etwa drei Wochen standen auf dem HamburgerFlughafen eine Reihe kleiner Flugzeuge, die sich gegen die riesenhaften Verkehrsmaschinen wie Mücken ausnahmen. Zwischen ihnen herum lief eilfertig und jederzeit zur Auskunft bereit ein liebenswürdiger Herr, in dem man nach längerem Hinsehen den bekannten deutschen Jagdflieger des ersten, General der Luftwaffe des zweiten Weltkrieges, von Schönebeck, wiedererkannte. Heute ist er Geschäftsführer der „Luftfahrt-Technik“ in Köln-Ehrenfeld. Mit seiner Musterkollektion zweimotoriger amerikanischer Reiseflugzeuge, Typ Piper „Apache“ will er dem interessierten Publikum einen Begriff von dem im Ausland, vor allem in Amerika, in Europa zum Beispiel in der Schweiz, seit vielen Jahren selbstverständlichen Gebrauch des privaten Reiseflugzeugs geben. Denn wenn in hoffentlich nicht zu ferner Zeit die Sportfliegerei in der Bundesrepublik wieder erlaubt sein wird, dann werden sich fraglos die Männer der deutschen Wirtschaft, die im Wettlauf mit der ausländischen Konkurrenz und der Zeit die Legende vom Wirtschaftswunder zu rechtfertigen suchen, an das Vorbild der amerikanischen Dienstreisen „im Fluge“ erinnern. Jenseits des Ozeans isf es bei größeren Firmen längst üblich, daß nicht nur die leitenden Persönlichkeiten zu eiligen Reisen ein Privatflugzeug des Betriebes benutzen. Der Zeitgewinn, die große Beweglichkeit in der Reiseplanung und manche anderen Gründe haben drüben die Ansicht, ein eigenes Flugzeug sei Luxus, längst widerlegt. Natürlich läßt sich in den Vereinigten Staaten ein Reiseflugzeug ganz anders ausnutzen, als in dem engen Europa. Aber sehen wir uns ein paar europäische und innerdeutsche Linien an. Für eine Fahrt von Düsseldorf nach Wien brauchen wir mit dem FD-Zug 17 Stunden, mit dem gewöhnlichen Verkehrsflugzeug insgesamt fünf Stunden und mit dem Privatflugzeug (Typ „Apache“) Dreieinviertelstunden. Von Düsseldorf nach Zürich oder Paris fährt die Bahn in elf beziehungsweise neun Stunden, im Verkehrsflugzeug muß man mit Zwischenlandungen und Umsteigen vier bis viereinhalb Stunden rechnen, während die Privatmaschine die Strecke in zwei Stunden und fünfzehn Minuten schafft. Ein paar Beispiele von innerdeutschen Linien: Von Düsseldorf nach Hamburg fliegen wir mit dem Reiseflugzeug 85 Minuten, von Hamburg nach Hannover in 35 Minuten, von Frankfurt nach München in eineinviertel Stunden.

Der Einwand der Kostenfrage ist nur zu verständlich. Da wäre zunächst außer der Anschaffung der Maschine die Einstellung eines Piloten. Aber er könnte doch neben seinem Flug- und Wartedienst jederzeit im Betrieb Verwendung finden.

Die Betriebskosten würden sich bei dem Piper „Apache“ auf dreißig D-Mark pro Person und Flugstunde belaufen. Der Flugkilometer würde 0,52 DM und der Personenkilometer 0,13 DM betragen. Wenn man die Reisekosten im Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel in ein Verhältnis zu den Vorteilen des eigenen Reiseflugzeugs setzt, dürften diese Ausgaben für den in Frage kommenden Interessenkreis – etwa industrielle Werke, wirtschaftliche Unternehmungen, Zeitungsverlage – wahrscheinlich tragbar sein. W. F. Kleffel