Theodor Heuss wird am 17. Juli in Berlin von der Bundesversammlung für weitere fünf Jahre zum Bundespräsidenten gewählt werden.

Als Theodor Heuss zum Württemberg-badischen Kultminister ernannt worden war, erschien ein Beauftragter des Ministeriums vor dem Hause seines neuen Chefs: im Hof des Grundstücks stand ein Mann unter der Teppichstange und klopfte mit Eifer Teppiche.

Schließlich nannte der Besucher auf Befragen seinen Namen, und der Teppichklopfer tat desgleichen. Nach kurzer Verblüffung folgte die feierliche Frage: „Nehmen Sie das Amt an, Herr Professor?“

Auf gut schwäbisch erwiderte Heuss: „Sie sehen, daß ich eigentlich sehr viel zu tun habe. Aber wenn sie mir ein Dienstmädchen stellen, können wir in Ruhe darüber reden.“

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Um die Jahreswende wurde Professor Heuss von einem Reporter gefragt, welche Vorwürfe er gegen sein Amt als Bundespräsident zu erheben habe. „Nur einen Vorwurf – – –“, antwortete der Bundespräsident, „das Amt hat aus mir einen schlechten Großvater gemacht.“

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