bl. Hannover

In Niedersachen war vor Wochen ein Flaggenstreit ausgebrochen. Landtagspräsident Olfers hatte für seinen Dienstwagen einen Stander in der gleichen Größe 28×28 Zentimeter gefordert, wie ihn Ministerpräsident Kopf für seinen Wagen angeordnet hatte. Der darob entbrannte Streit wurde in diesen Tagen durch einen Kompromiß beendet: dem Landtagspräsidenten ist anheimgestellt worden, eine eigene Standarte zu entwerfen und zu führen, die allerdings in der Gestaltung von den von den Landesbehörden verwendeten Dienstflaggen abweichen müsse.

Ministerpräsident Kopf berief sich auf Artikel 26 der niedersächsischen Landesverfassung, nach dem der Ministerpräsident das Land nach außen repräsentiert. Er führt eine quadratische, goldfarbene schwarz umränderte Flagge mit dem Landeswappen, dem springenden Pferd. Um dieses Pferd war vor Jahren auch eine heftige Debatte im Landtag entbrannt, weil es den einen zu hoch aufragend, den anderen zu graziös und den dritten zu schwer erschien. Allmählich hat man sich mit dem Niedersachsenroß abgefunden. – Unklar bleibt nur, wie der Präsident der gesetzgebenden Körperschaft des Landes nun eine neue Flagge entwerfen soll, die die Farben und das Niedersachsenroß enthält, zugleich aber von den Standern sichtbar abweicht, die die Autos des Ministerpräsidenten, der Minister und Staatssekretäre auf Dienstfahrten zieren – nur dann sollen sie geführt werden.