Die Mannesmann Aktiengesellschaft, Düsseldorf, legt zwecks Anpassung des Geschäftsjahres an das Kalenderjahr neben dem Bericht für das Geschäftsjahr 1952/53 einen für das letzte Kalenderquartal 1953 vor. Sie zahlt für den Zeitraum von 15 Monaten eine Dividende von 7 1/2 v. H. gegen 4 v. H. im Geschäftsjahr 1952, das nur 6 Monate zählte, aber andererseits für einzelne Tochtergesellschaften Erträge eines längeren Zeitraumes enthielt. Ein Vergleich ist also nicht möglich.

Der Gesamtumsatz wird für 1952/53 In der Produktion mit 1231 – alle Zahlen in Mill. DM – und für das Rumpfgeschäftsjahr mit 286 angegeben, was auf ein Gesamtjahr umgerechnet 1144 wären gegen 1135 in 1951/52. Enthalten sind in diesen Zahlen die gegenseitigen Lieferungen der Konzernfirmen an Koks, Kohle und Walzwerkerzeugnissen. Das für die Weiterverarbeitung bestimmte Halbzeug und Vormaterial belief sich auf einen Wert von 188 bzw. 43 gegen 146. Im Handel waren die Umsätze 503 bzw. 124 gegen 500. Der in der Produktion und im Handel enthaltene Gesamtexport erreichte einen Wert von 194 bzw. 68 gegen 230. Hier ist also der Rückgang auffallend. Die Gesamtumsätze erreichten nach den Quartalszahlen im vierten Quartal 1952 in der Produktion mit 330 einen Höchststand. Im zweiten Vierteljahr 1953 waren es 300 und einem weniger starken Abfall im vierten Vierteljahr 1953 dann 290. Dank einem relativ hohen Auftragsbestand konnte ein stärkerer Rückgang vermieden werden. Der Auftragsbestand steigt seit seinem Tiefstand Mitte 1953 wieder leicht an und läßt für das laufende Geschäftsjahr erhöhte Umsätze erwarten. Die Rohstahl-Produktion lag im Geschäftsjahr 1952/53 mit 1,15 Mill. t geringfügig unter der des vorhergegangenen Jahres und erreichte im Rumpfgeschäftsjahr 258 000 t. Der Gesamtumsatz an Röhren betrug 425 bzw. 97.

Die Lage des Jahres 1952/53 habe bei dem verringerten Auftragsbestand und den sinkenden Erlösen, so wird im Jahresbericht ausgeführt, die Notwendigkeit einer Selbstkostensenkung durch Rationalisierung, Modernisierung und verstärkte Investitionen gebieterisch gezeigt. Zwar habe Mannesmann dank der Auflockerung des Kapitalmarktes Anfang Juli 1953 über 8 %ige Teilschuldverschreibungen 30 Mill. beschallen können, aber diese Gelder und die Abschreibungen genügen nicht, um die erforderlichen Investitionen zu finanzieren. Eine Änderung sei erst zu erwarten, wenn die Wirtschaft aus den Fesseln der öffentlichen Ausgabenwirtschaft befreit und eine umfassende Kapitalmarkt- und Steuerreform durchgeführt würde. Die Finanz- und Steuerreform habe in mehrfache: Hinsicht enttäuscht. Unter diesen Verhältnissen sei es auch nicht leichtgefallen, einen angemessenen Dividendenvorschlag zu machen. Viele Erwägungen müßten hier aufeinander abgestimmt werden.

Die Verwaltung hat die Absicht, das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien um 80 Mill. DM zu erhöhen. Wie Generaldir. Zangen mitteilte, ist dabei nicht an eine Emission am Markte gedacht. Der Vorstand will nur die Möglichkeit haben, erforderliche Rationalisierungsmaßnahmen durchzuführen und die bewährte wirtschaftliche Zusammenarbeit im Mannesmannbereich sicherzustellen. Zangen, der die Jahresberichte von Mannesmann, Stamag und Consolidation vorlegte, vertrat die Ansicht, daß die Dividenden von 7 1/2 bzw. je 5 v. H. den Ansprüchen gerecht werden, die die Aktionäre im Hinblick auf die notwendigen Investitionen und die Ausnutzung steuerlicher Möglichkeiten stellen könnten. Die Ertragslage habe sich gegenüber dem Vorjahre kaum gebessert. Wenn auch die Aufträge und Umsätze zugenommen hätten, so sei doch andererseits die Ertragskraftdurch die Preisrück„ gänge erheblich geschmälert worden. Zangen teilte u. a. mit, daß seit der Währungsreform bis 1953 einschl. 295 Mill. DM investiert worden sind. Die jetzt noch erforderlichen Investitionen von etwa 30 Mill. DM, die der Modernisierung der Anlagen dienten, könnten aus eigenen Mitteln beschafft werden. E.