Die Verwaltung der Ford - Werke AG, Köln-Niehl, und ihr Großaktionär aus USA sind ihrer Ankündigung auf der aoHV vom 6. April treu geblieben und schlagen der oHV am 27. Juli die Verteilung einer Dividende von wieder nur 3 v. H. auf 32 Mill. DM AK aus 2,51 (2,78) Mill. DM Reingewinn vor. Nachdem, bereits vor drei Monaten die freien Aktionäre in sehr dringlicher Form ihre Bitten um eine bessere Berücksichtigung ihrer als Sparkapital betrachteten Aktien vorgetragen hatten, dürfte nach Einsicht in die jetzt vorliegende gute Bilanz von Ford für 1953 mit einer Wiederholung ihrer Forderungen in der bevorstehenden HV zu rechnen sein, Bei Ford scheiden sich die Geister um die Frage, wie der Gewinn zu behandeln sei. Der Rohertrag ist trotz der teilweise erheblichen Preissenkungen für die Pkw- und Eintonnertypen auf 69,7 (60,1) Mill. DM gestiegen. Der Gewinn hat sich zwar etwas verkleinert, aber erst nachdem zuvor 6,7 Mill. DM zu Lasten der Gewinne an verschiedene Rücklagen verbucht wurden.

Die Verwaltung hält nach wie vor diese vorsichtige Bilanzpolitik für notwendig und verweist dabei auf ihr neu begonnenes umfangreiches Modernisierungsprogramm, zu dessen Finanzierung eine zweimalige Kapitalerhöhung um je 20 Mill. DM durchgeführt werden wird. Wie in allen solchen Fällen: der Standpunkt der Verwaltung hat ebenso starke Argumente für sich wie die Auffassung der Aktionäre, die in einer heutzutage in der Tat dürftigen Dividende von 3 v. H. keine Rendite zu erkennen vermögen.

Die Bilanz macht einen guten Eindruck. Es erscheinen die Anlagen mit 41,7 (31,3), Vorräte mit 39,9 (38,1), Guthaben mit 6,4 (3,4), andererseits Rückstellungen und Rücklagen mit 40,7 (23,6) und Verbindlichkeiten mit 26,8 (30) Mill. DM. Das Werk produzierte 1953 neben seinem großen Ersatzteil- und Einzelteile-Programm 44 009 (40 334) Wagen, davon 34 011 (30 885) Pkw, 1922 (8) Kombiwagen und 8076 (9641) Lkw und Omnibusse. Der Export wurde um fast 33 v. H. gesteigert. –t.