Millionenkonkurs einer Aachener Tuchfabrik. Eine Konkurs quote zwischen 10 und 30 v. H. hofft RA Dr. Walther, Aachen, als Konkursverwalter der Feintuchfabrik Köstring, Buschmühle bei Stolberg/Rheinland, zu erreichen. In Abwesenheit des Gemeinschuldners, Kaufmann Friedrich Köstring, erklärte er vor dem Konkursgericht, daß für das Anlagevermögen vier Interessenten vorhanden seien, darunter ein Ausländer. Die für Fertigfabrikate gebotenen Preise könne er nur als "Leichenfledderei" bezeichnen. Großes Interesse besteht bei einzelnen Gläubigern für die modern eingerichtete Appretur, die zur Zeit noch im Lohnverfahren einen Monatsumsatz von 45 000 DM erreicht. Weitere 10 000 DM werden monatlich durch die Beschäftigung der Zwirnerei und Spinnerei umgesetzt, so daß die bevorrechtigten Forderungen aus Löhnen und Gehältern bis zum Ablauf der Kündigungsfristen gedeckt werden kennen. Die 20 Jahre alte und zuletzt 250 Arbeiter und Angestellte beschäftigende Firma produzierte als Spezialartikel schwere Herren-Mantelstoffe. Das umfassende Fertigungsprogramm in Streich- und Kammgarnen wich von dem der allgemeinen Aachener Tuchfabrikation ab, so daß aus dieser Insolvenz keine allgemeinen Schlüsse für den Aachener Bezirk abgeleitet werden können. Als Grund für den Zusammenbruch – der Konkursstatus weist Aktiva von 1,8 Mill. DM und Passiva von 3,1 Mill. DM, davon 1,5 Mill. gesichert, aus – gibt der Konkursverwalter u. a. scharfe italienische Schleuderkonkurrenz und die milden Witterungsverhältnisse des vergangenen Winters an. Bestellte Streichgarnware wurde vielfach nicht abgenommen. Die Absatzstockungen konnten bei mangelndem Umlaufkapital und zunehmendem Preisdruck billiger Importware nicht überwunden werden.

150 Jahre Textilfabrikation Dilthey. Die 1804 in Rheyd gegründete Firma W. Dilthey & Co, die nach 100jährigem Bestehen aufgelöst, aber unter gleichem Namen in Mönchen-Gladbach/Rheindahlen als Spinnerei, Zwirnerei, Färberei und Bleicherei wieder eröffnet wurde, sowie noch andere diesem großen familiären Textilunternehmen angehörende Firmen begingen gemeinsam am 16. Oktober die 150jährige Wiederkehr des Gründungstages der Stammfirma. Die fünf heute bestehenden Unternehmen haben einen Gesamtumsatz von etwa 90 bis 100 Mill. DM im Jahn sie beschäftigen zusammen etwa 4300 Personen. Bereits vor Liquidation der Rheydter Stammfrma wurde 1900 die Aug. Dilthey & Söhne KG, Rheydt, gegründet. Die Tagesproduktion dieser Baumwollspinnerei beträgt 12 bis 13 t Garn; beschäftigt sind rd. 1500 Personen. Die 1896 gegründete Crefelder Baumwoll-Spinnerei, Krefeld, begann bereits 1923 mit der Vistra-Verspinnung; sie zählt heute zu den Pionieren in der Verspinnung von synthetischen Fasern, insbesondere der Perlon-Faser. Als Spezialzweig werden modische Garne hergestellt. 1938 wurde in Mönchen-Gladbach die Weberei Arthur Dilthey gegründet. Das Produktionsprogramm umfaßt Gewebe aus Baumwolle und Zellwolle. Der Exportanteil vom Gesamtumsatz belief sich 1953 auf 46 v. H.; inzwischen ist er bis auf 60 v. H. gestiegen. Von den rd. 100 westdeutschen Cord-Webereien entfällt ein gutes Drittel des Cord-Exportes auf die Firma Dilthey. Als jüngster Sproß der Dilthey-Unternehmen ist die 1950 gegründete Crefelder Seidenstrumpf GmbH zu nennen, die heute Nudia-Feinstrumpffabrik firmiert und mit modernsten Cotton-Maschinen ausgerüstet ist.

Das norddeutsche Nachfolgeinstitut der Dresdner Bank, die Hamburger Kreditbank AG, hat nach der Übernahme der laufenden Geschäfte des Bankhauses Hermann Pagel nun auch eine Niederlassung in Hildesheim eröffnet. Es ist die 43. Geschäftsstelle der Hamburger Kreditbank AG.

Der "Bank of Tokyo" hat die Hamburger Bankaufsichtsbehörde die Errichtung einer Filiale für Außenhandelsgeschäfte in Hamburg genehmigt. Damit wird zum ersten Male nach dem Kriege wieder eine japanische Bank eine eigene Vertretung in Deutschland besitzen. Man verspricht sich von der Errichtung der japanischen Bankniederlassung eine wesentliche Erleichterung des deutsch-japanischen Außenhandels.

Die Deutsche Dunlop Gummi Compagnie AG, Hanau, berichtet in ihrem vorbildlich gestalteten Sozialbericht für die Jahre 1551 bis 1953 unter dem Titel "Schwarz auf Weiß", daß sie seit 1945 3000 neue Arbeitsplätze schaffen konnte und für die Schaffung eines Arbeitsplatzes rund 20 000 DM aufwenden mußte. An freiwilligen und gesetzlichen Sozialleistungen wurden 1951 für jeden Betriebsangehörigen 756,41 DM aufgewendet! 1953 waren es bereits 836,10 DM, Das Durchschnittseinkommen der Firminangehörigen mit monatlich 394,80 DM muß im Vergleich zum Einkommens durchschnitt der Bundesrepublik als sehr günstig beurteilt werden. Sehr eingehend beschäftigt sich der Sozialbericht auch mit der Frage der weiteren Verbesserung des Lebens im Betrieb und liefert damit zu diesem Thema einen wichtigen Diskussionsbeitrag.

Die Metallschlauch-Fabrik Pforzheim, vorm. Hch. Witzenmann GmbH., Pforzheim, feiert am 6. November ihr 100jähriges Firmenjubiläum. Das Unternehmen ging aus einer Schmuckwarenfabrik hervor, bis nach der 1885 erfolgten Erfindung des Metallschlauches dann 1889 die Metallschlauch-Produktion aufgenommen wurde. Die Fabrikanlagen, die nach der 1945 erfolgten Zerstörung wiederaufgebaut sind, beschäftigen heute 350 Arbeiter und Angestellte. Rund 20 v. H. der Produktion geht in den Export.

Die Correcta-Werke, eine der bedeutendsten Schaumgummispezialfabriken, berichten über eine sehr positive Entwicklung im Verbrauch von Schaumgummi. Der Verbrauch steigt sowohl auf dem privaten Gebiet als auch z. B. bei der Polsterung von Verkehrsmitteln. Längst ist Schaumgummi in Deutschland zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden Das Unternehmen konnte trotz starker ausländischer Konkurrenz kürzlich aus Südamerika umfangreiche Aufträge erhalten.