibt der Südverlag (München-Constanz) jenen Roman heraus, den Fallada, der „Unerwünschte“ während des Dritten Reiches in der Berliner Illustrierten veröffentlichen durfte, der damals „Die Frauen und der Träumer“ und heute Ein Mann will hinauf (601 S.

Niedersachsen: Ein Präsident

Der Regierungspräsident von Stade, Dr. Harm, bewies an einem kalten Wintermorgen kurz hinter der Grenze des Landes Bremen auf der Autobahn Bremen–Hamburg 15 Omnibusfahrgästen, wo nach seiner Meinung in einer Demokratie die Staatsgewalt anfängt und der Privatmann aufhört.

Hesse: Einhards Basilika wiederhergestellt

Die kleine Klosterkirche von Michelstadt-Fürstenau (entstanden zwischen 827 und 840), die seit der Reformation allerlei profanen Zwecken diente und seit 1949 wieder als Baudenkmal der Besichtigung offensteht, hatte sich der Vertraute des großen Karl, der Biograph Einhard, ursprünglich zur letzten Ruhestatt ausgewählt.

Warum sie demonstrierten

In der letzten Woche haben etwa zweihundert Bewohner des jüdischen Lagers Föhrenwald versucht, gegen das American Joint Distribution Committee in München, eine der größten jüdischen Hilfsorganisationen, zu demonstrieren.

Ein starker Hirtenbrief

Während Bischof D. Dr. Dibelius, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, nach der Berliner Konferenz seiner Kirche das Amt der tröstenden Seelsorge für die enttäuschte, zu 90 Prozent evangelische Bevölkerung Mitteldeutschlands auferlegte, hat der Schulkampf mit der katholischen Kirche in Niedersachsen bereits über das Land hinaus Wellen geschlagen.

Hansestädte: Wie ordinär

In diesen Tagen wird dem Hamburger Honorarkonsul der Dominikanischen Republik, Herrn Otto Larssen, ein hoher dominikanischer Orden verliehen.

Schleswig-Holstein: Die Jagd auf den Schnaps

Drei Männer stehen am Kai von Brunsbüttelkoog und sehen mit zusammengebissenen Zähnen zu, wie der deutsche Zoll die Ladung ihres Schiffes an Deck bringt: 12 000 Liter geschmuggelter Alkohol aus Holland.

Neue Bayernanleihe

Der bayerische Finanzminister strebt offenbar den Ruf eines rücksichtslosen, dafür aber erfolgreichen Finanziers an. Daß dies einen Staatsminister nur wenig ziert, geniert ihn offenbar nicht, zumal seine erste Bayernanleihe, wenn auch verspätet, ihm doch noch Anerkennung eingebracht hat.

Hoffnungen

Die „Industrie der Zauberer“, wie sich die Textilveredler selbst gern nennen, zog Jahresbilanz. Umsatz: alles in allem 660 Mill.

Schlußstrich unter die Kriegsfolgen

Gesetztechnisch hat sich bei uns der Begriff des „Kriegsfolgenschlußgesetzes“ eingebürgert; man meint damit, daß eine Art Schlußstrich unter die Kriegsfolgen, für die der Staat in irgendeiner Form noch haftbar ist, gezogen werden sollte.

Kurzsichtig

Man spricht in der letzten Zeit viel von der Diskriminierung der Aktie. Hierbei richten sich die entsprechenden Vorwürfe im allgemeinen an die Adresse des Staates.

Weiter aufgelockerte Devisenzwangswirtschaft

Nicht jeder Ausländer, dem jetzt durch die Reihe von Transfererleichterungen, wie sie die Bank deutscher Länder in den letzten Monaten geschaffen oder angekündigt hat, die Möglichkeit gegeben ist, sein Geld nach Hause zu bringen, zeigt hierzu Neigung.

Falsche Mitbestimmungs-Eile

Um es gleich vorweg zu sagen: Wir halten die Bemühungen des Bundestagsabgeordneten der CDU, Säbel, auf der Parlamentsebene das Mitbestimmungsgespräch wieder anlaufen zu lassen, für einen bedauerlichen Fehler.

Köln zeigt Neobarock

Eine Möbelmesse ist nicht nur ein wirtschaftliches Ereignis. Sie kann sich darum auch nie einer Stilkritik entziehen. Die soeben beendete Kölner Möbelmesse (19.

Wiens Messe wirbt

Die Internationale Wiener Messe soll in diesem Jahr besonders intensiv die vielfältigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Westdeutschland und Österreich unterstützen und festigen.

NWK in Emden

Wie Dir. Kelsch, NWK-Hamburg, in Aurich mitteilte, werden die NWK im Zuge der Verwirklichung des von der Bundesregierung und dem Lande Niedersachsen gefaßten Planes der wirtschaftlichen Entwicklung des Emslandes im Binnenhafen von Emden in der Nähe des Kohlenkais ein kombiniertes Torf- und Steinkohlenkraftwerk errichten.

Holland in der Expansion

Die holländische Wirtschaft hat 1953 nicht schlecht abgeschnitten. Wenn man will, kann man das zurückliegende Jahr sogar als ausgesprochen günstig bezeichnen, wobei gewiß von ausschlaggebender Bedeutung ist, daß für die weitere Entwicklung eine durchaus positive Prognose gestellt werden kann.

Deutschland in Sao Paulo

Das Dunkel, das lange Zeit über die geplanten Feierlichkeiten anläßlich des vierhundertjährigen Bestehens der Brasilianischen Handelsmetropole São Paulo gebreitet war, scheint sich nunmehr zu lichten.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin, berichtet:: USA: Sinkende Einkommen

Seit Beginn dieses Jahres haben sich die Gegensätze im internationalen Konjunkturverlauf verschärft. Konnte man im vergangenen Jahr die Unterschiede im konjunkturellen Klima noch mit graduellen Abweichungen im wirtschaftlichen Fortschritt der westlichen Länder genügend kennzeichnen, so reicht eine derartige Charakterisierung für die inzwischen unverkennbar gewordene konjunkturelle Spaltung der westlichen Welt in Länder mit weiter hoher oder sogar verstärkter wirtschaftlicher Aktivität (Westdeutschland, Großbritannien) und Länder mit eindeutigen Rückschrittstendenzen (USA, Frankreich) nicht mehr aus.

Rohstofftendenz der Woche

In der Berichtswoche kam es bei Kaffee und Kakao erneut zu ziemlich starken Preisanstiegen. Bei den übrigen hier. notierten Waren jedoch überwogen die Preisrückgänge.

Baustahlgewebe

In den verschiedensten Sparten des Bauwesens hat in den letzten Jahren Baustahlgewebe (ein geschweißtes Geflecht von Walzdraht verschiedener Durchmesser) erstaunliche Erfolge aufzuweisen.

„Eingespritzter“ Goliath...

Als die rührige und wendige Bremer Goliath-Werk GmbH auf der vorjährigen Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt überraschend bei ihrem Zweitaktmotor mit der Benzineinspritzung aufwartete, stand die Masse der deutschen Pkw-Fahrer dieser Neuentwicklung verhältnismäßig ratlos gegenüber, zumal man Einspritzpumpen bislang in erster Linie nur bei Hochleistungs-Viertaktmotoren einbaute.

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