Etwa 25 000 politische Häftlinge werden in der Sowjetzone festgehalten. Der Staatssicherheitsdienst (SSD) erpreßt in seinen Untersuchungsgefängnissen mit den grausamsten Mitteln die "Geständnisse", die das Terrorregime als Vorwand für seine furchtverbreitenden Strafen braucht.

Etwa 20 000 Menschen, die in den Kerkern der Sowjetzone saßen, leben heute in der Bundesrepublik und Westberlin. Über 12 000 von ihnen haben sich aus Enttäuschung über ihr Los nach der Entlassung in der "Vereinigung der Opfer des Stalinismus" (VOS) zusammengeschlossen.

Aber der so langersehnte Weg in die Freiheit bringt den meisten von ihnen leid volle Enttäuschungen. Nur zu oft finden sie kein Verständnis für ihre schwere Lage. Bei den Behörden sieht man die Paragraphen und die Formulare, aber leider nur selten den Menschen in seiner Not. Das Heimkehrergesetz, in das die entlassenen politischen Gefangenen nur lose einbezogen sind, reicht zur Befriedigung ihrer berechtigten Wünsche nicht aus. Man wird das, was die politischen Häftlinge erwarten, ihnen nur zu einem geringen Teil durch Gesetze geben können. Hier sollten sich freiwillige Organisationen konstituieren, die den Unglücklichen helfen, einen Weg in die Zukunft zu finden. R. S.