DIE ZEIT

Der Liebesparagraph

Während der aufopfernde Einsatz der uniformierten Helfer – deutscher, amerikanischer und russischer – bei der Flutkatastrophe hohes Lob verdient, kann man dies von den Zivilisten nicht immer behaupten.

Das Amt des Präsidenten

Berlin als Wahlort und die Einmütigkeit der großen verantwortlichen Parteien bei der Wahl geben fortan dem Amt des Bundespräsidenten einen bestimmten Sinn, eine ganz eigentümliche Würde und – man kann des großen Wortes nicht entraten – eine symbolische Bedeutung.

Thomas Mann und die Zone

Vor kurzem las Thomas Mann an einem sowjetzonalen Sender aus seinem Buch „Bekenntnis des Hochstaplers Felix Krull“. Wer der Auffassung ist, daß durch einen Kulturaustausch zwischen Ost und West die Deutschen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs in nähere Berührung miteinander gebracht werden können, muß eine solche Lesung begrüßen.

Puschkin statt Semjonow

Aus der Fülle der Spekulationen, die der Nachricht von der Abberufung Semjonows und seiner Ersetzung durch Puschkin folgten, seien nur erwähnt: Semjonow ist freundlich und konziliant, Puschkin ist hart und unerbittlich.

Und immer das Parteibuch...

In Schleswig-Holstein ist ein höchst ungewöhnliches und vollkommen unbegründetes Massenrevirement aller Oberstaatsanwälte angezettelt worden.

Die Grenzen

Es ist bedauerlich, daß der sicher wertvolle Inhalt des Aufsatzes „Der Unfug der Zeitungswissenschaft“ von Winfried Martini durch eine falschgewählte Überschrift den Charakter einer völligen Verneinung der Bedeutung der akademischen Zeitungskunde erhält.

General James A. Van Fleet

Ob Amerika in Südostasien doch noch eingreifen wird, ist fraglich, wer aber in einem solchen oder ähnlichen Fall zum Oberkommandierenden prädestiniert wäre, steht fest: General James A.

Thailand – Stützpunkt der USA

Während die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Genfer Verhandlungen über Indochina gerichtet war, sind im Verteidigungsministerium in Washington bedeutsame Besprechungen mit einer thailändischen Militärmission geführt worden.

Ein Student bestätigt

Die Ausführungen des Herrn Martini sind sehr zu begrüßen....................................................................

Der Autor antwortet den Professoren

Zu Dofivat: 1. Ob Tönnies von Enten- oder Hühnerwissenschaft, von Zoologie oder Ornithologie sprach, ist doch gleichgültig: entscheidend ist, daß er die Selbständigkeit der Zeitungswissenschaft in Frage stellte.

„Ohne Sachkenntnis“

Jede Wissenschaft muß es sich gefallen lassen, daß sie von Zeit zu Zeit von sachkundigen Zeitgenossen kritisiert wird. Leider zeugen die Vorwürfe, welche Winfried Martini in Nr.

Was sonst noch geschah

Der französische Ministerpräsident hat seinen kurzen Pariser Aufenthalt aus Anlaß der Konferenz mit dem amerikanischen Außenminister dazu benutzt, Weisungen für das Vorgehen der Regierung in Tunis zu geben, da der Zusammenbruch von Gesetz und Ordnung dort ernster als in Marokko ist und weil es leichter erscheint, in Tunis qualifizierte Vertreter des Nationalismus zu finden, mit denen Gespräche über die zukünftige politische Entwicklung des Landes geführt werden können.

ZEITSPIEGEL

In Königsberg leben nur noch 23 Deutsche. Dies berichtete im Durchgangslager Friedland bei Göttingen ein ostpreußischer Zimmermann, der noch vor wenigen Wochen dort war.

Arnold hat gewählt

Zum drittenmal ist Karl Arnold Ministerpräsident des Industrielandes an Rhein, Ruhr und Lippe. Zum drittenmal führt er eine Koalitionsregierung.

Neue EVG-Auslegung

Die Ergebnisse der so plötzlich improvisierten Außenministerkonferenz, zu der Dulles von Washington nach Paris flog und um deretwillen Eden und Mendès-France ihre Verhandlungen in Genf unterbrachen, beginnen in ihren Grundzügen erkennbar zu werden.

Komödiantengeschichte

In der kleinen Stadt Honfleur, in der Normandie, nahe der Seinemündung gelegen und seiner Stockfische wegen bekannt, hat sich, ein Menschenalter vor dem Bastillesturm in Paris, der ein neues, vernünftiges Zeitalter heraufführte, so wenigstens sagt man, das folgende ereignet, und jedem steht es frei, es lächerlich zu finden oder fürchterlich.

Sonderstellung der Hochschullehrer?

Das Verhältnis zwischen Hochschule und Staat, ein ewiges Problem, gewinnt eine besondere Aktualität jetzt, da der Bund darangeht, die Rechtsstellung der Hochschullehrer in einem Rahmengesetz zu den Länderbeamtengesetzen zu regeln.

Die Zeit zerbricht die Ewigkeit

In einer Mailänder Wochenschrift erschien kurz nach einem der letzten Zusammentreffen der vier Mächte der Welt e<n Spottbild.

Ende eines Vereinsamten

Vor einigen Jahren starb an einem Krebsleiden in Mexiko-City Franz Pfemfert, der frühere Herausgeber der Berliner Zeitschrift „Aktion“, die aus der Geschichte des Expressionismus ebenso wie der des deutschen politischen Linksradikalismus in den Jahren von 1910 bis 1933 nicht wegzudenken ist.

Der himmlische Zinkenist

Die Uniformierten packten ihre Instrumente und Notenpulte zusammen. Sie hatten auf dem Stephansplatz konzertiert, eine sonnige Sonntagsstunde lang, und viele hatten ihnen zugehört.

Wenn ich die Grippe habe

Aldous Huxley begeht am 26. Juli seinen sechzigsten Geburtstag. Über sich selbst sagt er, daß er von Beruf Essayist sei, manchmal schreibe er Romane und Biographien.

Mysterienspiele und Ruinenromantik

Im deutschen Sommertheater profilieren sich seit vier Jahren „Festspiele“, die in der Stiftsruine zu Bad Hersfeld stattfinden.

Wilhelm Szabo:: Entzauberung

Verse von einfacher Reinheit schreibt der österreichische Schriftsteller Wilhelm Szabo. Der Otto Müller Verlag (Salzburg) gab jetzt einen Sammelband dieser Gedichte heraus, der auch solche Verse enthält, die Szabo schon in früher erschienenen, jetzt vergriffenen Bänden, veröffentlichte.

Die graue Literatur-Eminenz

Mit dem Porträt des angesehensten Literaturexperten der Satellitenstaaten, des deutsch schreibenden Ungarn Georg Lukacs, setzen wir unsere Reihe von Charakterbildern sowjetzonaler Autoren (vgl.

Der widerrufliche Fußweg

Es ist nicht ganz geheuer, den widerruflichen Fußweg zu begehen. Wird er nicht eines Tages unwiderruflich sein? Wenn ich einen verbotenen Weg einschlage, weiß ich immerhin, was ich tue.

Pirandello – ein „vergangener“ Autor?

In seinem Testament schrieb Luigi Pirandello, dessen Ruf in seinem Vaterland Italien schwankt: „Es ist mein Wille, daß nichts, nicht einmal die Asche von mir übrigbleibe.

Diesel steht nicht auf dem Vertiko

Hartnäckig beharren wir darauf, in die Geheimnisse Badischer Polyphonie eindringen zu wollen, feiern wir Mozarts Gedächtnisjahre, pilgern wir zu Ausstellungen altdeutscher Malerei und schaffen uns eine neue Goethebiographie an, obgleich wir schon drei besitzen.

Neue Schallplatten:: Der Fall César Franck

Wenn man dem Phänomen César Franck näherkommen will, darf man die landläufigen Konfliktpunkte ruhig außer acht lassen. Francks rassische Deutschblütigkeit interessiert als Problem niemanden mehr; seine formalen Spezialitäten, die Chromatik und die von ihm zuerst angewandte zyklische Wiederkehr der Themen, sind längst auf Liszt’sche oder Beethoven-Wagnersche Einflüsse zurückgeführt, übrigens von waschechten Landsleuten, wie dem Zunftmeister der musikalischen Haute couture, Camille Saint Saens, mit Entsetzen abgelehnt worden.

Bayern: Er schoß den Hirsch...

Ein froher Mensch in seinen besten Jahren. Er wurde weggeputzt von dieser Welt. Man fand ihn erst am sechsten Tage, im hohen Wildalpjoch am Sudelfeld.

Hamburg: Wurst und Kuchen für Hamburg

Der Verein Hamburger Spediteure lud vierzehn Mädchen und zwei Jungen im Alter von 17 bis 18 Jahren, die soeben in Leipzig ihr Lehrlingsexamen an der Berufsschule, Abteilung Transport und Verkehr, bestanden haben, für einige Tage ein.

Kein Argument

Für die Kinder in der Schule Alt-Aumund in Bremen-Nord haben die Hauptferien vor der Zeit begonnen: Die Elternschaft dieses Schulbezirks hat einmütig beschlossen, ihre Kinder in den Schulstreik treten zu lassen, um so gegen die schlechten sanitären Verhältnisse im Schulhaus Alt-Aumund zu protestieren.

Pommern: Wieder Gottesdienst

Umsiedler aus dem von den Polen verwalteten Ostpommern berichten, daß im Juni dieses Jahres die evangelische Christuskirche in Swinemünde monatlich einmal für die Deutschen in der Stadt freigegeben wurde.

Vivat dem Metzgerstand

Ein dreifaches Vivat hoch dem Bayernland, der lieben Stadt München und dem ehrsamen Metzgerstand“, es war ein kräftiger Ruf aus fünfhundert Schlachterkehlen auf dem Marienplatz in München, und ehe er noch verhallt war, stürzten sich elf zottige Gestalten, Lehrlinge in drei- bis vierhundert Kälberschwänzchen eingenäht, nach alter Sitte in den Fischbrunnen.

Rheinland-Pfalz: Monsieur Henneke

Die bei den Rettungsarbeiten im bayerischen Hochwassergebiet eingesetzten Einheiten des Bundesgrenzschutzes und des Technischen Hilfswerks verfügten über keinen einzigen Sandsack, da das alliierte Sicherheitsamt in Koblenz dieses bei Dammbauten so wichtige Hilfsmittel als „militärische Ausrüstung“ beanstandet und verboten hatte.

Bremen: Vertrag gehalten

Als am 4. Juli 1954 in Osterwick/Westfalen die Magirusleiter der Coesfelder Freiwilligen Feuerwehr plötzlich in sich zusammenfiel, schien die Karriere des Sensationsdarstellers Armin Dahl ein jähes Ende zu finden.

Seltene Einsicht

Nicht immer entsprechen die Erfahrungen, die man in den deutschen Landen mit der Polizei machen kann, dem von ihr selbst ständig propagierten Wahlspruch: „Die Polizei: Dein Freund, und Helfer.

Lohnpolitik noch immer ohne Maßstab

Der Vorsitzende der IG Metall, der mächtigsten Industriegewerkschaft im Bundesgebiet, Otto Brenner, erklärte in der vergangenen Woche vor Journalisten in Bonn, daß nach den Auseinandersetzungen in Baden-Württemberg, Berlin und jetzt in Bayern nun auch in den anderen Bundesländern Lohnkämpfe beginnen würden.

Zum erstenmal wieder Freiaktien

Zum ersten Male nach der Währungsreform ist der auch früher in der deutschen Wirtschaft äußerst seltene Fall zu verzeichnen, daß eine Gesellschaft ihren Aktionären Freiaktien zukommen läßt.

„Erbfolge an der Ruhr“

Eine an drolligen Einfällen und griesgrämigen Bemerkungen über industrielle Vorgänge reich gesegnete Zeitung in Essen hat sich offensichtlich über die Vorsitzerwahlen bei der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie maßlos geärgert.

Wohin mit dem Geld...

Vorläufig sind die 150 Mill. DM noch nicht „da“ – aber zu erwarten sind sie: nämlich dann, wenn die „faulen Zahler“, die insgesamt mit fast 200 Mill.

Schluß mit dem Messeunfug

Seit Jahren wird die deutsche Wirtschaft von geschäftstüchtigen und rührigen Veranstaltern lokaler Ausstellungen und „Messen“ strapaziert.

Ein Konkurs zieht Kreise

Von den krisenhaften Erscheinungen auf den Weltrohstoffmärkten sind in letzten Zeit mehrere große Importhäuser der Hansestädte Hamburg und Bremen in Mitleidenschaft gezogen worden.

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