DIE ZEIT

Noch ist nicht aller Tage Abend

Nach dem allseitigen Erfolg der Londoner Konferenz bleibt die große und ernste Frage: Was wird das unberechenbare französische Parlament tun? Wird es der Rückkehr Deutschlands auf die internationale Bühne zustimmen, die diesmal durch das große Tor der Atlantischen Gemeinschaft erfolgen soll? So nämlich stellt sich die Frage für die meisten französischen Abgeordneten.

Wir sind keine Phäaken mehr

Die "Londoner Akte", die abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse, die auf der Neunmächtekonferenz erzielt worden sind, verpflichtet uns zur Aufstellung einer Wehrmacht, die ungefähr 500 000 Mann stark sein soll.

Der Staatsanwalt hat das Wort

Soll der Staatsanwalt den Weisungen des Justizministers hinsichtlich der Einleitung und Einstellung von Strafverfahren unterworfen bleiben? Zu dieser vieldiskutierten – weil mit dem Thema der "Politisierung der Justiz" verquickten – Frage geben wir einem Staatsanwalt das Wort, der sie im Rahmen einer Analyse dieses interessanten Berufes beantwortet.

Politbüro weiß alles

Der Generalsekretär des Nationalen Verteidigungsrates Mons, seine Mitarbeiter Turpin und Labrusse, sowie der Journalist Baranès werden angeklagt, einen Anschlag gegen die äußere Sicherheit der französischen Republik versucht zu haben.

Was sonst noch geschah

Mit dem von Wyschinski in der UNO bekanntgegebenen Abrüstungsvorschlag hat Moskau einen erstaunlichen Rückzug angetreten. Der neue sowjetische Vorschlag schließt sich nämlich eng an einen Abrüstungsplan an, der im Juni dieses Jahres bei den Verhandlungen einer UNO-Abrüstungskommission in London von den Vertretern Englands und Frankreichs als Kompromiß zwischen der amerikanischen und der sowjetrussischen Auffassung ausgearbeitet worden war und den die Sowjetunion als "unannehmbar" abgelehnt hatte.

ZEITSPIEGEL

Sowjetische Atomkanonen sind nach einer Meldung der amerikanischen Wochenzeitschrift "Newsweek" in die Sowjetzone gebracht worden.

Kurs auf politische Stabilität

Während in einem verborgenen, verbauten Winkel Londons die Vertreter der neun Mächte über Europas Zukunft berieten, drang ein Luftzug aus dem Seebad Scarborough durch die Fenster des Musikzimmers in Lancaster House zu den neun Außenministern und ihrem Stab von Spezialisten.

Gehirnwäsche auf Probe

Amerikanische Kriegsgerichte haben vor kurzem zwei ehemalige Korea-Kriegsteilnehmer wegen Zusammenarbeit mit dem Feinde während ihrer Kriegsgefangenschaft in Korea verurteilt.

Saboteur Kartoffelkäfer

In der Tschechoslowakei hat der von "amerikanischen Imperialisten" verbreitete Kartoffelkäfer wieder einmal seinen Einzug gehalten und zum Sturz eines Beamten des nationalen Landwirtschaftskomitees namens Novacek geführt.

Trottel-Toto

Die Finanzminister der Länder haben dieser Tage darüber beraten, ob in der Bundesrepublik ein Zahlenlotto eingeführt werden solle.

Die Biographie eines Konzerns

Vor 25 Jahren, im September 1929, schlossen sich eine Gruppe von Gesellschaften holländischen Ursprungs, bekannt als Margarine-Union in England und Margarine Unie in Holland, und eine Gruppe von Gesellschaften, die von der englischen Firma Lever Brothers kontrolliert wurden, zum Unilever-Konzern zusammen.

Woher wissen Sie?

Fast zur gleichen Zeit, als in Hannover die Konferenz der Kultusminister stattfand, sah man auf einem Empfang der Universität Köln den UNESCO-Direktor Evans in einem längeren Gespräch mit dem nordrhein-westfälischen Kultusminister Schütz.

Hoogens Entrümpelungsplan

Der Bundestagsabgeordnete Hoogen, Vorsitzender des Rechtsausschusses, hat sich in seiner Fraktion, der CDU/CSU, mit einem begrüßenswerten Antrag durchgesetzt.

SED in der Wahl-Arena

Wer wählt, wählt den Krieg" hieß die Parole der SED zu den letzten Westberliner Wahlen im Dezember 1950, mit der die Ostpresse zur Stimmenthaltung aufrief.

In Figurinen verliebt

Der Bodner machte im allgemeinen einen ganz guten Eindruck, aber nebenher hatte er auch eine Gastwirtschaft..." Solche intimen Kenntnisse der Historie (in diesem Fall handelt es sich um den Besitzer einer Burg, die in den Bauernkriegen eine Rolle spielte) wird man bestimmt nicht aus Geschichtsbüchern und an den Universitäten erfahren, sondern von jenen, die die Geschichte in Zinnfiguren darstellen und hier also Zinnhistoriker genannt werden müßten.

Schmutz um "Schmutzige Hände"

Politisch Stück, ein garstig Stück" – das war, wenn man ihn recht verstand, etwa die Begründung, mit der Monsieur Sartre in einer Pressekonferenz, die er im Wiener Hotel Sacher gab, gegen die Wiener Aufführung seiner "Schmutzigen Hände" protestierte.

Musikalische Psychoanalyse

Die Hamburgische Staatsoper feierte den 80. Geburtstag des vor zwei Jahren verstorbenen spiritus rector der heute vorherrschenden Richtung neuer Musik, Arnold Schönberg, mit der Erstaufführung seines Monodramas "Erwartung".

Schwärmerei ohne Herz

Ist banal in manchem Falle etwas anderes als banal? Das ist die bange Frage, die sich mancher Leser bei manchem modernen Roman vorlegt.

Kultur ist Parodie

Thomas Mann hat soviel über sich und seine Kunst geschrieben, daß es nicht schwer sein sollte, von ihm selbst zu erfahren, warum er die vor dem ersten Weltkrieg abgebrochene Arbeit an dem Roman "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" (Suhrkamp-Verlag, Frankfurt, 442 S.

Neue Schallplatten:: Zwei Künstlerinnen

Neun Jahre als unscheinbare Telefonistin in einer kleinen Provinzstadt Englands, fünf Jahre Studium, sechs Jahre schwindelnd steiler Anstieg zum Gipfel des Weltruhms – und dann ein früher Tod, das; ist die meteorhafte Laufbahn von Kathleen Ferrier, der großen Altistin, die voriges Jahr um diese Zeit im Alter von 41 Jahren von uns gegangen ist.

Zeilen

Einfache Melancholie ist die Grundstimmung in Georg von der Vrings Gedichten "Kleiner Faden Blau" (erschienen im Claassen Verlag, Hamburg, 81 S.

Kleine Klassiker

Voltaires Roman aus dem Orient ist besonders interessant für den Literaten, zeigt er doch in schöner Weise den Einbau des Abenteuers und orientalischer Motive in den Roman der europäischen ratio.

Bayern: Hundhammer hat’s verboten

Der Präsident des Bayerischen Landtags, Dr. Alois Hundhammer, hat die Verteilung von zweihundert Exemplaren der Landshuter Zeitung "Isarpost", die für die Abgeordneten bestimmt waren, im Parlamentsgebäude verboten, offenbar, weil er die Volksvertreter vor schädlicher Lektüre bewahren wollte.

Hamburg: Der Pfennig-Marsch

Zehn Millionen 1- und 2-Pfennig-Stücke sind in der Bundesrepublik nach der Währungsreform in Umlauf gebracht worden; das sind rund 25 Pfennige auf den Kopf der Bevölkerung.

Schleswig-Holstein: Rohstoff in der Ostsee

Prof. Hoffmann sprach über die wirtschaftlichen Verwertungsmöglichkeiten der Meeresalgen an der Ostseeküste. Er hat während der letzten Jahre mit dem Forschungsschiff "Südfall" die gesamte Ostseeküste bis zur 6-m-Tiefenlinie im Zick-Zack-Kurs abgefahren und eine exakte Bestandsaufnahme der "Algenfelder" durchgeführt.

Nordrhein-Westfalen: Modellfall Brilon

Bei der Bauernschaft im Räume Brilon in Westfalen herrscht leichte Unruhe. Hier soll vorexerziert werden, wie sich die großen Flurbereinigungspläne des Bundesernährungsministers Lübke, der nach einem Acht- bis Zehnjahresplan an die 46 v.

Hessen: Ein alter Fehltritt

Im Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Gießen untersucht Professor Dr. Hugo Spatz zur Zeit das Gehirn des sogenannten Mädchens von Windeby, einer der besterhaltenen Moorleichen.

Bremen: Tod ohne Startverbot

o. c., Bremen Über dem einsamen Wattenmeer vor dem Lande Wursten zwischen Weser- und Elbemündung rauscht in den Sommermonaten Tag und Nacht die Luft von Flügelschlägen.

Ostpreußen: Koreaner

In dem von den Polen verwalteten Regierungsbezirk Allenstein sind während des Sommers gefangene Südkoreaner eingetroffen, die als Zwangsarbeiter auf den Kolchosen eingesetzt Werden.

Thüringen: Die Köchin als Staatsanwalt

Von der Köchin zum "Volks – Staatsanwalt" avancierte Frau Hildegard Bierth aus Bad Liebenstein. Die Frau, die bisher in der Küche des örtlichen Kurhauses tätig war, erhielt die Ernennung zum Staatsanwalt, nachdem sie einen Umschulungskursus an der "Walter-Ulbricht-Akademie" absolviert hatte.

Mangelware Streik

Aus den Niederlanden erreichte uns eine Nachricht, die nach den Erfahrungen, die wir Bundesrepublikaner gelegentlich der letzten DGB-Streikwelle zu machen gezwungen waren, innerhalb unserer Grenzen wohl nur neidische Empfindungen auslösen kann: von der niederländischen Regierung wurde das in Den Haag befindliche Amt für die Registrierung der in den Niederlanden erfolgenden Streiks aufgelöst, weil es in den letzten Jahren – nichts mehr zu tun hatte.

Pacta sunt servanda

Sparen braucht Vertrauen. Oberstes Prinzip der Sparkassen war es darum auch immer, nie den geringsten Zweifel an ihrer Vertragstreue aufkommen zu lassen.

Bauerntag: die menschliche Seite

Der Deutsche Bauerntag, der in diesem Jahre gemeinsam mit dem Landjugendtag und dem Landfrauentag; in Stuttgart abgehalten wurde, wählte an Stelle seines bisherigen verdienstvollen Präsidenten Dr.

Die Aufgabe der Junioren

In der deutschen Wirtschaft wird der Heranbildung der Junioren eine immer stärkere Aufmerksamkeit gewidmet. Vorbildliche Arbeit leisten auf diesem Gebiete vor allem die jungen Unternehmer der Arbeitsgemeinschaft selbständiger Unternehmer, die vom 8.

Rohstofftendenz der Woche

Die in der Vorwoche bestehende leichte Preisfestigungstendenz bei der überwiegenden Anzahl der Welthandelsgüter wurde während der Berichtswoche (27.

36826 Aktionäre bei Südwestfalen

Die aus Edelstahlwerken von Hoesch, Klöckner und Stahlverein im Rahmen der Entflechtungsdiktate gebildete Holding Stah lwerke Süd-Westfalen AG, Geisweid, hat ihre oHV erstmalig mit den echten Eigentümern durchführen können.

Sorgen in Belgrad

Lebensstandard des jugoslawischen Arbeiters noch immer unter dem Existenzminimum

Politische Demonstration

Das war die große Überraschung der diesjährigen Internationalen Messe von Saloniki: der in der Fläche und im Messesortiment sehr eindrucksvolle erstmalige Aufmarsch der UdSSR- und Satelliten-Industrie.

Neue Opel-Modelle

Nachdem erst im vergangenen Jahr die Adam Opel AG ■ ihr Personenwagen Produktionsprogramm mit dem "O

SPORT DER ZEIT: Der müde Spielführer

Es dürfte fraglich sein, ob man jemals die volle Wahrheit erfahren und hören wird, warum der Kapitän der deutschen Weltmeister-Fußballelf und Ehrenspielführer des Deutschen Fußball-Bundes, Fritz Walter, sich so plötzlich entschlossen hat, nie mehr in der westdeutschen Nationalmannschaft zu spielen.

Untertassen-Scherben

Nobelpreisträger Professor Hahn: "Kein vernünftiger Mensch kann an den Unsinn von den fliegenden Untertassen glauben." – In Nr.

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