Machtkampf in Pakistan

Pakistans Ministerpräsident Mohammed Ali hat seinen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten abgebrochen, als er erfuhr, sein Staatschef, Generalgouverneur Ghulam Mohammed, habe vier ehemalige Minister rehabilitiert, denen die Regierung vor einiger Zeit die Fähigkeit aberkannt hatte, öffentliche Ämter zu bekleiden. Am Morgen nach der Ankunft des Ministerpräsidenten in Karatschi verhängte der Generalgouverneur den Ausnahmezustand über das ganze Land, löste die von der Moslem-Liga beherrschte Verfassunggebende Versammlung auf und setzte die Regierung Mohammed Ali ab. Gleichzeitig forderte er jedoch den abgesetzten Ministerpräsidenten auf, eine Interimsregierung bis zu den in Kürze stattfindenden Neuwahlen des Parlaments zu bilden. Inzwischen hat Mohammed Ali sein neues Kabinett zusammengestellt, das nur noch aus sieben Mitgliedern besteht. Dem Kabinett gehören der Oberbefehlshaber der Armee, General Mohammed Ajub Khan als Verteidigungsminister, und der bisherige Militärgouverneur von Ost-Pakistan, General Iskander Mirza, als Innenminister an.

Mit der Auflösung der im Jahre 1948 gewählten Verfassunggebenden Versammlung, in der die Moslem-Liga eine überwältigende Mehrheit besaß, hat der Generalgouverneur die von Mohammed Ali hartnäckig verweigerte Konsequenz aus dem Ergebnis der im Mai stattgefundenen Landtagswahlen in Ost-Pakist in gezogen. Bei diesen Wahlen war die bis dahin auch in Ost-Pakistan herrschende Moslem-Liga vernichtend geschlagen worden.

Französisch-Indien aufgegeben

"Sind Sie damit einverstanden, daß sich die französischen Niederlassungen in Indien: Pondichery, Karikal, Mahé und Janam mit der Indischen Union vereinen?" Diese Frage wurde mit Zustimmung der Pariser Regierung den zu einem "Beratenden Kongreß" zusammengetretenen 180 Mitgliedern des Parlaments von Französisch – Indien und Vertretern der Kommunalverwaltungen vorgelegt und von 170 Kongreßteilnehmern bejaht. Drei Tage später wurde in Neu-Delhi ein Vertrag unterzeichnet, der die de facto Übergabe der französischen Besitzungen an Indien am 1. November vorsieht.

Das Abkommen gibt den 320 000 Einwohnern der abgetretenen Gebiete das Recht, ihre Staatsangehörigkeit selbst zu bestimmen. Französische Staatsbürger dürfen ihren Berufen in den ehemaligen Niederlassungen auch weiterhin nachgehen. Die französische Amtssprache und der französische Verwaltungsaufbau sollen so lange bestehen bleiben, wie es von den gewählten Vertretern der Bevölkerung gewünscht wird. Nach der Übergabe werden die französischen Besitzungen dem jetzigen indischen Generalkonsul in Pondichery unterstehen, der der Regierung in Neu-Delhi verantwortlich ist.

Im Gegensatz hierzu sind die Aussichten für ein Abkommen zwischen der portugiesischen Regierung und Indien über eine Übergabe der portugiesischen Niederlassungen unverändert schlecht.