Herr Hinkens ist Präsident des Bundes kinderreicher Familien e. V. In dieser Eigenschaft hat er jüngst in Siegburg gefordert, der Einzelhandel solle den dem Kinderreichen-Bund angeschlossenen Familien einen „Großverbraucherrabatt“ von 10 v. H. gewähren. Da aber der Einzelhandel dieses bereits vorher intern gestellte Ansinnen aus guten rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen abgelehnt hatte, kündigte Präsident Hinkens in Siegburg wirtschaftliche Repressalien an: Der Bund kinderreicher Familien wolle auf Bundesebene eine Einkaufs- und Verkaufsgesellschaft gründen, die der kaufmännische Optimismus des Herrn Hinkens mit der Möglichkeit ausgestattet sieht, nicht nur die vom Einzelhandel abgelehnten 10 v. H., sondern sogar 20 und 30 v. H. Großverbraucherrabatt einzuräumen. Wie der „Kaufmann“ Hinkens dies allerdings erreichen will, verriet er nicht...

Der Einzelhandel ist keine öffentliche Fürsorgestelle. Wenn der wirtschaftlichen Not der kinderreichen Familien abgeholfen werden muß, dann ist für eine möglichst vernünftige und wirtschaftlich tragbare Lösung der Staat zuständig. Wir können uns nicht vorstellen, daß Dr. Wuermeling die Forderungen des Kinderreichen-Bundes unterstützt. Der Familienminister wird wissen, daß das Rabattgesetz den Einzelhandel nicht nur an der Erfüllung dieser Forderungen hindert, sondern ihn sogar bestraft, wenn er die Bestimmungen des Gesetzes verletzt. Der Familienminister sollte seine „Schützlinge“ daher recht schnell sachlich und rechtlich aufklären. -rb-