Die Industriekreditbank AG, Düsseldorf, schlägt der zum 26. Oktober einberufenen HV vor, für 1953/54 (31. 3.) wieder 6 v. H. Dividende auf die A-Aktien (18 Mill. DM) und erstmals 3 v. H. Dividende auf die B-Aktien (36 Mill. DM) – diese Aktien unterliegen einer befristeten Stimmrechts- und Dividendenbeschränkung; sie stammen aus der Kapitalerhöhung von Anfang 1953 – zu verteilen. Inzwischen hat die ao. Hauptversammlung vom 10. März den Vorstand zu einer weiteren Kapitalerhöhung um 6 Mill. DM auf 60 Mill. DM ermächtigt.

Im Berichtsjahr, dem fünften seit Gründung der Bank, wurden 1009 Einzelkredite im Gesamtbetrag von 170,1 Mill. DM neu bewilligt. Von den damit bis zum Schluß des Geschäftsjahres bewilligten 4655 Krediten im Gesamtbetrag von rd. 741 Mill. DM entfallen der Stückzahl, nach 95 v. H. auf Kredite bis zu 0,5 Mill. DM im Einzelfall; 3.2 v. H. der Stückzahl nach entfallen auf Kredite zwischen 0,5 Mill. DM und 1,0 Mill. DM und 1,9 v. H. auf Kredite von mehr als 1 Mill. DM im Einzelfall. Von der Gesamtkreditsumme (741 Mill. DM) sind an die unterste Gruppe 56,5 v. H. dieses Betrages gegangen, an die mittlere Gruppe 16,6 v. H. und an die höchste Gruppe 25,9 v. H. Die ausgelegten Kredite verteilen sich auf breite Wirtschaftskreise im gesamten Bundesgebiet. Hinsichtlich der Kreditbewilligungen nach Gewerbegruppen entfallen von dem Gesamtbetrag von 741 Mill. DM 35,7 v.H. an Betriebe der Investitionsgüterindustrie, 33‚2 Y. H. an die Grundstoff- und Produktionsgüterindustrie, 21,9 H. an die Verbrauchsgüterindustrie, 2,9 v. H. an den Bergbau, 2,5 v. H. an den Handel und der Rest an sonstige Betriebe.

In dem Bericht heißt es, daß die bewilligte Kreditsumme von 170 Mill. DM im Berichtsjahr bei weitem nicht ausreichte, die Kreditwünsche zu befriedigen. Einen Anhaltspunkt für den Konsolidierungsbedarf bieten die bei der Bank am Ende des Geschäftsjahres vorliegenden Kreditanträge, die sich auf nicht weniger als 1892 Gesuche im Gesamtbetrag von 351,6 Mill. DM beliefen. Selbst diese Zahl spiegelte nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Kreditbedarfes im Aufgabenbereich der Bank wider; man dürfe sie – so heißt es – ohne den Berechnungsgrundlagen Gewalt anzutun, mindestens verdoppeln, wenn nicht verdreifachen. In der gewerblichen Wirtschaft im allgemeinen und bei den mittleren und kleinen Betrieben im besonderen seien ständig viel mehr wirtschaftlich wertvolle Investitionsvorhaben vorhanden als finanziert werden können. Soweit sie nicht dem seit Jahren angestauten Modernisierungs- und Rationalisierungsbedarf der Betriebe dienen, entstehen sie fortwährend aus den Fortschritten der Produktionstechnik, der Entwicklung neuer Produkte, der Verfeinerung der Arbeitsverfahren und dem Wettbewerb mit dem Auslande. D.

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Die Dresdner Bank-Gruppe hat mit brasilianischen Interessenten in Rio de Janeiro die deutsch-brasilianische Industrier Finanzierungs-Gesellschaft Continco S. A. gegründet. Damit konnte einem seit langem gehegten Wunsch maßgebender deutscher Unternehmer nach – der Schaffung eines zuverlässigen Stützpunktes für die Durchführung von Investitionsvorhaben in Brasilien entsprochen werden. Der AR setzt sich aus drei brasilianischen und vier deutschen Mitgliedern zusammen. In der Gründungsversammlung wurden zunächst gewählt: Baron Leonhard von Richter, Vors., Direktor der Rhein-Main Bank AG, Frankfurt/M. Sigmund Weiß, stv. Vors., Präsident der Companhia Siderurgica Mannesmann, Rio de Janeiro; Adelino Fernando Coelho, Alianca da Bahia, Rio de Janeiro, Joao Batista de Figueiredo, Präsident der deutsch-brasilianischen Handelskammer in Sao Paulo; Emil Puhl, Vorstandsmitglied der Hamburger Kreditbank AG, Hamburg, und Hans Treue, Direktor der Rhein-Ruhr Bank AG, Düsseldorf.