Bayer-Fabrikation in USA. Die je zur Hälfte der Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen, und der Monsanto Chemical Co., St. Louis USA, gehörende Mobay Chemical Company, Wilmington, hat nördlich von New Martinsville in West-Virginia ein Gelände zur Errichtung von Fabrikationstätten für die Herstellung von Isocyanaten und Polyestern erworben. Der Bau der Fabrikationsanlagen wird voraussichtlich in 12 bis 15 Monaten beendet sein. Die Mobay Chemical Company baut auf den Erfahrungen der Farbenfabriken Bayer AG auf, die seit mehreren Jahren Isocyanate und Polyester herstellt. Die entsprechenden Produktionsanlagen in Leverkusen sind vergrößert werden und werden in Kürze ein Mehrfaches der Kapazität der geplanten Mobay-Anlagen haben. Mobay wird wie Bayer keine fertigen Produkte, sondern nur Ausgangsstoffe herstellen. Durch Kombination von Isocyanaten und Polyestern lassen sich die verschiedensten Produkte (elastische und feste Schaumstoffe, elastische gummiartige Kunststoffe, Lacke, Drahtlacke und Klebstoffe) herstellen.

Generalversammlung der Julius Mein! AG Wien. In der unter dem Vorsitz von Dr. h. c. Julius Meinl stattgefundenen Generalversammlung wurde ausgeführt, daß 1953 bei einem zienlich stabilen Preisniveau die Verkaufsumsätze und die Produktion wesentlich gesteigert werden konnten. Besonders die Umsätze in den Erzeugnissen der direkt importierten Artikel – Kaffee, Tee, Kakao – erfuhren beträchtliche Zunahmen Die Betriebe, die im Berichtsjahr voll beschäftigt waren, wurden weiter durchorganisiert, und Fabrikation sowie Verpackung durch Einführung technischer Neuerungen und Verwendung moderner Maschinen verbessert. Die so gesteigerte Produktionskapazität, verbunden mit den Umsatzerhöhungen, trug dazu bei, ein günstiges Geschäftsergebnis zu erreichen. An die Aktionäre wird auf den Dividendenkupon Nr. 6. eine Dividende von 6 v. H. ausgeschüttet. Der freien. Rücklage wurden 2,7 Mill. S, dem Unterstützungsfonds der Arbeiter und Angestellten ein Betrag von 300 000 S zugewiesen.

Die Brasilianische Luftverkehrsgesellschaft Pan all do Brasil berichtet, daß ihre Maschinen im Vorjahr 18,32 Mill. km gegenüber 17,36 Mill. in 1982 zurückgelegt haben. Die Einnahmen der Gesellschaft übertrafen 1953 das Ergebnis des Vorjahres um 25 T. H. Im Berichtsjahr wurden rund 360 000 Passagiere befördert (1952 = 326 000).

Verkauf der Köster AG. Der Verkauf des auch als "DEFAKA" (Deutsches Familien-Kaufhaus) bekannten Warenhaus-Konzerns Emil Köster AG, Düsseldorf, dessen einziger Aktionär der deusth-amerikanische Finanzmann Michael ist, an die Horten KG, Duisburg, soll perfekt sein. Bei Horten wurde auf Anfrage erklärt, daß nur noch Formalitäten zu erledigen seien – sie seien allerdings zum Teil schwerwiegender Art –, so daß bis zum endgültigen Abschluß noch einige Zeit verstreichen, werde. Von gut unterrichteter Seite wird ein Betrag zwischen 70 und 75 Mill. DM als Kaufpreis genannt. Gerüchtweise verlautet, daß im Laufe der Verhandlungen von Michael als Kaufpreis ein Betrag gefordert worden sei, der ungefähr dem Jahresumsatz der Köster AG i. J. 1952 von 134 Mill. DM (1953: 179 Min.) entspricht. Im Hinblick auf die genannte Höhe des Kaufpreises können Verlautbarungen nicht überraschen, daß Horten diesen Neuerwerb mit einer Rationalisierung und Konsolidierung zu verbinden wünscht, indem er einige Objekte abstoßen werde.

Die Atlas-Werke AG, Bremen (Großmaschinenbau und Schiffsmaschinen), konnte 1953 infolge umfassender Modernisierungen ihren Umsatz um 30 v. H. gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Der Exportanteil am Gesamtumsatz blieb mit rd. 40 v. H. auf Vorjahreshöhe. In der Abteilung Schiffbau wurde 1953 außer Umbauten und Reparaturen zwei Motorfrachter für ausländische Rechnung und zwei Motorschiffe für Bremer Reedereien abgeliefert. Im ganzen waren die Zulieferungen für den Schiffbau rückläufig. Dagegen war die Beschäftigung im Maschinenbau und Apparatebau lebhaft, das Geschäft in Echoloten und Radaranlagen habe bemerkenswerte Fortschritte gemacht, neu entwickelte elektromedizinische Geräte fanden gute Abnahme. Im laufenden Geschäftsjahr ist eine weitere Umsatzzunahme eingetreten; die vorliegenden Aufträge sichern Beschäftigung bis in das Jahr 1955 hinein. Bei einem höheren Rohertrag von 13,04 (11,82) – in Mill. DM – und ebenfalls höheren Anlageabschreibungen von 1,03 (0,78) ist ein Gewinn von 0,66 (0,09) ausgewiesen, der auf Grund des Organvertrages von der Hugo Stinnes Industrie- und Handels GmbH, Mülheim (Ruhr), über nommen wird. Die freien Aktionäre erhalten 6 v. H. Dividende.

Die Eisengießerei Hermann Michaelsen, Hamburg-Altona, konnte am 8. Oktober ihr 100jähriges Bestehen feiern. Unter der Leitung von Dipl.-Ing. Wilhelm Unger entstand aus den Trümmern, die der zweite Weltkrieg von dem Unternehmen zurückgelassen hatte, das Werk in vorbildlicher Initiative und Tatkraft nach modernsten Gesichtspunkten. Es verfügt heute über 200 Betriebsangehörige und liefert Grauguß als maschinengenormte Massenartikel für alle Verwendungszwecke bis zu den kleinsten Abmessungen.

Das "Laboratorium Wennebostel Dr.-Ing. Sennheiser" in Wennebostel bei Hannover ist das bedeutendste Mikrophonwerk des Bundesgebietes. 70 v. H. der gesamten westdeutschen Fertigung an Mikrophonen – monatlich über 5000 Stück – werden hier hergestellt. 150 Arbeitskräfte sind mit der Fertigung dynamischer Mikrophone, der Herstellung von Meßgeräten für Hoch- und Niederfrequenztechnik, der Geophysik und Spezialgeräten der Elektroakustik sowie Miniaturbauteilen der Nachrichtentechnik beschäftigt. 70 v. H. der Gesamtproduktion besteht jedoch aus der Fertigung von Mikrophonen. Infolge des großen Inlandsbedarfs konnten bisher nur 10 v. H. der Produktion exportiert werden.