Im Hof hätte gut die Meute an den Riemen zerren können, es war aber nur ein Fahrradständer da. Über dem schwellenden Portal hatte man einst einen Spruch in den Sandstein gemeißelt, irgend etwas Französisches. „Sans souci“ war es bestimmt nicht, schon eher „honi soit, qui mal’ y pense“ jedenfalls etwas in dieser Art, aus der sich leicht entnehmen ließ, wie sich der Fürst die Gestaltung seiner Tage hier gedacht hatte. Es war gewiß ein sehr lustiger Fürst, und ich liebte ihn noch nachträglich, obgleich sich nicht einmal sein Name ermitteln ließ, denn das Amt, das hier einquartiert war, hielt mehr von sich als vom Absolitismus.

In den Nischen des Vestibüls gab es noch schmale Bänke für Lakaien. Sie standen natürlich leer. Wer hätte es auch heute noch mit seinem Selbstgefühl vereinbaren können, darauf Platz zu nehmen, außer dem alten Professor, der seine Studien machte. In der Sänfte, deren Lack abblätterte, hatte man Akten auf den Sitzen gehäuft. Der Boden diente als Abstellraum für leere Milchflaschen.

Der Pförtner war freundlich und ohne Sachkenntnis. Er wies mit dürrem Finger auf Apoll und Diana-, die die Flügeltür zum Treppenhaus zierten. Das Geländer war abgegriffen und zeigte eine derbe Maserung. Es schwang sich auf geschnitzten Pfosten einem hohen Fenster voll kleiner Scheiben entgegen, lief in rascher Wendung an ihm vorbei und erreichte mit Grazie eine weite Halle im oberen Geschoß.

Im Salon. – Raschelnder Taft. Das Zirpen eines Spinetts. Kerzen, Kristall und ein: Schmuck aus Mondsteinen. Komödianten im Park und ein Abend wie das Innere einer Hand. Weiße Perücken und Degen in Perlmutter und Elfenbein.

„Demoiselle sind so schön! Wen anders dürfte man der Anadyomene vergleichen?“

Welch eine Konversation! Mit den Wimpern, den Nasenflügeln, den Fingerspitzen und dem Fächer!’

„Wünschen Sie etwas?“