Vor dem strengen Antlitz des Lebens standen zwei Menschen, die beide mit ihm unzufrieden waren, und auf seine Frage: „Was erwartet ihr von mir?“ antwortete einer von den beiden Menschen mit müder Stimme:

„Ich bin über die Grausamkeit deiner Widersprüche empört, mein Verstand bemüht sich vergebens, den Sinn des Seins zu erfassen, und meine Seele verharrt vor dir, von düsteren Zweifeln erfüllt. Die Selbsterkenntnis sagt mir, der Mensch sei die beste aller Lebensschöpfungen, gleichzeitig aber bin ich unglücklich ... warum?“

„Was verlangst du von mir?“ fragte das Leben gleichgültig.

„Ich verlange Glück! Zu meinem Glück ist es notwendig, daß du die zwei grundlegenden Widersprüche meiner Seele in Einklang bringst: mein ‚ich will‘ mit deinem ‚du mußt‘!“

„Wünsche nur das, was du mir schuldest!“ sagte das Leben streng.

„Ich will nicht dein Opfer sein!“ rief der Mensch. „Ich will Herrscher über das Leben sein, und muß den Hals unter das Joch deiner Gesetze beugen – und weshalb?“

„Sprechen. Sie doch einfacher!“ sagte der andere Mensch, der dem Leben näherstand.