Die Revolte in Guatemala begann am 18. Juni, aber in Elmshorn in Schleswig-Holstein wußte man sofort Bescheid. Denn unmittelbar darauf verbreitete eine Pädagogische Arbeitsgemeinschaft in diesem Provinzstädtchen einen großen Artikel mit ausführlichem Hintergrundmaterial, aus dem die „lieben Kolleginnen und Kollegen“ unter den Lehrern, denen das Mitteilungsblatt dieser Arbeitsgemeinschaft zugeschickt wird, entnehmen können, welch schamlosen kapitalistischen Methoden die Amerikaner in Guatemala frönten, ehe diese Kriegsausweiter jetzt ihren Überfall auf die harmlosen Kommunisten in Mittelamerika in Gang setzten. „Überall dort, wo die US-amerikanischen Milliardäre ihre Profite schwinden sehen, werden sie aggressiv.“ Das sieht verdammt nach Sprachregelung aus, denn es fällt schwer, zu glauben, daß der Elmshorner Autor, der das schreibt, die vielen Zahlen und Umstände, die er anführt, um die Niedertracht der Amerikaner nachzuweisen, so schnell auf seinem eigenen Mist zum Reifen hätte bringen können. Man dürfe sich nicht immer von der Propagandafassade beeinflussen lassen, heißt es in dem Artikel der Pädagogen. Das sollten sie sich selbst zu Gemüte führen, ehe sie zur Feder greifen. A.