"Der ist kein guter Jäger nit und auch kein Heger nit und prahlt er noch so groß, mit ihm ist doch nichts los ..."

Am 16. Oktober öffnet die Internationale Ausstellung "Jagd und Sportfischerei" in Düsseldorf ihre Pforten. Nicht nur die Jünger Nimrods und Petris, sondern viele, viele Menschen mehr, die sich in diesem technisierten Zeitalter ihre Liebe zur Natur unverfälscht bewahrt haben, werden zum Düsseldorfer Ausstellungsgebäude pilgern. Und dies dürfte vor allem auch der Grund dafür sein, daß der Bundespräsident – der, wie wir wissen, kein Jäger und Angler, wohl aber ein wahrer Freund der Natur ist – die Schirmherrschaft über diese Schau übernommen hat, die in ihrer Grundidee von allen früheren Ausstellungen gleicher Art erheblich abweicht.

Stellten solche Ausstellungen früher die Jagd und die Trophäe in den Vordergrund, so wird in den Tagen vom 16. bis 31. Oktober diesmal vornehmlich der Mensch in seiner Haltung zur Schöpfung behandelt.. Es ist ja kein Geheimnis mehr, daß unsere Landschaft immer mehr verarmt und unsere freilebende Tierwelt einer immer größeren Gefährdung ausgesetzt ist. Die Jäger und Sportfischer aller Länder erblicken in ihrem Mitempfinden mit der Kreatur und in ihrer Natur- und Heimatliebe einen Hauptwesenszug der Humanität und Duldsamkeit.

Die Düsseldorfer Ausstellung, an der sich etwa 25 Länder beteiligen, wird also nicht nur eine Fundgrube neuen Wissens für den Jäger und Sportfischer sein, sondern in besonderem Maße die Öffentlichkeit absprechen, da sie eine Mahnung an alle sein wird, über den Fortschritten der Technik nicht die große Aufgabe zu vergessen, die jedem Volk in der Erhaltung der Lebensgemeinschaft von Tier und Pflanze gestellt ist. Die große Schau wird uns die Entwicklung von Jagd und Fischerei als die ältesten Betätigungen des Menschen von ihren Uranfängen bis zur Jetztzeit zeigen und uns einen umfassenden Überblick über die Wandlung des Jägers vom Schützer des Menschen vor der Tierwelt zum Schützer der Tierwelt vor dem, Menschen geben.

In einer lebendigen Zusammenarbeit unserer Bundes- und Länderministerien und der internationalen und nationalen Organisationen des Natur-, Landschafts-, Tier-, Wald-, Wild- und Jagdschutzes werden alle wichtigen und nicht nur den Jäger und den Sportfischer interessierenden Themen angeschlagen werden, als da sind etwa: "Gesunder Wald, gesundes Wild, gesunde Heimat", "Umgang mit Mutter Grün", "Knigge für Jäger", "Moore und Heiden" und vielerlei mehr. Ein Panorama "Deutsches Wild in Wald und Flur" wird auf einer 5000 Quadratmeter großen Fläche das heimische Wild in künstlerischen Termoplastiken zeigen. Auf die Mitwirkung der Kunst wird überhaupt besonderer Wert gelegt. Die deutsche und internationale Künstlerschaft der Malerei, Bildhauerei, Webekunst und Glasmalerei wird viele Werke mit jagdlichen Motiven zur Schau stellen. Das Düsseldorfer Stadtmuseum unterstützt diese Sonderschau in großzügiger Weise noch dadurch, daß es mit Bildern aus seinem Besitz die Entwicklung der Jagdmalerei von Rubens bis Deiker, Friese, Kuhnert und Liljefors zeigt.

Aber auch das sportlich Praktische wird zu seinem Recht kommen. Zur Verschönerung der Eröffnungsfeier stellt der Oberste Französische Jagdrat für eine Equipage 100 Meutehunde und 50 Piqueure zur Verfügung; der Deutsche Falkenorden und der Jagdhundgebrauchsverband werden interessante Vorführungen auf dem Freigelände veranstalten; auf modernen Schießanlagen wird die "Internationale Meisterschaft im jagdlichen Schießen 1954" ausgetragen werden, und die Sportfischer werden in einem internationalen Wurfturnier um die Europameisterschaft kämpfen. Allen ausländischen Gästen gewährt der Verband Deutscher Sportfischer freien Fischfang in deutschen Gewässern, und zu Ehren der fremdländischen Besucher der Ausstellung wird der Deutsche Jagdschutz-Verband abwechslungsreiche Repräsentationsjagden veranstalten,

Düsseldorf wird also in der zweiten Monatshälfte im Zeichen der grünen Farbe stehen. So sei – mit Verlaub – ein Vers zitiert: "Es lebe, was auf Erden stolziert in grüner Tracht, die Felder und die Wälder, der Jäger und die Jagd!" -ff-