Mit 600, vielleicht 800 Kurzgeschichten hatten wir gerechnet, als wir am 12. August unser Kurzgeschichten-Preisausschreiben verkündeten. Es wurden aber bis zum festgesetzten Termin vom 15. Oktober mehr als 2000 Kurzgeschichten. Darüber hinaus kamen viele Arbeiten mit dem Poststempel vom 16., 17. oder noch späterem Datum, und konnten deshalb nicht mehr berücksichtigt werden.

Nun beginnt die Arbeit aller unserer Leser, die sich für unser Preisausschreiben als Preisrichter zur Verfügung stellen wollen. Für sie haben wir die 2000 Geschichten gesichtet und Ihnen die – nach unserer Meinung – 16 besten Geschichten ausgesucht. Ihnen legen wir heute noch einmal die genauen Bedingungen vor, nach denen sie urteilen sollen.

Jeder unserer Leser kann sich als Preisrichter an unserem Kurzgeschichten-Preis beteiligen. Voraussetzung ist, daß er alle 16 durch die Vorprüfung der Redaktion veröffentlichten Kurzgeschichten in den Nummern 43 vom 28. Oktober bis Nummer 50 vom 16. Dezember liest und prüft, und daß er uns das Ergebnis seiner Prüfung nicht vor dem 16. Dezember 1954 und nicht nach dem 7. Januar 1955 mitteilt. Die Urteile müssen das Kennwort "Kurzgeschichtenpreis" tragen und an die Redaktion DIE ZEIT Hamburg 1, Pressehaus, gerichtet sein.

Die Mitteilung soll so erfolgen, daß der Leser die drei seiner Meinung nach besten Kurzgeschichten nennt. Auf die übrigen 13 Geschichten braucht nicht eingegangen zu werden.

Der Leser, der als Preisrichter fungiert, darf sich nicht als Autor am Short-story-Preis beteiligt haben.

Den ersten Preis wird die Kurzgeschichte erhalten, auf die die meisten Stimmen entfallen. Nach derselben Regelung werden der zweite und der dritte Preis verteilt. Fallen auf mehrere Geschichten die gleiche Stimmenzahl, so entscheidet das Los.

Für die beste Geschichte ist ein Preis von 1000,– DM, für die zweitbeste ein Preis von 500,– DM und für die drittbeste ein Preis von 250,– DM festgesetzt.