Seit Jahren wird die deutsche Wirtschaft von geschäftstüchtigen und rührigen Veranstaltern lokaler Ausstellungen und „Messen“ strapaziert. Mehr oder weniger nachdrücklich wird sie zur Beteiligung an provinziellen Veranstaltungen gezwungen, bei denen die notwendigen Investitionen kaum jemals in einem Verhältnis zu dem erreichten Nutzen stehen. Wenn man sich der Mühe unterzieht, den Dingen einmal auf den Grund zu gehen, kann man immer wieder feststellen, daß der einzige Nutznießer eben jener „rührige“ Messeveranstalter war.

Jetzt hat sich der Ausstellungs- und Messe-Ausschuß der deutschen Wirtschaft endlich zu dem längst fälligen Entschluß durchgerungen, die Ministerpräsidenten der Länder Baden Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein allen Ernstes zu bitten, künftig Protektorate über derartige Ausstellungen nicht mehr ohne eine vorherige Abstimmung mit dem Messe-Ausschuß zu übernehmen. Sicher wird dieser Weg sehr schnell zum Erfolg führen, denn: was wollen die Initiatoren solcher Ausstellungen künftig ihren „Opfern“ außer ihrer schon sprichwörtlich gewordenen Geschäftstüchtigkeit als Lockmittel noch bieten, wenn ihnen der Glanz eines ministerpräsidentlichen Protektorats fehlt...? ww.