m. m., Rendsburg

Oberregierungsrat Wichmann, der Referent des schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Verkehrsministers, hat der Hoffnung Ausdruck gegeben, mit den ersten Arbeiten zum Bau einer Unterführung unter dem Kaiser-Wilhelm-Kanal bei Rendsburg im nächsten Jahr beginnen zu können. Zur Durchführung des Projektes liegt dem Bundesverkehrsministerium eine Denkschrift des schleswig-holsteinischen Verkehrsministeriums und der Wasser- und Schiffahrtsdirektion Kiel vor. Die Landesregierung vertritt die Auffassung, daß ein Tunnelbau dicht an der Stelle, wo sich innerhalb eines Jahres rund 55 000 Schiffe mit 1,2 Millionen Kraftfahrzeugen kreuzen, die zweckmäßigste Lösung sei. Der Referent bezeichnete die Kanalkreuzung in Rendsburg als den verkehrsschwierigsten Punkt in Schleswig-Holstein und führte an, daß kaum eine Stelle im Bundesgebiet ein solches Konzentrat von Verkehrsverbindungen wie Rendsburg aufweise. Hier liefen elf klassifizierte Straßen – davon allein sechs Bundesstraßen – zusammen.

Nach einer an 126 Stellen in Schleswig-Holstein durchgeführten Zählung wurde an der Rendsburger Straßendrehbrücke eine Passage von über 7000 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden festgestellt. Die Untertunnelung des Nordostkanals würde einschließlich der Straßenführung 30 Millionen DM kosten. Entgegen bisherigen Vorstellungen würden die Kosten eines Tunnels von denen einer Hochbrücke kaum abweichen. Ein Tunnel würde aber weniger Raum beanspruchen und die kürzere Verbindung sein. Die Länge des Tunnels wird mit 1200 Meter angegeben, die Sohlentiefe mit 26 Metern. Einschließlich der Hauptplanung würde eine Bauzeit von drei Jahren erforderlich sein. Unter Berücksichtigung der Bundesstraße 77 müßte die Linienführung westlich der Rendsburger Straßendrehbrücke laufen. Im Zuge des Tunnelbaues und der neuen Straßenführung würde auch die berüchtigte Kreuzung Husumer Bahn – Straße Rendsburg – Schleswig durch eine Überführung ersetzt werden.