Dem Wochenbericht über die Weltrohstoffmärkte der Hamburger Kreditbank AG‚ dem Nachfolge-Institut der Dresdner Bank in Norddeutschland, entnommen. Auch in der Woche vom 14. bis 19. Juni überwog eine leichte Schwächeneigung. Diese Entwicklung kommt in Moody’s Index von Warenpreisen für Stapelgüter (31. 12. 1931 gleich 100) zum Ausdruck. Er sank seit dem 17. Mai von 437,5 auf 425,7 am 17. Juni oder um 2,7 v. H. Enttäuschend war während der Berichtswoche, daß trotz Senkung der Weizenexportpreise keine Belebung der Umsatztätigkeit eintrat. Zum Abbau ihrer großen Vorräte an Agrarprodukten sollen in den USA regierungseigene Überschuß erzeugnisse bis zu einem Wert von 1 Mrd. $ gegen Zahlung in ausländischer Währung über den privaten Handel verkauft werden, und außerdem sollen derartige Erzeugnisse bis zu einem Wert von 300 Mill. $ an hilfsbedürftige Länder verschenkt werden.

Einen Überblick über die Preisentwicklung in der Woche vom 14. bis 19. Juni vermittelt nachstehende Tabelle:

Von den 23 notierten Welthandelsgütern war bei acht die Tendenz leicht bis stark steigend und bei elf leicht bis stark schwächer. Die Preise von vier der notierten Waren, nämlich Aluminium, Kupfer, Zink und Baumwolle, waren konstant.

Getreide: Nach den neuesten Meldungen sollen die Weizenimportländer unter Führung von Belgien auf der gegenwärtig in London stattfindenden Tagung des Internationalen Weizenrates den Abschluß eines neuen Internationalen Weizenabkommens gefordert haben, das sowohl hinsichtlich des Preises als auch der Mengen der Angebots- und Nachfragesituation auf dem Weltmarkt Rechnung trägt. Von dem bisherigen Internationalen Weizenabkommen werden nur etwa zwei Fünftel des internationalen Weizenhandels erfaßt Der Vorschlag der Importländer soll darauf abzielen, eine internationale Weizenkonferenz einzuberufen, an der alle Mitgliedsländer der Vereinten Nationen teilnehmen. Außerdem soll Großbritannien als das größte Weizenimportland in das neue Internationale Weizenabkommen einbezogen werden. Wie verlautet, soll Kanada diesen Plan der Importländer unterstützen. – Von den großen Getreideüberhängen und den erwarteten neuen Rekordernten dürfte auf die Dauer ein stärkerer Preisdruck ausgeübt werden. In diesem Zusammenhang haben die kanadischen Farmer zur Gewährleistung der Rentabilität ihrer Betriebe die Festsetzung von Grundpreisen für Weizen, Hafer und Gerste gefordert. Die kanadischen Weizenexporte von August 1953 bis einschließlich April 1954 liegen mit insgesamt rd. 150,1 Mill. bu etwa 25 v. H. unter denjenigen des entsprechenden Zeitraumes des Vorjahres.

NE - Metalle: Das bemerkenswerteste Ereignis auf dem New Yorker NE-Metallmarkt war die Haltung der Verwaltung der allgemeinen Dienste (GSA) in der Frage der Blei- und Zinkkäufe für die strategische Reserve. Diese Dienststelle hat bei beiden Metallen die Preisforderungen abgelehnt, und insbesondere bei Zink scheint das Angebot wesentlich größer gewesen zu sein als die Menge, die die Regierung zu kaufen beabsichtigt.

Kupfer! Der New Yorker Markt wird durch eine feste Haltung gekennzeichnet. Nach Angaben des US-Kupferinstitutes erreichten die Inlandsauslieferungen im Mai rund 111 000 sht, gegenüber 104 600 sht im April. Außerdem wird von einer beträchtlichen Abnahme der Bestände berichtet, die von 124 500 sht Ende April auf 82 000 sht Ende Mai gesunken waren. Diese Abnahme der Bestände der Hütten ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß 100 000 sht in den USA gelagerten Kupfers aus Chile in die US-strategische Reserve übernommen wurden. Für die nächste Zeit wird mit einer weiteren Verknappung des Angebots gerechnet. Die Lohnschmelzen sollen kaum noch über Juni-Kupfer verfügen und die Hütten ihre Bestände angegriffen haben. Auch der Londoner Kupfermarkt wies im allgemeinen eine feste Tendenz auf.

Schweißwolle: Sowohl der Londoner als auch der New Yorker Markt waren durch eine Schwächeneigung gekennzeichnet, obwohl die Tendenz auf den australischen Wollauktionen fest war. Die Umsatztätigkeit in London war außerordentlich gering. Es dürfte sich hierbei weniger um einen Abgabedruck gehandelt haben, sondern darum, daß die Aufnahmeneigung sehr gering war.