Aus den Niederlanden erreichte uns eine Nachricht, die nach den Erfahrungen, die wir Bundesrepublikaner gelegentlich der letzten DGB-Streikwelle zu machen gezwungen waren, innerhalb unserer Grenzen wohl nur neidische Empfindungen auslösen kann: von der niederländischen Regierung wurde das in Den Haag befindliche Amt für die Registrierung der in den Niederlanden erfolgenden Streiks aufgelöst, weil es in den letzten Jahren – nichts mehr zu tun hatte. Daran ist also zu erkennen, daß die Erhaltung des Arbeitsfriedens – zumindest in den Niederlanden – auch einen Abbau der Bürokratie nach sich zieht...

Die letzte Statistik dieses Streik-Registrierungsamtes ergab, daß in den Niederlanden im vergangenen Jahr die durch Streiks verlorenen Arbeitstage nur noch 0,004 v. H. der gesamten Arbeitszeit ausmachten. Und was war die Ursache dieser beispielhaften Entwicklung? – In unserem Nachbarland werden auftauchende Meinungsverschiedenheiten grundsätzlich in direkten Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern behoben. Warum sollte nicht das, was in den Niederlanden seit vielen Jahren möglich ist, auch bei uns erreichbar sein? ww.