Man spricht in der letzten Zeit viel von der Diskriminierung der Aktie. Hierbei richten sich die entsprechenden Vorwürfe im allgemeinen an die Adresse des Staates. Das ist berechtigt. Man sollte aber auch nicht vergessen, daß die Verwaltungen der Aktiengesellschaften ebenfalls noch sehr viel tun könnten, um die Aktie beim Publikum wieder beliebter zu machen. So hört man jetzt, daß die im Wege der Entflechtung aus den Vereinigten Stahlwerken ausgegliederte Rheinstahl-Union Maschinen- und Stahlbau A.G., Düsseldorf, die immerhin, über ein AK von 55,2 Mill. DM verfügt, ihre Aktien nur an der Börse in Düsseldorf einzuführen gedenkt. Andere Montangesellschaften wollen dem Vernehmen nach eine gleiche Zurückhaltung üben. An den übrigen deutschen Börsen dürfte auf diese Weise das Interesse an solchen bedeutsamen Papieren zurückgehen. Die außerhalb des Reviers wohnhaften Aktionäre, vielleicht auch die Banken in Nord- und Süddeutschland, werden für diese Papiere wenig Neigung haben, wenn sie nicht unmittelbar laufend die Kursgestaltung überwachen und beeinflussen können. Zur Pflege eines Papiers gehört nun einmal ein breiter Markt. Das werden die Gesellschaften, wenn sie einmal an die Kapitalmärkte herantreten müssen, auch zu spüren bekommen. Es wird dann aber zu spät sein;Unterlassungssünden der Vergangenheit lassen sich nicht so schnell wieder gut machen. Rg.