Der Vorstand der Ruhrgas AG‚ Eins, hatte sich in den vergangenen Jahren stets mit einiger Zurückhaltung über die Versorgungsmöglichkeiten der Winterhalbjahre geäußert. Nach den schlechten Gasverhältnissen des vergangenen Jahres wirkt es daher recht erfreulich, daß der Vorstand der Ruhrgas für den kommenden Winter die Gasversorgung als gesichert ansieht Koksproduktion und Koksofengasanfall wären im Steigen begriffen. Mehr und mehr gelänge es, die Gasproduktion ohne Überproduktion an Koks auszudehnen. Zusatz von Öl, Verfeinerung in den Gewinnungsverfahren und vor allem Ausbau der Speicheranlagen würden den Bedarf für die nahe Zukunft sichern können, wurde erklärt.

Das Unternehmen, eine Gemeinschaftsgründung des Ruhrbergbaues, wird 1954 seine Gasabgabe um etwa 9 v. H. gegenüber 1953 und damit auf 4,2 Mrd. cbm steigern, nachdem im Geschäftsjahr 1953 erstmalig ein Rückgang von rund 4 auf 3,8 Mrd. cbm in Kauf genommen werden mußte. Das Unternehmenschließt 1953 an sich wieder ohne Gewinn und Vetlustab. Jedoch hat sich die Ertragslage weiterhin nicht unerheblich gebessert. Der Rohüberschuß erhöhte sich von 45,7 auf 52,2 Mill. DM. Der Reinertrag ist in vollem Umfang zugunsten des § 36 des IHG verwendet worden, so daß sich die Abschreibungen nunmehr auf 24,86 (22,55) Mill. DM stellen und damit rund das Doppelte von 1951 betragen.

Die starken Investitionen finden Ihren Niederschlag in der Bilanz unter Zugängen zum Anlagevermögen, die 30,6 (21,8) Mill. DM ausmachen. Sie haben das Ziel, die Grundlage der Gasversorgung zu verbreitern und die Versorgung der Abnehmer zu sichern. Im vergangenen Jahr mußte z. B. Gas aus Holland und Belgien importiert werden, um die Innerdeutschen Anforderungen wenigstens einigermaßen befriedigen zu können.

In der Bilanz, die an sich liquide ist, erscheinen im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben jetzt die Anlagen mit 305 (264), andererseits Wertberichtigungen dazu mit 209 (185) Mill. DM. Bei einem AK von 50 Mill. machen Bankschulden 53,4 (16,9), sonstige Kredite 40,4 (17,5) und Warenschulden 7,5 (13,9) Mill. DM aus. Im Umlaufvermögen stehen -Warenforderungen mit 26 (28), ferner Darlehen mit 27,7 (21,5) und Bankguthaben mit 9,5 (16,4) Mill. DM.

Die oHV wählte Bergwerksdirektor Dr. Emil Stein von der Steag neu in den AR, aus dem wegen Übernahme der Generaldirektion von GEORG Bergwerksdirektor Engelbert Raueiser ausschied. In den Vorstand wurden berufen Dr. Walther Wunsch, Kurt Traenckner, Herbert Schelberger und als stellvertretendes Vorstandsmitglied Dr. Hermann Knuth. rlt.