Nachricht aus Königsberg

In Königsberg leben nur noch 23 Deutsche. Dies berichtete im Durchgangslager Friedland bei Göttingen ein ostpreußischer Zimmermann, der noch vor wenigen Wochen dort war. Die Ruinen der Stadt würden in weiten Flächen abgetragen, so daß der Blick heute vom Nordbahnhof bis zum Dom reiche. Küstengebiet und Hafen seien abgesperrt, die Stadt sei stark mit sowjetischem Militär belegt. Das Zentrum würde nicht wieder aufgebaut.

Zwischen Paris und Hanoi

Elftausend Soldaten, unter ihnen Tuaregs, die vierzig Tage durch die Sahara marschiert waren, haben am französischen Nationalfeiertag in Paris an der Parade teilgenommen. Auch in Hanoi fand eine Parade statt, bei der fünfzig schlammbedeckte Panzer, die gerade von einem Einsatz gegen die Vietminh zurückgekehrt waren, unter einem Schirm von Jagdflugzeugen und Bombern durch die Straßen der Stadt fuhren. Während aber in Paris die Bevölkerung nach dem militärischen Schauspiel auf den Plätzen der Stadt tanzte, durchzogen in Hanoi Zehntausende von Flüchtlingen die Straßen, um den Hafen von Haiphong zu erreichen, von wo sie nach Saigon oder einem anderen sicheren Platz in Süd-Vietnam befördert zu werden hoffen. In Malaya verzichteten die dort lebenden Franzosen angesichts der Lage in Indochina auf eine festliche Veranstaltung aus Anlaß des Nationalfeiertages.

Eine klare Antwort

Die Nachricht vor der bevorstehenden Unterzeichnung des britisch-ägyptischen Vertrages über die Räumung der Suez-Kanal-Zone durch die britischen Truppen hat den sowjetischen Botschafter in Kairo, Solod, veranlaßt, dem ägyptischen Ministerpräsidenten, Oberst Nasser, einen Besuch abzustatten. Während der Unterredung brachte Solod zum Ausdruck, daß seine Regierung Bedenken gegen ein Abkommen habe, das England das Recht gebe, in die Kanalzone zurückzukehren, falls ein Land des Nahen oder Mittleren Ostens angegriffen werde. Oberst Nasser gab in seiner Antwort dem sowjetischen Botschafter in höflicher Form zu verstehen, daß an den Verhandlungen über die Suez-Kanal-Zone nur England und Ägypten beteiligt seien, daß Ägypten bei diesen Verhandlungen ausschließlich seine Interessen vertrete und daß der Verhandlungsgegenstand die Sowjetunion nicht betreffe.

Gegen Rassenwahn