Herbert Rittlinger: Der maßlose Ozean. Roman der Südsee. (Paul List Verlag, München, 314 S., DM 9,80.)

Palmenumrauschte Inseln, anmutige braune Eingeborenenmädchen, ein von Filmen und Magazinphotos her wohlbekanntes Südseeklischee: – das Verrückte an der Sache ist, daß es dies alles tatsächlich noch gibt, läßt Rittlinger den Helden seines Südseeromans sagen. Doch der exotische Zauber verliert seinen Sacharingeschmack, wird selbstverständliche Wirklichkeit auf der großen Fahrt, die den jungen Deutschen Monk von Yokohama über die Marianen und Mikronesischen Inseln zum Greenwich-Island führt. Auf dem im maßlosen Ozean verlorenen, taifungefährdeten kleinen Atoll Kapingamarangi verbringt Monk einige Monate und findet dort bei den Kanakern "jene Menschlichkeit und Heiterkeit des Herzens, die an den Grenzen der absoluten Landschaft steht."

Amüsant, manchmal ein bißchen schnoddrig, aber fundiert und aus eigener Anschauung erzählt.

Lorenz Mack: Die Saat des Meeres. (Paul Zsolnay Verlag, Wien, Roman, 184 S., DM 8,50.)

Im kleinen Inseldorf an der dalmatinischen Küste gibt’s kein elektrisches Licht, keine Schule, und weil die Analphabeten dort so einfältig sind, auch keine Sünd’. Die Leute ernähren sich vom Fischfang, und wenn sie damit nicht beschäftigt sind (im Buch sind sie es nicht), reden sie zwar unbeholfen, aber romantisch daher. Ein Ingenieur soll elektrisches Licht, eine Lehrerin geistige Erleuchtung auf die Insel bringen. Beide werden von den Fischern mit passivem Widerstand bekämpft, bei dem sich ein junger Mann als besonders hartnäckig erweist. Da verunglückt ein alter Fischer, die Lehrerin benutzt ihre Krankenpflege dazu, ihm Lesen und Schreiben beizubringen, erobert dann ziemlich rasch die treuherzigen Inselbewohner und heiratet zu guter Letzt den bis zum Schluß dumpf trotzenden, starken, jungen Fischer.

An manchen Stellen zeigt das Buch Ansätze zu originellem Ausdruck, doch immer wieder verfällt der Autor in eine Sprache, deren peinlich anmutende Bilder an eine wohlbekannte Literatur der Vergangenheit erinnern. Dann "läuft" das Blut "wie kochendes Öl durch seinen Körper" – "über ihren Körper jagen glühende Schauer und ihr kochendes Blut rauscht..."

Perry Burgess: Es gibt einen Weg. (Paul Zsolnay Verlag, Wien, 338 S., DM 13,60.)