Beim Fernsehen könnte die Oper in den Rang des Bestsellers aufrücken. Toscanini hat in den letzten Jahren vor seinem Rücktritt im New Yorker Fernsehfunk eine ganze Reihe von Opern strichlos aufführen lassen. Und wirklich hat ja auch – wie jetzt die „Fra Diavolo“-Aufführung im NWDR-Fernsehen zeigte – das Zuschauen und -hören am Fernsehgerät vor dem im Theater nicht nur den Vorteil der geringeren Kosten, sondern auch den der größeren Intimität. Gerade eine „Spieloper“ kann bei so geschickter Kameraeinstellung wie hier unter der Regie von Herbert Junkers alle Feinheiten der Szene ganz anders zur Wirkung bringen und dem Witz der Musik viel besser gerecht werden, als die Bühne mit ihrem immer gleichbleibenden Ausschnitt.

Donnerstag, 28. Oktober, 20.30 Uhr vom NWDR:

„Monologe hart an der Oder“ hieß der erste Titel, den Jürgen Gütt seinem Hörspiel von dem jungen Pfarrer gegeben hat, der zu deutschen Oder Schiffern im polnisch besetzten Gebiet als Seelsorger geschickt wird und in Zwiespalt zwischen eigener Schwäche und dem großen Auftrag gerät. Wilhelm Semmelroth hat es unter dem Titel „Ströme sterben nicht“ inszeniert.

20.00 ans Bremen: Die heitere Funkoper „Jahrmarktsballade“ von Otto Wertisch. – 20.10 vom NWDR, 2. Programm Nord: Am 5. Todestag der französischen Geigerin Ginette Neveu die Aufnahme aus einem Konzert von 1948, bei dem sie in Hamburg Brahms’ Violinkonzert spielte. – 23. 15 vom SWF: Klaviermusik („Hortus Conclusus“ und Inventionen) von Francesco Malipiero und zwei Studien für Violine und Klavier von Luigi Dallapiccola. – 23.15 vom NWDR: Josef Mathias Hauers Kantate „Der Menschen Weg“ mit Worten von Hölderlin.

Freitag, 29. Oktober, 22.30 Uhr vom Südwestfunk:

Kann eigentlich Malerei überhaupt „abstrakt“ sein? Auch das Bild, das nicht Gegenstände der Natur abbildet, stellt doch etwas dar. Was aber stellt es dar? Darauf versucht Lotte Paepke in ihrer Sendung „Was wollen die abstrakten Maler?“ zu antworten.

19.45 vom NWDR: Darius Milhauds kleine Funkoper „Pasticcio“ mit den Figuren der Commedia dell’ Arte, unter Ferdinand Leitner. – 21. 00 vom SWF: Selten gespielte Werke von Weber (Flötentrio), Schumann (Stücke für Horn und Klavier) und Brahms (Vierhändige Klaviervariationen über ein Schumannsches Thema).