Dem Wochenbericht über die Weltrohstoffmärkte der Hamburger Kreditbank AG, dem Nachfolge-Institut der Dresdner Bank in Norddeutschland, entnommen:

In der Berichtswoche kam es bei Kaffee und Kakao erneut zu ziemlich starken Preisanstiegen. Bei den übrigen hier. notierten Waren jedoch überwogen die Preisrückgänge. Vor allem trat auf den US-Getreidemärkten keine Exportbelebung ein. Da in den USA mit großen Einlagerungen von preisgestütztem Weizen gerechnet wird, sollen weitere 180 Schiffe der Reserveflotte der US-Maritime Administration als zusätzliche Lagerräume benutzt werden. Präsident Eisenhower ratifizierte ein Gesetz, durch das der Commodity Credit Corporation bis zur endgültigen Bewilligung der Erhöhung der Kreditlinie von 6,75 Mrd. $ auf 8,5 Mrd. $ vorläufig weitere 681,7 Mill. $ zur Verringerung des Angebots bewilligt werden. Allerdings sind Rückwirkungen dieser Maßnahmen auf den Rohstoffmärkten noch nicht deutlich festzustellen. Fest dürfte jedoch stehen, daß hierdurch eine Angebotsverringerung erreicht und ein zu starker Preisrückgang vermieden wird. Die sich hieraus ergebenden günstigen konjunkturpolitischen Einflüsse liegen auf der Hand. Die NE-Metallmärkte in den USA weisen eine schwache Verfassung auf, was auf den Rückgang der Auftragseingänge in der US-Industrie, verbunden mit dem Steigen der Arbeitslosigkeit, zurückzuführen sein dürfte. Belebend für die Dollarmärkte dürfte die Teilliberalisierung der Dollareinfuhren der Bundesrepublik sein, da sich voraussichtlich die deutschen Importe u. a. von Wolle, Baumwolle und Kakaobohnen erhöhen werden.

Einen Überblick über die Preisentwicklung in der Woche vom 15. bis 20. Februar 1954 vermittelt nachstehende Tabelle!

Von den 23 notierten Welthandelsgütern war bei vier die Tendenz leicht bis stark steigend und bei 16 leicht schwächer bzw. schwächer. Die Preise von 3 der notierten Waren, nämlich Aluminium, Kupfer und Zinn, waren konstant.

Getreide: Die US-Getreidemärkte waren in der Berichtswoche durch eine deutliche Schwächetendenz gekennzeichnet. Ausgelöst wurde ein Verkaufsdruck bei Weizen durch die Meldung über angebliche brasilianische Weizenkäufe in der Türkei und Kanada. Meldungen über Regenfälle in den Weizenanbaugebieten führten später zu rückläufigen Notierungen. Der etwa Mitte September 1953 begonnene Preiskampf auf dem Weizenmarkt zwischen den USA und Kanada scheint sich fortzusetzen. Nachdem Kanada in der Berichtswoche den Exportpreis für Weizen bei Verschiffung von den Häfen der Ostküste gesenkt hat, wurde in den USA die Ausfuhrsubventionierung für IWA-Weizen um 4 bzw. 6 c/bu bei Verschiffung von den Goldhäfen bzw. den Atlantikhäfen erhöht, um die Konkurrenzfähigkeit des US-Weizens aufrechtzuerhalten.

NE -Metalle: Kennzeichnend für den New Yorker NE-Metallmarkt war die zunehmende Zurückhaltung der Verbraueher. In London festigten sich Anfang der Woche die Notierungen für Zinn und Kupfer, als die geringen Bestände der Börse veröffentlicht wurden. Die anfangs lebhaftere Kauftätigkeit ließ aber im allgemeinen zum Wochenende nach.

Aluminium; Die Aluminiumausfuhr Kanadas 1953 hatte einen Wert von 174,9 Mill. S. Die Einfuhren Großbritanniens, das bisher der größte Abnehmer von kanadischem Aluminium war, sind 1953 im Vergleich zum Vorjahr um rd. 27 v. H. zurückgegangen, demgegenüber sind die Einfuhren der USA aus Kanada um rd. 111 v. H. gestiegen.