Braunschweig-Hannoversche Hypothekenbank stellt Kapitalerhöhung in Aussicht. Die Braunschweig-Hannoversche Hypothekenbank, Hannover, die für 1953 eine Dividende von 7 (I. V. 6) v. H. auf das erhöhte Grundkapital von 3 Mill. DM (die neuen Aktien nehmen erst ab 1. Juli 1953 an der Dividende teil) vorschlägt, konnte bei erheblicher Ausweitung des Bilanzvolumens ihre Ertragslage weiter festigen. Nach Abzug der Aufwendungen verbleibt ein Gewinn von 0,53 (0,21) einschl. 0,04 Vortrag, woraus den Rücklagen 0,28 zugeführt werden soll, der Rest steht für die Dividende und zum Vortrag zur Verfügung. Die in den ersten Monaten 1954 erfolgten Pfandbrief-Verkäufe haben die gesetzliche Umlaufgrenze nahezu erreicht, so daß nur durch die inzwischen erfolgte gesetzliche Regelung über die vorübergehende Ausweitung der Umlaufgrenze auf das Dreißigfache des Eigenkapitals die Gefahr der Lahmlegung des Emissionsgeschäftes vorläufig behoben ist. Trotz der Ausweitung der Umlaufgrenze für Pfandbriefe wird eine weitere Kapitalerhöhung in absehbarer Zeit nicht zu umgehen sein.

Umsatzzunahme bei Brown-Boveri. Die Brown-Boveri & Cie AG, Mannheim, die der HV am 23. Juni eine auf 9 (1. V. 6) v. H. erhöhte Dividende auf 36 Mill. DM AK vorschlägt, teilt in ihrem Geschäftsbericht für 1953 mit, daß trotz rückläufiger Entwicklung der Verkaufspreise der Umsatz des Vorjahres erheblich übertroffen wurde. Bei schärfer werdender Konkurrenz war der Auftragseingang zufriedenstellend. Das Bahngeschäft war belebt. Die Deutsche Bundesbahn hat für den Ruhr-Schnellverkehr eine Anzahl dreiteiliger Triebzüge bestellt, an deren Entwicklung BBC stark beteiligt ist. Dagegen hielt die Bahn mit der Bestellung von Lokomotiven zurück. Man könne allerdings erwarten, so heißt es weiter, daß die für das beschlossene Elektrifizierungsprogramm der Bundesbahn erfoderlichen Lokomotiven demnächst in Auftrag gegeben werden. Die Gesellschaft ist an dem Fahrleitungsbau für die Neu-Elektrifizierung der Strecken Nürnberg–Würzburg–Aschaffenburg, Basel–Heidelberg und im Ruhrgebiet entsprechend beteiligt. Im Kühlanlagen- und Kühlmöbelgeschäft konnte der Umsatz im In- und Ausland beachtlich erhöht werden, Bei einem entsprechend dem höheren Umsatz auf 109,62 (92,77) – in Mill. DM – erhöhten Rohüberschuß (nach Organschaftsabreduung) und ebenfalls höheren Zinserträgen von 2,30 (1,72), denen 71,56 (65,76) für Löhne, und Gehälter, 19,44 (16,16) für Steuern gegenüberstehen; verblieb nach 6,35 (5,41) Anlageabschreibungen und nahezu verdoppelt 4,56 (2,54) Zuweisung an die BBC-Unterstützungseinrichtung GmbH ein Jahresgewinn von 3,24 (1,8); es ist der Betrag, der für die Dividendenzahlung benötigt wird. Auch das Geschäftsjahr 1954 hat sich bei der BBC bisher in Auftragseingang und Umsatz günstig angelassen.

Rheinstahl trennt sich von ihrem Farbenbesitz. Die Rheinischen Stahlwerke, deren Vorschläge zur Kapitalumstellung an die HV nunmehr in absehbarer Zeit bevorstehen, kündigen eine interessante Maßnahme in der Neuordnung ihres Beteiligungsbesitzes an. Die Gesellschaft beabsichtigt, sich von der Masse ihres Farbenbesitzes zu trennen und diese Werte zur Erweiterung ihrer Interessen in der Eisenverarbeitung zu benutzen. Die Gesellschaft hat ihren IG-Farben-Besitz in dem Bericht an ihre Aktionäre im Dezember 1953 mit rd. nom. 26,2 Mill. RM angegeben. Ein Bankenkonsortium bietet nun im Namen von Rheinstahl den Aktionären der Rheinstahl-Union Maschinen- und Stahlbau Aktiengesellschaft, Düsseldorf, den Umtausch ihrer Aktien in Aktien der IG-Nachfolgegesellschaften – Badische Anilin, Farbenfabriken Bayer, Farbwerke Hoechst – an. Für das Wertverhältnis des Umtausches sind die amtlich notierten Einheitskurse der Aktien an der Düsseldorfer Börse vom 10. Juni maßgebend. Der Umtausch wird beiderseits es Dividende 1953 vorgenommen, weil der Stoptag für alle vier Gesellschaften in die Umtauschfrist fällt. Bei der Verrechnung werden daher die Einheitskurse um den entsprechenden Dividendenabschlag gekürzt. Von besonderer Bedeutung ist, daß den tauschwillgen Rheinstahl-Union-Aktionären ein Zuschlag von fünf Punkten geboten wird, sie erhalten damit Gelegenheit, zu vorteilhaften Bedingungen Farbenaktionär zuwerden.

Organisatorische Neuordnung bei Krupp. Die durch die Nachkriegsereignisse bei der Firma Fried. Krupp notwendig gewordene Umorganisation ist in diesen Tagen abgeschlossen worden, Die Leitung der Firma liegt in Händen von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, der bereits im Jahre 1943 Alleininhaber der Firma geworden ist. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach ernannte zu seinen ständigen Vertretern und Generalbevollmächtigten Dr. Friedrich Janssen, der zu den alten Mitarbeitern des Hauses gehört, und Berthold Beitz, der vor einiger Zeit vom Vorstand der Vereinigten Lebensversicherungs-AG für Handwerk, Handel und Gewerbe und der Iduna-Germania-Versicherungsgesellschaft in die Leitung von Krupp übergetreten ist. Zur Führung der Geschäfte wurde ein Direktorium gebildet, dem als ordentliche Mitglieder angehören: Dr. Hans Hermann (Maschinenbau und Verarbeitung), Dr. Hans Kallen (Metallurgie), Dipl. Volkswirt J. Schroeder (Finanzen), Dr. Hermann Vaillant (Beschaffung und Absatz), und als stellvertretende Mitglieder: Dr. Paul Hansen (Krupp-Technik) und Dr. Hermann Hobrecker (Verwaltung). Ferner sind zur Leitung von Hauptabteilungen bestellt worden: L. von Bellersheim (Krupp-Export) und Bergrat a. D, Horst Weigelt (Rohstoffe). Das Direktorium ist ein gesamtverantwortliches Gremium, dem die Hauptabteilungen und die verselbständigten Betriebe unmittelbar unterstehen. Alfried Krupp unterstehen folgende Abteilungen direkt: Rechtsabteilung,Patentbüro, Revisionsabteilung, Presse und Werbung sowie die Verbindungsstelle Bonn,

Die Donaukraftwerk Jochenstein AG, Passau, die am 15. Februar 1952 gegründet wurde, kommt mit dem Bau, dessen Gesamtkosten der erste Geschäftsbericht auf 224 Mill. DM beziffert, rasch vorwärts Bereits 1952 erhielten deutsche Firmen Aufträge über 57,5 Mill. DM, österreichische für 255 Mill. Schillinge. Von dem Grundkapital von 30 Mill. DM waren bis zum 31. Dezember 1952 erst 5,5 eingezahlt, während von der Rhein-Main-Donau AG München und der österreichischen Elektrizitäts-Wirtschaft AG Wien, die je zur Hälfte am AK beteiligt sind, noch 14 bzw. 10,5 Mill. DM ausstanden. Das Kraftwerk wird bei einer Gesamtleistung von 140 000 kW eine Jahresarbeit von 940 Mill kWh erreichen.

Rütgerswerke: 8 v. H. für 1953. Der AR der Rütgerswerke AG (Teerproduktenfabrikation) in Frankfurt/M. hat den Abschluß für 1953 genehmigt. Der HV am 25. Juni wird vorgeschlagen, für 1953 eine auf 6 (I. V. 4) v. H. erhöhte Dividende zu verteilen, Die derzeitige Geschäftslage wird als zufriedenstellend bezeichnet.