Die Verwaltung der Mannesmann AG, Düsseldorf, darf es sich als Ausdruck eines besonderen Vertrauensbeweises anrechnen, daß etwa 800 Aktionäre zu der HV erschienen und damit 77,5 v. H. des AK von 240 Mill. DM vertreten waren. Mit Ausnahme wenigerStimmen, deren Opposition teils wohl auf Unklarheit, teils auf eine gewisse Fernsteuerung hindeuten ließ, wurden alle Verwaltungsanträge einschl. der Ermächtigung zur Kapitalerhöhung um 80 Mill. DM zwecks Abrundung des Gesamtunternehmens genehmigt. Damit haben die deutschen Aktionäre u. a. auch die seinerzeit von den Alliierten aufgezwungenen Satzungen mit ihren diskriminierenden Bestimmungen über Bord geworfen (Die Alliierten hatten die von ihnen als unwahrscheinlich zu realisierende Möglichkeit gelassen, Satzungsänderungen mit mindestens zwei Drittel des AK vornehmen zu können).

Daß ein so reger Besuch und ein so aufgeschlossenes positives Interesse der Aktionäre aus allen Teilen Deutschlands angetroffen werden konnte, darf als glückliches Vorzeichen für die Renaissance des Aktienwessensgewertet werden. Die Verwaltung hatte auch auf der Grundlage einer Liste von 30 000 Aktionären jeden einzeln angeschrieben, und zum Besuch aufgefordert. Insofern hat sich die Namensaktie als eine gute Brücke zwischen Unternehmen und dem Aktiensparer erwiesen. Bei einem Testversuch in der HV, wer. für Beibehaltung der Namensaktie und wer für Wiedereinführung der anonymen Inhaber-Aktie sei, sprachen sich etwa 70 v. H. für die Namensaktie und 30 v. H. für die Inhaberaktie aus. Dieses Ergebnis dürfte bei der Erörterung jener wichtigen Teilfrage, des Aktienwesens gewisse Bedeutung bekommen. Die HV von Mannesmann, die mit einem vorzüglichen Buntfilm über das Werk begann, war in jederBeziehung ein großer Erfolg. Rei.