DIE ZEIT

Keine Haarspalterei

Der H-Linie des Herrn Dior versagen zwar die Modisten östlich des Brandenburger Tors entschieden die Gefolgschaft. Die V-Form aber, in der sich die Damen der westlichen Welt die Locken seit einem Jahr zurechtstutzen lassen, triumphiert über Zonen- und Sektorengrenzen.

Schwarzseher Dehler

Herr Dehler stößt da also in das gleiche Horn, das bereits der Gewerkschaftsbund geblasen hat (– das Horn wird dadurch freilich nicht besser .

Zwischen den Verhandlungen

Wer die Bedeutung eines Staatsmannes beurteilen will, muß seine politische Umwelt erforschen. Viele haben sich in den letzten Jahren gefragt, woher es komme, daß Bundeskanzler Dr.

Zu spät und zu wenig

Wena der Bundestag jetzt endlich über dieSteuerreform entscheidet, so wird das kein großer politischer Erfolg werden. Ein Vorhaben, das wie kein anderes geeignet gewesen wäre, den Zusammenhalt zwischen Bevölkerung, Regierung und Parlament zu stärken, scheint durch Unzulänglichkeit und Kleinlichkeit vertan zu werden.

Dr. Malan tritt zurück

Überraschend – selbst für einige seiner Ministerkollegen – hat der achtzigjährige Daniel François Malan, Dr. der Theologie, am 11.

Was sonst noch geschah

Die seit längerer Zeit erwartete Umbildung der britischen Regierung ist von Premierminister Sir Winston Churchill am Tage vor dem Zusammentreten des Parlaments nach den Sommerferien bekanntgegeben worden.

ZEITSPIEGEL

"Der Mercedes 300 ist eine sehr schöne Errungenschaft, aber ich würde trotzdem wünschen, daß etwas mehr davon in den Export ginge als ins Inland", sagte Bundeswohnungsbauminister Preusker auf einer FDP-Kundgebung in Wiesbaden und ermahnte die wirtschaftlich Erfolgreichen, der 18 Millionen Deutschen jenseits des Eisernen Vorhanges zu gedenken.

Verlustreiche Regierungsgeschäfte

Welch ein Kontrast: Vor wenigen Tagen noch saßen Freunde und Gegner einer ("erwerbswirtschaftlichen") Betätigung der öffentlichen Hand einträchtiglich beisammen, um in Königstein, anläßlich einer Tagung der "Gesellschaft zur Förderung der öffentlichen Wirtschaft", in Rede und Gegenrede eine gemeinsame Basis zu "erarbeiten".

Alte Freundschaften

Mit dem japanischen und dem türkischen Volke verbindet uns nicht nur eine politische Freundschaft. Seit langem bestehen enge kulturelle Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern und unserem Lande.

Der verteuerte Kaffee

Die enormen Preissteigerungen für Kaffee an der New Yorker Börse in den Monaten Januar bis August dieses Jahres, von denen nicht nur die amerikanischen, sondern auch die europäischen Konsumenten betroffen wurden, sind seit längerer Zeit Gegenstand einer Untersuchung durch einen Unterausschuß des Bankenkomitees im amerikanischen Senat.

Unter Druck Rotchinas

Zu den Kombinationen über das Verhältnis zwischen der Sowjetunion und Rotchina wird die Veröffentlichung eines umfangreichen russischchinesischen Vertragswerkes vom 12.

Wilsons Hundefutter

Am 2. November wählen die Amerikaner ihren neuen Kongreß. Nach Ansicht der meisten Beobachter ist aber der Wahlausgang schon am 11.

Deutscher Klerikalismus?

Der letzte Katholikentag in Fulda hat die Blicke Deutschlands in einer politisch gespannten, seit Monaten mit der Problematik kulturkämpferischer und konfessioneller Plänkeleien im Vorfeld der Landtagswahlkämpfe beladenen Situation auf das große Lager des politischen Katholizismus gelenkt.

Kurzgeschichten-Preisausschreiben

Der Termin für unser Kurzgeschichten-Preisausschreiben ist in der vorigen Woche abgelaufen. Rund zweitausend Arbeiten sind uns gesandt worden, eine Zahl, die wir nicht erwarten durften.

Filmische Kunst-Anschauung

Als sich die dreitägige Marathonvorführung internationaler Kunstfilme (nicht zu verwechseln mit künstlerischen Spielfilmen) im Stedelijk-Museum von Amsterdam dem Ende näherte, fragte ein Vertreter der UNESCO, M.

Stimme aus der neuen Welt

Die Amerikaner sind die vollkommensten Menschen, es sind Vollmenschen, weil sie keine Spezialisten sind." Mit diesem Satz eröffnete Peter von Zahn ("Fremde Freunde in der neuen Welt") – vielen; Rundfunkhörern durch! wohldurchdachte Berichte aus Amerika und ihre her bemerkenswerte Diktion bekannt – das Gefecht im 185.

Hollywoods Hintergründs-Kunst

Mit dem, was im Vordergrund der Hollywood-Filme passiert, ist selten viel los. Die Damen und Herren, die da ihre Liebes-oder Mordgeschichten abzuwickeln haben, sind in der Regel weder durch den Text noch durch die Schauspielkunst interessant genug, um uns innerlich zu beschäftigen.

Rimbaud und die Deutschen

Arthur Rimbaud –am 20. Oktober 1854 in der kleinen Ardennenstadt Charleville geboren – zeigt schon ungemein früh die ersten Spuren seiner eigenartigen Begabung.

Tragisches Afrika

Fröhliche Optimisten wie Arnold Toynbee sagen, die Menschheit gehe jetzt auf der letzten, breiten Strecke des Weges zur "einen Welt" munter und unwiderstehlich voran.

Im Brennpunkt des Gesprächs:: Arbeit und Humanität

Seit jener erschrockenen Vision Goethes, in der der Dichter der "Wanderjahre", bereits ergriffen von der Unruhe der beginnenden Industrialisierungsepoche, die Maschine als Herrin einer neu heraufkommenden Welt voraussah, ist das Thema "Mensch und Technik" nicht mehr zur Ruhe gekommen.

Arthur Rimbaud

Zum erstenmal liegt eine deutsche Ausgabe des Gesamtwerkes von Arthur Rimbaud vor, gerade zeitgerecht zum hundertsten Geburtstage des Dichters.

Abenteuer, Liebe und Lepra

Palmenumrauschte Inseln, anmutige braune Eingeborenenmädchen, ein von Filmen und Magazinphotos her wohlbekanntes Südseeklischee: – das Verrückte an der Sache ist, daß es dies alles tatsächlich noch gibt, läßt Rittlinger den Helden seines Südseeromans sagen.

Rheinland-Pfalz: Länderkrieg am Rhein

Der Sachverständigenausschuß für die Neugliederung des Bundesgebietes, der sogenannte Luther-Ausschuß, hat im Frühjahr eine Informationsreise durch die Rheinlande unternommen.

Sachsen: Susannes Wünsche

Die SED-Zeitung Volksstimme veröffentlichte einen Leserbrief von Susanne Jakobartelt, der den für die Verhältnisse in Chemnitz außergewöhnlichen Vorschlag enthielt, künftig solle die Herrenunterwäsche dezente braune Streifen erhalten; auch zartes Grün mit kleinen dunklen Pünktchen sei erwünscht.

Ostpreußen: Immer betrunken

In der südostpreußischen Kreisstadt Stuhm ("Sztum") befindet sich ein Alkoholentziehungsheim für süchtige polnische Funktionäre.

Baden-Württemberg: Badische Indianer

Der "Dakota-Scout" ist im Zeitungshandel nicht erhältlich. Man fragt vergebens an Kiosken oder in Buchhandlungen nach dieser Zeitschrift, die jeden Monat von Karlsruhe aus bis nach Kanada verschickt wird.

... was nicht sein darf

Eine scharfe Rüge wegen "mangelnder Wachsamkeit" wurde dem Rat des Kreises Löbau von der SED-Bezirksparteikontrollkommission erteilt; in der gleichnamigen Kreisstadt ereignete sich auf einer Einwohnerversammlung ein peinlicher Zwischenfall: Ein Besucher aus der Bundesrepublik bezweifelte die Angaben eines Parteiredners über die Arbeitslosenzahlen in der Bundesrepublik.

Schleswig-Holstein: Unterm Kaiser-Wilhelm-Kanal

Oberregierungsrat Wichmann, der Referent des schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Verkehrsministers, hat der Hoffnung Ausdruck gegeben, mit den ersten Arbeiten zum Bau einer Unterführung unter dem Kaiser-Wilhelm-Kanal bei Rendsburg im nächsten Jahr beginnen zu können.

Bay ern: Ciecholewski darf schlafen

Kurt Ciecholewski ist Vertriebener aus Polen, und weil er im Winter keine Arbeit findet, gehört er nach amtlichem Sprachgebrauch zu jenen "Asozialen" und "unerwünschten Elementen", die die Hüter der Ordnung in einem traurigen Kreislauf von Arbeitsmangel – Wohnungsverlust – Bahnhofsübernachtung – Wohlfahrtsamt – Caritas – Polizeiarrest – Schnellgericht – Gefängnis einen Teil der Zeit dem Auge der bürgerlichen Gesellschaft zu entziehen suchen.

Zusammenarbeit

Das Thema der deutsch-französischen Zusammenarbeit für die wirtschaftliche Integration Europas wurde aus deutschem Munde auch in Frankreich angesprochen: in Lyon entwickelte Dr.

Produktivitätskraft nicht schwächen

Wenn nicht in letzter Minute die Marschroute noch geändert wird, kann sich der Bundestag darauf rüsten, Anfang November zum entscheidenden Sturm auf die Steuerreformvorlage antreten zu müssen.

Das "undurchführbare" Kindergeld-Gesetz

Nach dem Ergebnis der dritten Lesung des Kindergeldgesetzes im Bundestag am letzten Donnerstag bleibt als einzige Hoffnung, nun doch noch zu einer einigermaßen praktikablen Lösung zu kommen, die Aussicht auf ein ablehnendes Votum des Bundesrats, also auf ein vom Vermittlungsausschuß zu präsentierendes Kompromiß.

Maßhalten in der Rüstung!

Westdeutschland soll wieder Soldaten haben. Damit erhält die Außenpolitik ein gewichtiges und wirksames Instrument zurück, einerlei ob von ihm Gebrauch gemacht wird oder nicht.

Plan und Plage...

Vor gut einem Jahr verkündeten die Pankower Marionetten den "neuen Kurs" mit paradiesischen Perspektiven. Von dem Schreck des 17.

Unzeitgemäße Zahlungsabkommen

Die bilateralen Verrechnungsabkommen sind ins Gespräch gekommen. Auf der Gouverneurtagung des Währungsfonds erklärte Geheimrat Vocke, daß wir in dem Maße, wie wir zu einer Normalisierung der Währung kommen, auch von den bilateralen Verrechnungsabkommen abgehen müssen.

Büroarbeit - unterbewertet?

Der Bundesminister für Sonderaufgaben, Herr Schäfer, dem neuerdings die Sorgen des "unselbständigen Mittelstandes" anvertraut worden sind, soll (nach einer Bonner Verlautbarung) klären, "wie die Einkommensverhältnisse der Angestellten dem Geldwert (dürfte wohl heißen: den Lebenshaltungskosten!) angepaßt werden können, nachdem große Gruppen der Facharbeiter mit ihren Löhnen die Gehälter zahlreicher Angestelltengruppen weit überholt haben.

Gesamteuropäischer Schuldentopf?

Die Bemühungen zur Vorbereitung einer europäischen Einigung haben in den Deutschland benachbarten Staaten Studien von Einzelmaßnahmen zur Förderung des europäischen Zusammenschlusses veranlaßt.

In Spanien fehlt Kapital

Anfang des Monats haben in Madrid die Besprechungen über das neue deutsch-spanische Handelsabkommen begonnen. Die deutsche Delegation steht, wie im vergangenen Jahr, wieder unter Leitung von Ministerialdirektor Dr.

Immer neue Aktienhöchstkurse

Dem Steigen der Aktienkurse konnte auch in der vergangenen Woche kein Einhalt geboten werden. Diese Formulierung mag seltsam klingen, aber in der Tat wäre es besser, wenn die oftmals hektische Stimmung an den Börsen einer ruhigeren Beurteilung Platz machen würde.

Aluminium als "Weltmeister"

Es war eine der wichtigsten Lehren der letzten Jahre, daß die Rohstoffsorgen im Anschluß an den Krieg in Korea nicht berechtigt gewesen sind.

Rohstofftendenz der Woche

Im Gegensatz zur Vorwoche war der Weltmarktverlauf Während, der Berichtswoche (11. bis 15. Oktober) durch eine rückläufige Preisbewegung; gekennzeichnet, die ihre Ursache in erster Linie in einer abwartenden Haltung der Nachfrageseite hatte.

Ein Student flog nach Moskau und sah sich um

Ein Eilbrief aus Prag. Ohne Absender. Das Schreiben enthielt eine Einladung nach Moskau. Ich war aufs äußerste überrascht. Der Inter-< ionale Studenten-Bund (ISB) bat mich, zu seiner Ratstagung" vom 20.

Heiße Liebe – harter Kampf

In Nr. 39 der ZEIT brachten wir einen Artikel über die indische Filmproduktion, in der Schlagermusik und Monstrekitsch fröhliche Urständ feiern.

Die Wissenschaft vom Wetter

Die Meteorologen tagten in Hamburg. Sie gedachten des 100. Geburtstages von Gustav Hellmann, des großen deutschen Meteorologen, der am 3.

Wie Traktor...

In der Fibel, aus der die Kinder zwischen Elbe und Oder das Lesen üben, stellt sich, wie andernorts auch, jeder neu zu lernende Buchstabe mit einem bunt gemalten Gegenstand vor, an dem er sich leicht einprägen läßt: am A klettert eine Ameise hoch, beim E trompetet ein Elefant, und vom F flattert eine Fahne – eine blaue natürlich, denn blau ist die Farbe von FDJ und Jungen Pionieren.

SPORT DER ZEIT: Die Kultusminister schweigen

Drei Wochen sind jetzt vergangen seit dem Tage, da der Präsident des Deutschen Sportbundes anläßlich der Berliner Hauptversammlung der Deutschen Olympischen Gesellschaft an die Kultusminister der Länder sieben Fragen richtete, die von Bedeutung für den deutschen Sport sind.

Im Schatten des schiefen Turmes

Professor Wilhelm Blaschke, der kürzlich eremitierte Ordinarius der Hamburger Universität und Geometer von Weltruf, stellt uns den folgenden Beitrag über den Wandel einer italienischen Kleinstadt, nämlich Pisa, zur Verfügung, die Stadt, in der er vor 40 Jahren studierte.

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