Die folgende Darstellung beruht auf dem neuen "24. Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich" in Basel.

Es war eine der wichtigsten Lehren der letzten Jahre, daß die Rohstoffsorgen im Anschluß an den Krieg in Korea nicht berechtigt gewesen sind. Die damalige Hausse war mehr auf Panikkäufe zurückzuführen als auf eine wirkliche Verminderung des Angebots. Diese Erkenntnis, zusammen mit den Ergebnissen der damals ausgedehnten Erzeugungsprogramme, brachte nach Korea einen völligen Umschwung der Marktlage. Das sichtbare Überangebot, unsichere Wirtschaftsaussichten und abnehmende Kriegsgefahr veranlaßten die Käufer zu größter Vorsicht. Nun erschien infolge beschränkter Nachfrage wieder das Überangebot an Waren größer, als es in Wirklichkeit war, was wiederum von Zeit zu Zeit zu Preissteigerungen führte, wenn die Verbraucher ihre Bestände ergänzen mußten.

Wie ist aber nun die Wirklichkeit? Sozusagen der "Weltmeister im Rennen" um höhere Erzeugungsmengen ist unbestritten Aluminium, dessen Erzeugung sich gegenüber 1937 fast verfünffacht hat. Die Stromerzeugung hat sich verdreifacht, die Herstellung von Kunstfasern ist um das Zweieinhalbfache höher, die Erzeugung von Rohöl, Kautschuk und Zement hat sich mehr als verdoppelt.

Bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wurde versucht, die Erzeugung einiger industrieller Rohstoffe für einen längeren Zeitraum zu schätzen, nämlich für die gesamte erste Hälfte unseres Jahrhunderts:

1. Die Gewinnung von Nichteisenmetallen ist von 1900 bis 1953 im Volumen (zu festen Preisen) auf das Fünf- oder Sechsfache gestiegen.

2. Wenn man die Entwicklung des halben Jahrhunderts in verschiedene Phasen gliedert, zeigt sich, daß die Rückschläge infolge des ersten Weltkrieges schnell überwunden waren, so daß schon 1929 ein erster Höhepunkt erreicht wurde, an dem die Produktion etwa dreimal so hoch wie 1900 war. Während der nachfolgenden schweren Weltwirtschaftskrise ging die Erzeugung in drei Jahren um fast 50 v.H. zurück; sie hatte sich aber 1937, insbesondere im Sterlinggebiet, wieder recht gut erholt und lag zu diesem Zeitpunkt um 20 v. H. über dem 1929 erreichten letzten Höchststand.

Eine allgemeinere Ausdehnung der Erzeugung erfolgte in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg: 1953 lag die Erzeugung um mehr als 50 v. H. über dem Stand von 1937 – und das ist ein sehr eindrucksvoller Fortschritt.