Schiffswerft Blohm & Voll soll wiedererstehen. Die ehemals größte deutsche Schiffswerft, Blohm & Voß in Hamburg, die im Kriege stark zerstört und in den Nachkriegsjahren weitgehend demontiert worden ist, soll nach dem Beschluß des Hamburger Senats neu erstehen. Um das Unternehmen wieder zu einer modernen und international wettbewerbsfähigen Werft zu machen, sind – nach Schätzungen des Senats – Investitionen von rd. 13 Mill. DM erforderlich. Die Werft soll eine Neubaukapazität von mindestens 30 000 BRT erhalten bei einer Belegschaft von etwa 2500 Mann. Außer dem Bau von See- und Küstenschiffen sollen Schiffsreparaturen ausgeführt werden. Man rechnet, daß die alliierte Sicherheitsbehörde in naher Zukunft auch die Genehmigung zum Neubau von Seeschiffen erteilen wird.

Niederländisches Interesse für Howaldtswerke; Hamburgs Finanzsenator, Dr. Ziegeler, gab vor der Hamburger Bürgerschaft bekannt, daß dem Senat über den Bundesfinanzminister ein Kaufangebot der Dortmund-Hörder-Hüttenunion (AK 184 Mill. DM) in Dortmund zum Erwerb der bundeseigenen Howaldtswerke Hamburg AG vorliegt. An der Dortmund-Hörder-Hüttenunion ist zu etwa 40 V. H. des AK die niederländische Hoogovens en Staalfabrieken in Ymuiden beteiligt. Dr. Ziegeler erklärte, daß der Senat bei einem evtl. Verkauf der Frage der Weiterbeschäftigung der Belegschaft – zur Zeit etwa 7500 Personen – ganz besondere Aufmerksamkeit schenken werde.

Die Südwerke Motoren- und Kraftwagenfabriken GmbH., Essen, haben wieder den Namen Krupp in ihren Firmennamen aufgenommen. Sie firmieren jetzt "Fried. Krupp Motoren- und Kraftwagenfabriken GmbH". Die Geschäftsführung und das Produktionsprogramm bleiben unverändert.

Mexiko-Auftrag für Siemens & Halske. Das Unternehmen hat von der mexikanischen Telegrafenverwaltung einen Auftrag für den Ausbau eines Fernschreibnetzes für etwa 500 Anschlüsse erhalten. In acht Städten sind Vermittlungsämter vorgesehen. Der Auftrag beläuft sich auf rd. 150 000 US-$.

Nordwolle In der Mengenkonjunktur. Auf der HV der Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei AG, Bremen – die Versammlung beschloß für 1953 eine auf 8 (i. V. 6) v. H. erhöhte Dividende auf 14,4 Mill. DM AK zu verteilen –, teilte der Vorsitzende des AR, Robert Stuck, mit, daß das Unternehmen bis zum Jahresende mit Aufträgen für volle Beschäftigung versehen sei. Über das voraussichtliche Geschäftsergebnis für 1954 könne man allerdings noch nichts Verbindliches sagen, weil der scharfe Wettbewerb ständig an den Preisen zehre. Das wachsende Vertrauen In die heutige Preisbasis für Rohwolle werde hoffentlich auch im ersten Quartal 1955 einen ausgehenden Auftragseingang und damit weiter volle Beschäftigung mit sich bringen.

Das Stammhaus der Bank of America feiert am 17. Oktober den 50. Jahrestag seiner Gründung. Das Unternehmen ist die größte Privatbank der Welt und unterhält heute 546 Filialen und Vertreter in allen Ländern der Erde. Die Bilanzsumme beträgt über 8 Mrd. $. 1951 eröffnete die Bank auch in Düsseldorf eine Filiale.

Die Bank für Gemeinwirtschaft, Hamburg, feierte am 5. Oktober ihr fünfjähriges Bestehen. Wenn auch die Bank traditionsgemäß eine Schöpfung der Gewerkschaften und der Geossenschatten ist, so betrachtet sie sich doch gleichzeitig als Diener der Allgemeinheit. Heute sind die Banken für Gemeinwirtschaft aus unserem Wirtschaftsleben nicht mehr fortzudenker. Die günstige Entwicklung der Hamburger Bank wird besonders an der Bilanzsumme der einzelnen Jahre deutlich! sie betrug 1949 rund 5,449 Mill. DM, war 1952 auf 67,826 Mill. DM angewachsen und beläuft sich per 30. 6. 1954 auf 130,407 Mill. DM. Zu den Niederlassungen in Kiel und Lübeck wird im nächsten Jahr eine weitere Niederlassung in Neumünster kommen.