Auf dem Grunde der Nordsee liegen noch immer über eine Million Tonnen Munition, die nach Kriegsschluß im Jadebusen und vor den Ostfriesischen Inseln versenkt worden ist. Es wird angenommen, daß allein die Versenkungsfelder bei Mellum vor der Insel Borkum vierhunderttausend Tonnen bergen. Genaue Zahlen sind nicht vorhanden, da hierüber seinerzeit keine Aufzeichnungen gemacht worden sind. Für die Schiffahrt besteht durch die Versenkungsfelder jedoch keine Gefahr, da die Gebiete in allen Seekarten eingezeichnet sind und ihr Befahren verboten ist.

In der Munitionsentschärfungsanlage auf dem Hepenser Groden vor den Toren der ehemaligen Marinestadt Wilhelmshaven sind in den letzten Jahren bereits fünfzigtausend Tonnen Munition entschärft worden. Es wird angenommen, daß die Anlage noch etwa drei Jahre in Betrieb gehalten werden muß, bis die letzten Entschärfungen erfolgt sind. Die oftmals gestellte Frage, ob es nicht möglich sei, die Wilhelmshavener Munitionsentschärfungsanlage an einen anderen Ort, der nicht in der Nähe einer Stadt liegt, zu verlegen, wurde dieser Tage von dem Leiter der Anstalt verneint, da die damit verbundenen Kosten fünf bis sechs Millionen D-Mark betragen würden.

w. p. Wilhelmshaven