Die Rudolph Karstadt A. G., Hamburg, Berlin und Essen, hat im Geschäftsjahr 1953 eine weitere Umsatzausweitung erzielt. Die Einzelhandelsumsätze lagen um 15,5 v. H. über dem Vorjahr. Der Wiederaufbau der Geschäfte wurde, fortgesetzt; die am 31. Dezember 1953 vorhandene Verkaufsfläche betrug 144 28? qm gegenüber 136 432 qm am 31. Dezember 1952. Bei Kriegsbeginn waren, bezogen auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik und Berlin, rd. 209 000 qm vorhanden. Neben einem erhöhten Rohertrag von 139,91 (161,10) – in Mill. DM – sind ao. Erträge erheblich höher mit 5,85 (5 Mill. aus Auflösung von Rückstellungen) ausgewiesen. Es verbleibt ein Reingewinn von 5,11 (4,24), der sich um den Vortrag auf 6,20 (5,29) erhöht. Hieraus soll eine erhöhte Dividende von 8 1/2 v. H. (7 v. H.) auf 60 Mill. DM Grundkapital verteilt werden. Ein Betrag von 2,70 ist für die Beteiligung der Belegschaft am Ertrag (70 v. H. des im Dezember bezogenen Bruttogehaltes) vorgesehen.

In der HV der Dyckerhoff-Portland-Zementwerke AG, Wiesbaden-Amöneburg, am 16. Juni wurde der Abschluß für 1953 genehmigt, wonach eine erhöhte Dividende von 9 (7) v. H. auf das Aktienkapital von 26,4 Mill. DM verteilt wird. Der Vorsitzende des Vorstandes, Alexander von Engelberg, wandte sich gegen ein absolutes Verbot von Kartellen und forderte statt dessen eine elastische Kartellgesetzgebung, die Krisenkartelle zulassen müsse. Die Geschäftsentwicklung im laufenden Geschäftsjahr beurteilte von Engelberg als noch ungewiß. Der geplante Fortfall der 7c-Vergünstigungen würde zunächst eine Einschränkung des Bauvolumens zur Folge haben. Von Engelberg glaubt jedoch nicht, daß die Zementindustrie schon in diesem Jahr von der Baueinschränkung betroffen werde.

Die HV der Concordia-Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft, Köln, beschloß, für die Geschäftsjahre 1951 und 1952 eine Dividende von je 6 v. H. auf das von 2 Mill. RM auf 0,70 Mill. DM umgestellte Grundkapital zu verteilen. Bereits im Herbst 1952 war ein Versicherungsbestand von rd. 500 Mill. DM vorhanden; er erhöhte sich auf z. Z. 700 Mill. DM und übersteigt den Vorkriegsbestand um 200 Mill. DM. Seit der Währungsreform sind den Altversicherten rd. 4 Mill. DM aus den Gewinnen zugeflossen. In der Gewinnreserve standen Ende 1952 weitere 6,28 Mill. DM.

Innerhalb der Gerling-Versicherungsgruppe sind zwei neue Gesellschaften gegründet worden, die „Gerling-Konzern, Globale Versicherungs AG“, Köln (AK 10 Mill. DM) und die neue „Gerling-Konzern Spezial-Versicherung AG.“, Köln (AK 6 Mill. DM). Die „Globale“ befaßt sich mit Rückversicherungsgeschäften, die „Spezial“ wird sich mit Rückversicherungsgeschäften spezieller Art in der Kredit-, Garantie-, Kautions-, Vertrauens- und Vermögens-Schadenversicherung befassen. In den AR der beiden Gesellschaften sind Oskar Eilemann, Düsseldorf; Bankdir. Dr. Hanns Deuss, Düsseldorf? Dr. Joseph Horatz, Köln; Erhard Vitger, Köln, und Otto Wolff von Amerongen, Köln. Dem AR der „Globale“ gehört außerdem an Fritz Berg, Altena (Westfalen), dem AR der „Spezial“ Werner Schoeller, Düren (Rhld.).

Umsatzsteigerung bei Scheidemandel-Motard. Trotz schärferen Wettbewerbs konnte die Scheidemandel-Motard-Werke AG (Chemische Fabriken) in Berlin im Geschäftsjahr 1953 den Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr mengenmäßig um etwa 48 v. H., wertmäßig um etwa 28 v. H. steigern. Auch das Exportgeschäft hat zugenommen. Die rückläufigen Preise haben allerdings zu einer starken Minderung der Erlöse geführt? sie konnte durch den erhöhten Umsatz und die Senkung der Gestehungskosten infolge Modernisierung der Anlagen ausgeglichen werden. Die Verwaltung schlägt der HV am 12. Juli vor, für 1953 eine auf 7 (i. V. 5) v. H. erhöhte Dividende zu verteilen.

Bundes-GmbH wurde privatisiert. Die „Tilly-“-Strumpffabrik GmbH, Kiel, wurde am 16. Juni aus dem Besitz der bundeseigenen „Deutsche Werke AG“ in die „Louis Bahner, Elbeo-Werke-GmbH“, Augsburg-Mannheim, übernommen. Das Tilly-Werk war vor drei Jahren im Zuge der Versuche zur Industrialisierung des Kieler Ostufergeländes aufgebaut worden und hat nach anfänglichen Rückschlägen in der letzten Zeit sich günstig entwickelt. Das von „Elbeo“ übernommene Gesellschaftskapital beträgt 1,8 Mill. DM. Die Privatisierung der Bundes-GmbH erfolgte im Zuge der Reorganisierung der „Deutsche Werke AG“, die mit der „Kieler Howaldtswerke AG“ fusioniert werden soll, und von der zuvor die verschiedenen Beteiligungen abgestoßen werden sollen. (U. a. wurden Anteile an der „Achgelis-AG“, Bremerhaven, und der „Weichsel-Dampfschiffahrts-AG“ schon verkauft.) „Tilly“ stellt das größte dieser Tochterunternehmen der DW dar. Wie bei der Übernahme erklärt wurde, sollen die „Tilly-Werke“ im Rahmen der „Elbeo“ selbständig bleiben, weiter produzieren und auch ihre eigenen Marken weiter vertreiben. Für die aus der Ostzone verlagerte „Elbeo“ bedeutet die Übernahme von „Tilly“ das Heranwachsen zu der mit rd. 1600 beschäftigten Menschen wohl größten deutschen Strumpffabrik.

Die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank legt Wert auf die Feststellung, daß sich das D-Mark-Grundkapital nach dem Umstellungsvorschiag bei einem Umstellungsverhältnis von 10:8 auf 26,995 Mill. DM und nicht, wie von uns in unserere Ausgabe vom 11. Juni angegeben, auf 29,960 Mill. DM beziffern wird.