Ähnlich wie in Jugoslawien, wo die Triester Kompromißlösung "mit Genugtuung, aber ohne Begeisterung" betrachtet wird, ist sie auch in Italien aufgenommen worden. Der provisorische Charakter des Londoner Abkommens über Triest wird daher von keiner Partei bedauert. Beide versprechen sich vielmehr gerade von dieser Tatsache eine für sie günstige Entwicklung in der Zukunft. Der italienische Bürgermeister von Triest, Gianni Bartoli, erklärte: "Der Fremde ist immer noch in Istrien, dem Land des Martyriums und der Treue. Aber Italien, das jetzt Triest zurückerhält, wird nunmehr die Stimme jener besser vernehmen, die immer noch auf eine gerechte Lösung warten müssen. Die zweite Phase wird durch geduldige Arbeit in einem vereinten Europa und an einer befriedeten Adria gewonnen werden."

Hoffnung auf die Zukunft spricht auch aus einem Interview des geschäftsführenden jugoslawischen Außenministers Ales Bebler: "Die Regelung der Triester Frage sollte der Ausgangspunkt für eine neue Ära in den italienisch-jugoslawischen Beziehungen sein." Bei der Bereinigung der vielen nach wie vor bestehenden Streitfragen’sollte nach seiner Ansicht mit der Festlegung der Grenze bei Görz begonnen werden. Eine Lösung dieser Frage sei "mehr als reif", da in diesen Gebieten "über 80 000 Slowenen unter italienischer Herrschaft leben". K.