Die HV der Rosenthal Porzellan AG, Selb i. Bay., beschloß, für 1953 eine Dividende von 8 1/2 v. H. auf die Stammaktien (7,2 Mill. DM) und wieder 4 1/2 v. H: auf 58 400 DM Vorzugsaktien zu verteilen. Damit setzt die Gesellschaft die stetige Dividendenpolitik der vorangegangenen Jahre mit 6 v. H. für 1952 (davor 5 v. H. für 1951) fort.

Der Umsatz lag um etwa 10 v. H. über dem Vorjahr. Auch die Tochtergesellschaften hatten ein günstiges Jahr. Vorstandsmitglied Philip Rosenthal sprach von einem Spitzenjahr, denn das neue Geschäftsjahr habe bei einer gewissen Überproduktion in der Porzellan-Industrie wieder einen Käufermarkt herbeigeführt. Auch der Absatz an die Besatzungsmächte sei sehr zurückgegangen. Rosenthal habe allerdings den an verschiedenen Märkten durch das Überangebot bewirkten Preisverfall nicht mitgemacht. Die Gesellschaft habe dank ihrer konsequenten Geschäftspolitik bei den Formen und Dekors und durch den Wiederaufbau ihres Verkaufsapparates im Ausland die abfallende Tendenz abfangen können. Auch in Kanada und in England nach dem Vorgang von USA und Italien habe sie nunmehr von ihr gelenkte Vertriebsgesellschaften gegründet. Der Absatz sei danach um ein Vielfaches höher geworden.

Von Vorstandsseite wurde sodann noch auf die Gefahr einer weiteren Verstärkung der Überkapazität in der Porzellan - Industrie hingewiesen, vor allem, durch die bereits im Gang befindliche Entwicklung, die modernen kontinuierlichen Tunnelofenanlagen einzuführen. Auch Rosenthal habe große Beträge für die Modernisierung der Anlagen und für den Bau von Tunnelöfen aufgewendet; jedoch immer erst dann, wenn der notwendige Absatz vom Verkaufsgeschäft her gesichert gewesen sei und wenn genügend Eigenkapital zur Verfügung gestanden habe. In dieser Weise werde man fortfahren und auch in den nächsten Jahren noch namhafte Investitionen vornehmen. W.