Die aus Edelstahlwerken von Hoesch, Klöckner und Stahlverein im Rahmen der Entflechtungsdiktate gebildete Holding Stah lwerke Süd-Westfalen AG, Geisweid, hat ihre oHV erstmalig mit den echten Eigentümern durchführen können. Dabei wurde bekannt, daß das Unternehmen 36 826 Aktionäre bei der zu 99,5 v. H. durchgeführten Aktienumtausch-Transaktion zählen konnte. Die größte Aktionärgruppe entfällt mit 30 v. H. auf Hausfrauen und Witwen. Es folgen mit 14 v. H. Angestellte, mit 11 v. H. selbständige Kaufleute, mit 7 v. H. Ärzte und Rechtsanwälte, mit 5 v. H. Beamte und Behördenangestellte, mit 4 v. II. Rentner, der Rest sind Landwirte, Handwerker, Banken und kirchliche Einrichtungen. 17 v. H. der Aktionäre haben keinen Beruf angegeben.

Inzwischen sind zwei Großaktionäre aufgetreten: die OPRIBA, Verwertungsgesellschaft der Hugenberg-Interessen, und der Allianz-Versicherungskonzern. Beide haben bei der Neuwahl des AR je einen Interessenten delegiert, nämlich für die OPRIBA Dr. Haus und für die Allianz Dr. Wegener-München. Außerdem wurde Dr. van de Loo (Fröndenberg-Ruhr) und Hüttendir. Riekeberg, Wetzlar, früher Vorstandsmitglied von Röchling-Buderus, neu gewählt.

Die für 1952/53 auf 40 Mill. AK beschlossene Dividende von 4 v. H. werde für das am 30. September 1954 beendete Geschäftsjahr erhöht werden (vermutlich 6 v. H.), teilte die Verwaltung mit. Der Jahresumsatz dürfte 1958/54 275 Mill. DM erreicht, haben. Zur Zeit ist das Edelstahl-Geschäft ausgezeichnet, die Anlagen waren zu gut 90 v. H. ausgenutzt, die Lieferfristen betragen schon wieder vier bis fünf Monate und die Preise sind (mit Ausnahme im Export), auskömmlich. Bemerkerswert war zu hören, daß das Unternehmen die Verwendung von Öl als Brennstoff weiter steigert, da Öl (Steinkohlenteeröl) – auf Brennwert umgerechnet – nur etwa 60 v. H. des Preises von Ferngas ausmacht. Bei der Überlegung, wo das Werk neue SM-EIektroöfen aufstellen soll, müßte man von Hagen nach Geisweid überwechseln, weil die Stromtarife des kommunalen Elektrizitätswerkes "viel zu teuer und wesentlich höher als der in Geisweid erhältliche RWE-Strom" seien. Die Investitionen werden im komenden Jahr von monatlich rund 1 auf 1,5 bis 2 Mill. DM erhöht werden müssen, wobei Fremdmittel in Anspruch zu nehmen sind. Südwestfalen baut zur Zeit u. a. eine Neuanlage zur Walzung von Edelstahlbändern.

Bemerkenswert war eine Äußerung des Vorsitzenden des Vorstandes, Karl Barich, zur Aktienlage: Die Verwaltung würde von sich aus gern die von den Alliierten eingeführte Namensaktie beibehalten. Diese habe den Kontakt zu den Aktionären ganz anders ermöglicht als das bisherige anonyme Inhaberpapier. Die Verwaltung möchte auch gern wissen, wie die Eigentümer des Werkes zusammengesetzt sind. Da die technische Ausstattung der Namensaktie in letzter Zeit beträchtlich vereinfacht wurde, wäre die rein arbeitszeitliche Mehrbelastung zu ertragen. In der oHV waren über 400 Aktionäre anwesend. rlt.

August Thyssen-Hütte AG, Hamborn. Das Werk hat nach modernen technischen Gesichtspunkten seine im Krieg beschädigte und stillgelegte Mitteleisen-Straße fertiggestellt. Die Kapazität beträgt vorläufig monatlich 6000 t. Auf der neuen Straße ist die Produktion von Stab- und Formeisen mittlerer Abmessungen aufgenommen worden. Die Einrichtungen für schwere Profilstähle werden augenblicklich auf der Walzenstraße errichtet.

Richtfest der Farbwerke Hoechst in Berlin. Am 30. September fand in Berlin-Charlottenburg das Richtfest für das neue Büro- und Lagerhaus der Farbwerke Hoechst AG vorm. Meister Lucius & Brüning, Frankfurt/M.-Höchst, statt. In dem neuen Bürohaus werden die Kontore für Arzneimittel, Farbstoffe und Chemikalien gemeinsam untergebracht werden. Mit der Errichtung dieses repräsentativen, sechsgeschossigen Gebäudes am Steinplatz dokumentiert die Firma ihr Vertrauen in die wirtschaftliche und politische Entwicklung Berlins.